Münnerstadt

Kondition bringt Geld

Für das Mürschter Kinderhaus sind Kandidatinnen und Kandidaten aller Parteien und Wählergruppen rund um das Rathaus gelaufen. Die Initiative kam von den "Grünen".
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Nach jeder Runde gab es einen Stempel für die Läufer.  Foto: Dieter Britz
Nach jeder Runde gab es einen Stempel für die Läufer. Foto: Dieter Britz
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Der Weg zu einem Mandat im Stadtrat kann ganz schön anstrengend und kräfteraubend sein. Und das nicht nur bei politischen Diskussionen in Wahlversammlungen, am Wirtshaus-Stammtisch oder am Infostand auf der Straße. Am Dreikönigstag war nicht das politische Stehvermögen, sondern die körperliche Fitness und Kondition der Kandidaten gefordert. Der Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen und die "Mürschter Grünen" hatten die Stadtratskandidatinnen und -kandidaten aller Parteien und Wählergruppen zu einem Spendenlauf "rund um das Rathaus" für das Mürschter Kinderhaus aufgerufen.

Wie viel Geld dabei zusammengekommen ist, steht noch nicht fest. Kurz nach 13 Uhr gab Bürgermeister Helmut Blank (CSU) das Signal zum Start. Mit dabei waren Kandidaten der Grünen, der CSU, der Freien Wähler, Forum Aktiv, Neue Wege und der Partei "die Partei". Nur die SPD schickte niemand ins Rennen, da sie erst am Donnerstag ihre Kandidaten nominiert. Eine Laufstrecke von etwa 670 Meter vom Marktplatz über die Veit-Stoß-Straße, die Kapellengasse, den Anger, die Salzgasse, die Riemenschneiderstraße, die Klostergasse und die Finstere Gasse zurück zum Marktplatz sollte in 30 Minuten so oft wie möglich durchlaufen werden, natürlich war auch kräftesparendes Gehen oder Walken erlaubt.

Die Läufer atmeten alle hörbar auf, als es hieß, die Strecke sei Wirklichkeit nur 400 Meter lang. Das wurde aber später von Christine Martin, die die Stadtratsliste der Grünen anführt, wieder auf "ungefähr 600 Meter" korrigiert. Laut Google Maps ergab sich eine Streckenlänge von exakt 678,3 Metern. Rund 110 Kandidatinnen und Kandidaten für den Stadtrat sind bisher von den Parteien und Wählergruppen nominiert worden. Weit mehr als die Hälfte von ihnen war beim Spendenlauf mit dabei. "Wir haben 75 Starter-Karten ausgegeben", sagt Christine Martin. Nur etwa ein halbes Dutzend Läufer waren keine Stadtrats-Kandidaten. Außer Konkurrenz liefen an der Hand ihrer Väter und Mütter viele Buben und Mädchen mit. Auch Charlie Friedel, dessen Kinderhaus mit diesem Lauf unterstützt werden soll, war mit von der Partie. Auf diesen Starter-Karten wurde jeweils bei einem Zwischenstopp vor dem Rathaus jede einzelne Runde mit einem Stempel quittiert. "Die 75 Karten haben nicht ausgereicht. Deswegen haben sich einige Teilnehmer ihre Runden auf den Arm stempeln lassen. Insgesamt waren es um die 85 Läufer", freute sich Christine Martin über den Erfolg der Aktion der "Mürschter Grünen".

Während die einen die Strecke eher gemütlich mit Walking-Stöcken absolvierten, legten die anderen ein fast olympiareifes Lauftempo vor, um möglichst viele Runden und damit viele Spenden zu schaffen. Vielen von ihnen sah man auch an, auf welcher Stadtrats-Liste sie kandidieren. Besonders professionell hatte sich in dieser Hinsicht die CSU vorbereitet. Ihre Läuferinnen und Läufer trugen ihre Listenplätze als Startnummern, dazu Name und Partei-Logo. Michael Kastl als Bürgermeisterkandidat startete natürlich als Nummer 1. Während viele Läufer trotz Temperaturen wenig über Null Grad schwitzten und sich anstrengten, hatten die zahlreichen Zuschauer ihren Spaß. Unablässig feuerten sie jede Gruppe, die aus der finsteren Gasse auf den Marktplatz rannte, mit "hopp, hopp, hopp, hopp" oder "eine Runde geht noch" an und der CSU-Bürgermeisterkandidat musste sich schon mal anhören "schneller, Herr Kastl, sonst wird das nix mit dem Rathaus". Der schaffte in der vorgegebenen halben Stunde sieben Runden und gestand danach "mehr hätte es nicht sein dürfen, ich bin kein Sportler". Sieben Runden schaffte auch seine Konkurrentin um den Chefsessel im Rathaus, Sonja Johannes (Die Partei). Die meisten Teilnehmer absolvierten etwa fünf bis acht Runden, einige wenige zehn oder elf. Extra-Beifall gab es für Stadträtin und Forum-Aktiv-Kandidatin Rita Schmitt. Sie absolvierte die Strecke mit ihrem Rollator und mithilfe ihres Sohnes (der noch eine Extra-Runde drauflegte) zweimal.

Die Läufer sollten sich selbst Sponsoren suchen und mit ihnen aushandeln, wieviel diese pro gelaufene Runde spenden. Dieses Geld muss nun erst eingesammelt werden. Zumindest ein Teil der Teilnehmer verzichtete auf Sponsoren und spendet aus eigener Tasche, ergab eine kleine Umfrage.

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