Münnerstadt
Konzert

Kultband auf Jubiläumstour in Münnerstadt

"Waldschrat" kommt am 7. Juli in den Garten des Deutschherrnkellers. Anlass ist das 40-jährige Bestehen der Band, die eigentlich längst aufgelöst ist.
Artikel drucken Artikel einbetten

Die Beatles haben gezeigt, wie es laufen kann und Abba beispielsweise auch. Trennung, Schluss, aus und vorbei. Zurück blieben traurige Fans. Auch die oberfränkische Mundart-Band "Waldschrat" löste sich 2003 offiziell auf, weil es die Musiker in die verschiedensten Ecken Frankens verschlagen hatte. Vorbei war es damit noch lange nicht. Schließlich wollten die Waldschrate ihre Fans nicht im Stich lassen. Praktisch als jährliches Bandtreffen gestalten sie seither die Kerwa in Unterbrücklein bei Neudrossenfeld. Manchmal gibt es auch noch das ein oder andere Extra-Konzert. Zum 40-jährigen Jubiläum der Band gehen sie nun nun noch einmal auf Tour. In Helmbrechts beispielsweise waren vier Konzerte an einem Wochenende völlig ausverkauft. Am Sonntag, 7. Juli, kommt Waldschrat nun nach Münnerstadt, in den Garten des Deutschherrnkellers.

"Zu unserem Jubiläum wollen wir in diesem Jahr einige Konzerte in besonders schönen Orten geben", sagt Waldschrat-Gitarrist Christof Lemberg. Das sind meist Locations, mit denen sich die Bandmitglieder besonders verbunden fühlen. Dazu gehört der Münnerstädter Deutschherrnkeller. Auch auch in Hammelburg,Ostheim und Unterelsbach waren "Waldschrat" zu Gast. Die Band verbindet einige Orte der Region mit wunderschönen Erinnerungen. "In der Klostergaststätte Maria Bildhausen - bei Bernd und Hella - haben wir neue Songs in Wirtshauskonzerten vorgestellt, zu denen so viele Leute wollten, dass Getränke nur noch durchgereicht werden konnten - Bedienung wäre nicht durchgekommen," so Christof Lemberg. "Die letzten wunderbaren Konzerte haben wir im Deutschherrnkeller Münnerstadt gespielt." Auch wenn die Gaststätte ihr Angebot eingeschränkt hat: Für Waldschrat werden Bernd und Moni Wohlfromm ihre Türen immer öffnen.

"Früher sind wir bis nach München gefahren und haben im Maximilianeum gespielt", sagt Christof Lemberg. Da werden die Oberbayern einen Dolmetscher gebraucht haben, um die Texte zu verstehen. Denn "Waldschrat" singt ausschließlich Oberfränkisch. Andererseits: inzwischen haben viele ihrer Songs schon einen derartigen Kultstatus, dass sie selbst die Oberbayern, mitsingen oder -grölen können.

Was im Jahr 1979 als Krautrockband begonnen hat, ist heute Kult. In den 1980ern war die Band um Harry (Harrie) Tröger zum Duo geschrumpft. Nur Roland (Schieffi) Bergold stand dem Oberwaldschrat noch zur Seite. 1985/86 begann der Neuanfang. Da kam Christof (Grisdoff) Lemberg dazu. Michael (Männla) Sommermann und Jan (Jansen) Reinelt vervollständigen das Quintett, das über einen unheimlich breites musikalisches Spektrum verfügt. Es gibt kaum ein Genre, das die Band auslässt. Zusammen mit den ausschließlich oberfränkisch gesungenen Texten ergibt das einen Mix, der das Alleinstellungsmerkmal der Band ausmacht. So etwas gibt es nur einmal.

Die Songs von "Waldschrat" sind etwa zur 50 Prozent Eigenkompositionen, die andere Hälfte ist gecovert. Die Texte aber sind zu 100 Prozent von" Waldschrat". Und die haben es teilweise in sich. "Waldschrat" schaut in seinen Songs den Leuten aufs Maul, packt Alltagsgeschichten, Bierseligkeit und hintergründige Gedanken in Songs. Manchmal sind die Texte auch nicht ganz jugendfrei. Auf ihrer Jubiläumstour spielen sie unplugged, das heißt, was sich an Technik entbehren lässt, bleibt zuhause. Akustikgitarren, Piano, Schlagzeug und Kontrabass - das reicht ihnen völlig aus.

Auch wenn es die Bandmitglieder in die verschiedensten Ecken Frankens verschlagen hat, wie Christof Lemberg beispielsweise nach Münnerstadt, wenn sie zusammen kommen, können sie loslegen. "Wir sind ein eingespieltes Team", sagt der Gitarrist. Trotzdem: Für ihre Jubiläumstour haben ein einziges Mal zusammen geprobt. Das reicht ihnen völlig aus, wie sich in Helmbrechts gezeigt hat.

Zwischen der Stücken gibt es bei "Waldschrat" immer wieder Geschichten, bekannt sind sie auch wegen ihrer Spontanität auf der Bühne. Und natürlich das Bier... Das fließt reichlich bei "Waldschrat"- Konzerten. Wer ist eigentlich auf den Namen gekommen? Es heißt, dass den Gründungsmitglieder vor 40 Jahren kein Name eingefallen ist. Da hat Harry Tröger einfach "Waldschrat" auf seine Trommel geschrieben. Damit war die Sache geritzt.

Karten gibt es im Vorverkauf im Deutschherrnkeller unter Tel.: 09733/ 9320. Bei schönem Wetter, wenn das Konzert im Biergarten stattfinden kann, gibt es noch mehr Karten an der Abendkasse. Beginn ist um 19 Uhr, Einlass ab 18 Uhr.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren