Rannungen
Lokalpolitik

Knappe Mehrheit für mehr Urnenröhren

Zahlreiche Beschlüsse fasste der Rannunger Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Unklar ist noch wie die Brunnensanierung finanziert wird. Vermutlich werden die Bürger zur Kasse gebeten.
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Die Standorte von fünf weiteren Urnenröhren legte der Gemeinderat Rannungen bei einem  Ortstermin auf dem Friedhof fest. Sie kommen links neben die vorhandenen  Röhren.  Dieter Britz
Die Standorte von fünf weiteren Urnenröhren legte der Gemeinderat Rannungen bei einem Ortstermin auf dem Friedhof fest. Sie kommen links neben die vorhandenen Röhren. Dieter Britz
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Die Vorberatung des Investitionsprogramms der Gemeinde Rannungen für das laufende Jahr 2019 stand im Mittelpunkt der 106. Sitzung des Gemeinderates, die mit einem Ortstermin auf dem Friedhof begann. Außerdem ging es um die Wasserversorgung und die Straßenbeleuchtung. Genehmigt wurde ein Zuschuss für die Ministranten- und Jugendarbeit. Schließlich stimmte der Gemeinderat zwei Zweckvereinbarungen mit dem Landkreis zu den Themen Breitbandversorgung und Datensicherheit zu.

Der Verwaltungs- und der Vermögenshaushalt sollen am 16. Juli endgültig verabschiedet werden. Viele Investitionen, die im letzten Jahr nicht ausgeführt werden konnten, wurden in den neuen Haushalt übernommen. Für die Mehrzweckhalle stehen dieses Jahr 400 000 Euro Ausgaben im Investitionsplan, doch Bürgermeister Fridolin Zehner (CSU) kündigte jetzt schon an, dass dieses Jahr "in dieser Summe nicht" investiert werde. Dafür sollen im kommenden Jahr eventuell 1,4 Millionen Euro an Ausgaben eingesetzt werden.

Schulhof: Sanierung läuft auf Hochtouren

Weiterer wichtiger Punkt ist die Sanierung des Schulhofs, die auf Hochtouren läuft. Dafür sind für 2020 knapp 600 000 Euro Zuschuss von der Diözese eingeplant. Mit diesem Geld sei aber möglicherweise erst ein Jahr später zu rechnen, verkündete der Bürgermeister.

Bürger sollen bezahlen

Er teilte auch mit, dass noch unklar ist, wie die Brunnen-Sanierung finanziert werden soll. Der Gemeinderat möchte die Bürgerinnen und Bürger über eine Umlage zur Kasse bitten. Der Gemeindetag in München bestätigte, dass das möglich ist. Experten des Büros Schulte und Röder Kommunalberatung in Veitshöchheim sind allerdings aus rechtlichen Gründen anderer Ansicht und verweisen darauf, dass die Arbeiten über die Wassergebühren finanziert werden müssten. Fridolin Zehner erwartet dazu eine Stellungnahme des Landratsamtes, wie er den Gemeinderäten mitteilte.

Termin vor Ort

Nach dem Ortstermin auf dem Friedhof entschied sich der Gemeinderat mit knapper Mehrheit dafür, fünf weitere Urnenröhren links neben die bereits vorhandenen in den Boden einzulassen. Auch Renovierungsarbeiten an der Leichenhalle standen auf der Tagesordnung. Für die Befestigung des Vorplatzes sowie Malerarbeiten im Innenbereich und an der Außenfassade lag ein Angebot einer Firma in Höhe von 25 000 Euro vor. "Das ist utopisch teuer", kommentierte Joachim Weigand (CSU). "Den ganzen Vorplatz pflastern ist o. k., aber nur zehn Quadratmeter wie vorgesehen ist nichts", ergänzte Harald Klopf (Bürgerliste). Bei Gemeinderat entschied sich schließlich einstimmig, auf die Pflasterarbeiten ganz zu verzichten. Einige kleinere Arbeiten sollen erledigt werden.

4760 Euro kostet die Erstellung eines Strukturkonzeptes für die zukünftige Wasserversorgung der Gemeinde. Drei Büros waren angeschrieben worden. Das Ingenieurbüro Baurconsult Hassfurt bekam den Zuschlag. Das zweite Büro, das ein Angebot abgegeben hatte, verlangte rund dreimal so viel, teilte Fridolin Zehner mit. Das dritte Büro nannte keine konkreten Zahlen über die Gesamtkosten.

Einige Straßenlampen in der Gemeinde sind bereits auf stromsparende LED (Leuchtdioden) umgerüstet. Nun werden weitere Straßen mit Lampen bestückt. Investiert werden dafür 31 000 Euro. Durch die Einsparung von Strom- und Wartungskosten amortisiert sich diese Ausgabe in fünf Jahren, heißt es in der Beschlussvorlage.

Der Landkreis Bad Kissingen will eine sogenannte "Kompetenzstelle" Breitband und Mobilfunk am Landratsamt einrichten, der sich die Städte und Gemeinden anschließen sollen. Diese Stelle soll sich um ausreichende Breitband-Geschwindigkeiten und eine flächendeckende Mobilfunkversorgung kümmern. Der Gemeinderat beschloss bei sieben Ja- und vier Nein-Stimmen, der entsprechenden Zweckvereinbarung zuzustimmen. In einer weiteren Zweckvereinbarung wurde die Aufgabe des Datenschutzbeauftragten der Gemeinde bzw. der Verwaltungsgemeinschaft auf einen gemeinsamen Datenschutzbeauftragten übertragen.

Zuschuss für Jugendarbeit

Die Ministranten der Pfarrei St. Bonifatius hatten einen Zuschuss für ihre Arbeit im Jahr 2019 beantragt. Bürgermeister Zehner erläuterte, dass die Pfarrgemeinde 43 Ministranten im Alter von neun bis 23 Jahren hat und dass die Jugendarbeit dort viel Geld und Zeit in Anspruch nimmt. Alle interessierten Jugendlichen der Gemeinden könnten teilnehmen. Dieses Jahr seien unter anderem eine Fahrt nach Rust mit Übernachtung, eine Abenteuer-Wanderung zum Schießhaus und Schafkopf für Jugendliche geplant. Jeden Freitag bietet das Team der Ministranten-und Jugendarbeit einen Schachkurs für Kinder und Jugendliche an. Erhofft werde ein Zuschuss von etwa 1000 Euro. Das sei doch etwas viel, meinte Wolfgang Röder und schlug 500 Euro vor. Man könne sich in der Mitte treffen, sagte Joachim Weigand (CSU). Harald Klopf rettete den Ministranten die 1000 Euro. "Ich rechne den Ministranten und dem Team hoch an, was da läuft. Das ist Jugendarbeit vom Feinsten, da wird was geleistet" , sagte er. Die 1000 Euro Zuschuss wurden danach ohne weitere Diskussion genehmigt.

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