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Münnerstadt
Schilder

Keine klare Linie im Münnerstädter Schilderwald

 In der Altstadt gibt es ein Durcheinander an verschiedenen Schildern. Jetzt erhält die Stadt Fördergelder aus dem Stadtumbau, um die Situation zu verbessern, vor allem aus dem touristischen Blickwinkel heraus.
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Derzeit gibt es kein einheitliches Beschilderungssystem in der Münnerstädter Innenstadt. Das soll sich jetzt ändern. Foto: Heike Beudert
Derzeit gibt es kein einheitliches Beschilderungssystem in der Münnerstädter Innenstadt. Das soll sich jetzt ändern. Foto: Heike Beudert
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20 200 Euro bewilligt die Regierung von Unterfranken der Stadt Münnerstadt für "Die Konzepterstellung und Umsetzung des Beschilderungskonzeptes für Touristik". Das Geld fließt im Rahmen des Stadtumbaus und muss bis Ende Juli 2015 ausgegeben sein. "Es hat sich gelohnt, mit so viel Sorgfalt vorzugehen", meinte Bürgermeister Helmut Blank (CSU) in einem Pressegespräch.

Mit Sorgfalt meint er vor allem auch die Dauer des Verfahrens. Bereits 2011 hatte der Stadtrat immer wieder über das Thema diskutiert. Noch viel länger arbeitet der Agenda-Arbeitskreis an einem Beschilderungskonzept. Das Gremium beschäftigt sich seit mindestens 2009 daran.

Das förderfähige, endgültige Konzept wird aber nicht vom Agenda-Arbeitskreis erstellt, sondern soll in professionelle Hände gehen. Sanierungsbeauftragter Dag Schröder erläutert, dass das Konzept ganz genau auf die Stadt zugeschnitten werden müsse. Gleichzeitig solle die Bevölkerung in die Konzeptionierung eingebunden werden. Der Agenda-Arbeitskreis sei bereits in einem Schreiben informiert worden, ergänzt Bürgermeister Helmut Blank.

Im Februar soll das Thema im Stadtrat behandelt werden. Danach gehe es in die Gremienarbeit, so Blank. Konkret soll ein Arbeitskreis gegründet werden - auch mit Agenda-Mitgliedern. Erkenntnisse des Agenda-Arbeitskreises können mit in die endgültige Planung einfließen, meinen Dag Schröder und Bürgermeister Blank.

Bis zum 31. Juli 2015 muss die Stadt Münnerstadt einen Verwendungsnachweis vorlegen, damit sie die zugesicherten Zuschüsse auch erhält. Das Projekt müsse vorfinanziert werden, erläutert geschäftsleitender Beamter Stefan Bierdimpfl. Die Vorarbeit, die hinter einem solchen Antrag stecke, werde viel zu wenig gesehen, meinte Helmut Blank. Für Bürgermeister Helmut Blank ist angesichts einer mehr als fünfzigprozentigen Bezuschussung aber klar, dass es sich gelohnt habe, die Beschilderung der Innenstadt über diesen Weg zu gehen.

Was will die Stadt mit der Beschilderung bezwecken? Diese Frage sei vorrangig, erläutert Dag Schröder. Er hat dazu konkrete Vorstellungen. So sollten historisch bedeutsame Gebäude beschildert werden, damit Besucher einen kurzen Abriss über ihre Entwicklung erhalten. "Das ist für Touristen ganz wichtig", meint der Fachmann. Andererseits sollten mit der Beschilderung die Verkehrswege innerhalb der Altstadt besser gesteuert werden. Man könne so den Parksuchverkehr entzerren, glaubt Schröder.

Nachdem mittlerweile bekannt sei, dass das Berufsbildungszentrum neben dem Studienseminar angesiedelt wird, könne man ein Beschilderungskonzept erstellen. Dass die Frage weiterhin offen ist, wie die Innenstadtgestaltung einmal aussehen wird, müsse man in Kauf nehmen. Dag Schröder glaubt, dass sich die Verkehrsführung auch bei einer Stadtbodensanierung nur geringfügig ändern werde.

Dass es hohe Zuschüsse für das Beschilderungskonzept gibt, diese Nachricht aus dem Rathaus freut zwar die Mitglieder des Agenda-Arbeitskreises, gleichzeitig sorgt die Mitteilung für Verwunderung. Denn der Arbeitskreis hat das Gefühl, dass seine Ideen von städtischer Seite immer wieder auf die lange Bank geschoben wurden. Was nach so langer Arbeit davon jetzt übrig bleibt, ist auch offen.

Unterschiedliche Vorstellungen

Wie herauszuhören ist, driften die Vorstellungen über die künftige Beschilderung des Agenda-Arbeitskreises und des Sanierungsbeauftragten Dag Schröder weit auseinander. Das betont auf jeden Fall Wilhelm Schmitt, der von Anfang an am schon erstellten Beschilderungskonzept des Agenda-Arbeitskreises mit arbeitet. Schon im Mai oder Juni 2013 sei dem Arbeitskreis vom Bürgermeister versprochen worden, dass ein Gespräch mit dem Sanierungsbeauftragten stattfinden soll, um einen Konsens zu finden. Das gab es nicht. Wilhelm Schmitt fragt sich aus diesem Grund, mit welchen Unterlagen die Stadt bei der Regierung von Unterfranken den Förderantrag gestellt hat - mit dem des Agenda-Arbeitskreises oder dem des Sanierungsbeauftragten. Wilhelm Schmitt hat allerdings selbst lange genug in der Stadtverwaltung gearbeitet, um sich diese Frage selbst zu beantworten. Er geht davon aus, dass es nicht das Konzept des Agenda-Arbeitskreises war. ,"Eine gewisse Enttäuschung ist da", meint Schmitt, weil der Arbeitskreis nichts mehr erfahren hat. Wenn ein solcher Konsens zwischen Dag Schröder und Agenda-Team hergestellt werden sollte, sei das jetzt der letzte Drücker, findet Wilhelm Schmitt.
Die ehrenamtlichen Mitarbeiter seien wegen der ewigen Zeitdauer sehr strapaziert worden. Nur durch gutes Zureden sei mancher dabei geblieben.

Positiv sei allerdings, dass es durch den Bewilligungsbescheid der Regierung mit dem Beschilderungskonzept vorwärts geht. Ob allerdings Zeit für den gewünschten Konsens bleibt, bezweifelt Schmitt.

Der Verkehrsreferent des Stadtrates, Bruno Schäfer (Freie Wähler), war am Donnerstag noch nicht gesondert über den Bewilligungsbescheid informiert worden. Er selbst ist der Überzeugung, dass alle Entscheidungen über die weitere Verfahrensweise im neuen Stadtrat fallen sollten.Er verweist auf die jahrelange Arbeit des Agenda-Arbeitskreises, dem er selbst angehört. Schäfer spricht ebenfalls von unterschiedlichen Vorstellungen zwischen Dag Schröder und dem Agenda-Kreis. Schäfer ist der Überzeugung, dass jedes Konzept nur funktioniert, wenn zuvor wichtige Punkte geklärt werden, beispielsweise die Frage, ob es eine Abbiegespur von der Entlastungsstraße auf den Parkplatz Lache geben wird.Außerdem müssten jetzt bei der Sanierung von Gymnasiumstraße und Stenayer Platz die Voraussetzungen geschaffen werden (Kabel für Beleuchtungsmöglichkeiten eines Info-Punktes).

Wilhelm Schmitt und Bruno Schäfer betonen gleichermaßen, dass es dem Arbeitskreis darum geht, den Parksuchverkehr auf die außen liegenden Parkplätze zu verweisen und die Fußgänger von dort mit möglichst wenigen Schildern geschickt zu den Besonderheiten der Innenstadt zu führen.

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