Burghausen bei Münnerstadt
Kirchenruine

Kurzweiliger Überblick über eine lange Geschichte

Interessante Informationen gab es jetzt vom ehemaligen Kreisheimatpfleger Bertram Becker über die alte Michelsbergkapelle.
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Der frühere Kreisheimatpfleger Bertram Becker (ganz rechts gab einen Überblick über die lange Geschichte des Gotteshauses, das 1806 nach einem Blitzeinschlag abgebrannt ist.  Foto: Kilian Düring
Der frühere Kreisheimatpfleger Bertram Becker (ganz rechts gab einen Überblick über die lange Geschichte des Gotteshauses, das 1806 nach einem Blitzeinschlag abgebrannt ist. Foto: Kilian Düring

"Ein Ort mit einer magischen Atmosphäre", ist immer wieder zu hören, wenn Münnerstädter (einschließlich Burghäuser und Reichenbacher) von der Kirchenruine auf dem Michelsberg sprechen. So war es nicht überraschend, dass zahlreiche Interessierte der Einladung zur dortigen Besichtigung im Rahmen von "oh!wieschönistmünnerstadt" gefolgt waren.

Keltische Fliehburg

Der ehemalige Kreisheimatpfleger Bertram Becker gab einen sehr kurzweiligen Überblick über die lange und bewegte Geschichte des Ortes. Diese beginnt mit der keltischen Fliehburg, die auf der nach drei Seiten steil abfallenden Bergkuppe angelegt wurde. Mit der Christianisierung im frühen Mittelalter wurde das vermutete Heiligtum des Gottes Wotan durch eine Kapelle des drachentötenden Erzengels Michael ersetzt. Die ältesten erhaltenen Teile entstanden spätesten im 10. Jahrhundert und stellen damit einen der ältesten Kirchenbauten der Region dar. Erweitert wurde die Michaelskapelle während des Bauernkriegs und nochmals in der Barockzeit. Sie diente den Dörfern Burghausen und Reichenbach als Kirche. Um sie herum lag der Friedhof, auf der Südseite für Burghausen, auf der Nordseite für Reichenbach.

Drei Figuren gerettet

Doch am 6. Mai 1806 bereitete ein Blitzschlag dem Gotteshaus auf dem Michelsberg ein Ende. Nur drei Heiligenfiguren konnten aus dem Brand gerettet werden. Burghausen und Reichenbach bekamen jeweils eine eigene Kirche und einen eigenen Friedhof; Versuche, die Michaelskapelle wieder aufzubauen, scheiterten letztlich am Geld. Als Ruine übt die Kapelle seitdem eine ganz besondere Faszination aus, doch verfiel sie immer weiter und wurde von Vegetation überwuchert.

Schließlich ergriff Bertram Becker im Jahr 2006 die Initiative: Von 2008 bis 2011 wurden dank zahlreicher Spenden und Zuwendungen und mithilfe von über 5000 Stunden ehrenamtlich geleisteter Arbeit die Mauern gesichert und teilweise ergänzt, Bäume und Sträucher entfernt, Schutt beseitigt und die gesamte Anlage in der Form hergerichtet, wie sie sich heute so vorteilhaft präsentiert.

Ein "Friedensobjekt"

Auf diese Leistung können Bertram Becker und die zahlreichen Helfer aus Burghausen und Reichenbach zu Recht stolz sein. Und, so fügte er hinzu, während die gemeinsame Kirche in früheren Zeiten häufig Anlass zu Zwist gab, so funktionierten die Sanierungsarbeiten als "Friedensprojekt", das Burghäuser und Reichenbacher zusammenführte.

So klang ein wunderbarer Abend bei Getränken, die Stadtrat Fabian Nöth aus Reichenbach spendierte, in friedvoller Atmosphäre aus.

Der nächste Termin im Rahmen von "oh!wieschönistmünnerstadt" führt in das Bundesausbildungszentrum der Bestatter, Seminarstr. 8-10, und zwar am 18. Juli (nicht wie im Veranstaltungskalender der Stadt falsch angekündigt am 25. Juli). Beginn ist 18.30 Uhr.

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