Münnerstadt
Neubürgerin

In Kriedners ehemaligem Haus in Münnerstadt eine Heimat finden

Gisela Meyer-Hänel hat das Haus des verstorbenen Künstlers Gerald Kriedner in der Streitgasse gekauft. In fünf Jahren will sie aus der Schweiz endgültig nach Münnerstadt ziehen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Gisela Meyer-Hänel, hier vor einem Bild des verstorbenen Künstlers Gerald  Kriedner, hat dessen Haus in der Streitgasse gekauft. Wenn sie in fünf  Jahren in Rente geht, wird sie ganz einziehen. Foto: Dieter Britz
Gisela Meyer-Hänel, hier vor einem Bild des verstorbenen Künstlers Gerald Kriedner, hat dessen Haus in der Streitgasse gekauft. Wenn sie in fünf Jahren in Rente geht, wird sie ganz einziehen. Foto: Dieter Britz

Ihr Vater stammt aus Sachsen, ihre Mutter aus Schlesien. "Ich war immer heimatlos und habe immer eine Heimat gesucht", verrät Gisela Meyer-Hänel über sich, und "in der Schweiz habe ich diese Heimat nicht gefunden". Nun will sie sie in Münnerstadt finden, denn ihr gehört seit Dezember 2018 das Haus des im letzten Jahr verstorbenen Künstlers Gerald Kriedner in der Streitgasse.

Noch allerdings wohnt sie nur sporadisch hier, denn sie arbeitet die nächsten fünf Jahre weiter in Biel (Kanton Bern, Schweiz) als Leiterin des Empfangs im renommierten Kunsthaus Pasquart. Sie war extra angereist (die Entfernung beträgt mit dem Auto 533 Kilometer), um bei der Eröffnung der ersten großen Kriedner-Ausstellung am Freitag im Deutschordensschloss dabei zu sein. Bürgermeister Helmut Blank vergaß nicht, die Neubürgerin bei der Vernissage den Gästen vorzustellen.

Aufgewachsen in Unterebersbach

Unterfranken und Münnerstadt sind für Gisela Meyer-Hänel keine Fremdworte. Aufgewachsen ist sie zum Teil im zehn Kilometer entfernten Unterebersbach, wo ihr Vater Förster war. Außerdem kennt sie die Familie Kriedner gut. Der verstorbene Künstler gehörte zu ihrem Freundeskreis. "Gerald hat Münnerstadt in einem Gespräch mit mir angepriesen, seine Infrastruktur und seine guten Verkehrsverbindungen gelobt", erzählte sie. Bei der Beerdigung von Gerald Kriedner im vorigen Jahr erfuhr sie, dass sein Haus, das er 2001 erworben und nach einer Renovierung zwei Jahre später bezogen hatte, verkauft werden soll. Sie wandte sich deshalb an Fritz Kriedner, den Bruder des Künstlers aus Dresden. Seit Dezember 2018 gehört ihr das Haus nun notariell beglaubigt. Dazu gehört auch der "wunderbare Steingarten" am Haus.

Noch bis zur Rente warten

Bis Gisela Meyer-Hänel hier auf Dauer wohnen wird, werden allerdings noch fünf Jahre vergehen. Die gelernte Porzellanmalerin und -designerin lebt bereits seit 28 Jahren in der Schweiz. Seit 13 Jahren arbeitet sie als Chefin der Rezeption des Kunsthauses Pasquart in Biel und ist unter anderem für das Organisieren von Vernissagen und Konzerten oder Kunstvermittlung zuständig. "Das muss alles geplant werden", sagt sie. Fünf Jahre muss sie allerdings noch in der Schweiz bleiben und arbeiten, bis sie Rente bekommt. "Die Lebenshaltungskosten in der Schweiz sind hoch, aber die Renten nicht so sehr", sagt sie. Auch das ist ein Grund, warum sie als Rentnerin gerne ganz nach Münnerstadt wechselt. Überlegungen, das Haus bis dahin zu vermieten, hat sie verworfen, denn "ich bin so ungefähr zehnmal pro Jahr hier, auch wegen meiner 94-jährigen Mutter, die bei Ansbach lebt". Bis dahin hat sie nette Nachbarn, die sich darum kümmern würden, wenn etwas wäre.

Staffelei zur Verfügung gestellt

Nicht zu vergessen: Gisela Meyer-Hänel hat aus ihrem Haus in Münnerstadt für die Ausstellung im Schloss unter anderem die Staffelei zur Verfügung gestellt, auf der Gerald Kriedner einige seiner letzten Bilder gemalt hat.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren