Kleinwenkheim
Jubiläum

In Kleinwenkheim steht die Feuerwehr ganz oben

Die Freiwillige Feuerwehr feierte ihr 140. Bestehen. Höhepunkte: Fahrzeugschau und die Oldtimerdrehleiter sowie Kabarett mit Oti Schmelzer.
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Ein Blick von oben auf den rote Flotte. Foto: Dieter Britz
Ein Blick von oben auf den rote Flotte. Foto: Dieter Britz
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Drei Tage lang stand der Stadtteil ganz im Zeichen seiner Feuerwehr, die ihr 140-jähriges Bestehen feierte. Eindeutige Höhepunkte des Festes waren die Fahrzeugschau auf dem Festgelände mit vielen interessanten Feuerwehrfahrzeugen, darunter einer Oldtimer-Drehleiter aus Schweinfurt und die Kabarett-Show mit Oti Schmelzer, der zahlreiche begeisterte Gäste aus der näheren und weiteren Umgebung anlockte.

Das Jubiläumswochenende begann am Samstagabend mit einem Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Nikolaus, den Monsignore Dr. Benno von Bundschuh zelebrierte. Nach dem Festzug zum Festgelände "Gock" und dem Bieranstich sorgten der Musikverein Kleinwenkheim und die Gaudi- und Partyband Würzbuam für die Musik im gut gefüllten Festzelt. Die groß angekündigte Fahrzeugschau sollte um 11 Uhr beginnen. Aber noch Minuten vorher war der große Festplatz völlig leer und einige Gäste wunderten sich schon ein wenig. Doch dann kündigte ein vielstimmiges lautes Konzert von Martinshörnern an, dass die Fahrzeuge unterwegs waren. Unter anderem aus Rannungen, Bad Neustadt, Großleibstadt, Maßbach, Großbardorf, Münnerstadt, Poppenlauer, Großwenkheim, Kleinwenkheim und von der Feuerwehr des Truppenübungsplatzes Hammelburg kamen sie.

Die 30-Meter-Drehleiter aus Schweinfurt, die als Blickfang in der Mitte des Platzes stand, ist schon ein Oldtimer und gehört einem Privatmann. Sie ist noch voll funktionsfähig, wird aber nicht mehr bei Ernstfällen, sondern nur noch bei Festen eingesetzt. Auch der BMW-Personenwagen mit Aufschrift "Werksfeuerwehr Dingolfing", aber Schweinfurter Autokennzeichen, gehört diesem Sammler, der den Wagen wieder originalgetreu hergerichtet hat.

Die Ulmer Firma Magirus GmbH, weltweit bekannter Hersteller von Feuerwehrfahrzeugen, hatte ein nagelneues HLF20 (Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug) geschickt - "weil uns der Nico Reuß so nett drum gebeten hat", so der Firmen-Vertreter.

Für die Männer der Freiwilligen Feuerwehr Münnerstadt dauerte das Fest keine zehn Minuten, denn ganz kurz nach der Eröffnung der Fahrzeugschau durch Bürgermeister Helmut Blank und Nico Reuß, einem der vier gleichberechtigten Vorstände des Kleinwenkheimer Feuerwehrvereins, mussten sie wieder einpacken und mit Blaulicht und Martinshorn abrücken. Sie wurden bei einem Verkehrsunfall zwischen Steinach und Premich, bei dem ein 33-jähriger Autofahrer ums Leben kam, gebraucht und waren mehrere Stunden im Einsatz.

Nico Reuß dankte allen, "die trotz Schwimmbadwetter gekommen sind und unser Fest mit ihren Fahrzeugen bereichern". Schirmherr Helmut Blank lobte: "Was hier auf die Beine gestellt worden ist, kann sich landkreisweit sehen lassen" und stellte fest, dass "einem Bürgermeister das Herz in die Hose rutscht bei den vielen teuren Fahrzeugen. Dem Feuerwehrmann schlägt das Herz höher".

Angesichts der Zahl der Einsätze allein am Wochenende werde deutlich, wie wichtig die Feuerwehren sind: Am Freitag ein Einsatz, am Samstag sogar drei, am Sonntag der Einsatz bei dem tödlichen Unfall.

Die Feuerwehrfrauen und-männer nutzten natürlich die Gelegenheit, sich beim Rundgang umzusehen und sich über die Ausrüstung der anderen Wehren zu informieren. Besonders interessant auch für Laien war zum Beispiel das Fahrzeug 11/1 der Feuerwehr Poppenlauer, das mit viel Elektronik bestückt ist und als Leitstelle zur Unterstützung bei Einsätzen im Markt Maßbach und Umgebung dient. "Wir haben unseren eigenen Strom" hieß es und "auf unserem Computer sind zum Beispiel die Hydrantenpläne gespeichert".

Auf dem Truppenübungsplatz Hammelburg gibt es eine eigene Berufsfeuerwehr. Sie war mit einem Fahrzeug, das speziell zur Bekämpfung von Waldbränden ausgerüstet ist, vertreten. Besonders interessierte viele Gäste die in Privatbesitz befindliche Oldtimer-Feuerwehrleiter, die noch immer voll funktionsfähig ist und auf 30 Meter ausgefahren werden kann. Von der Spitze der Leiter aus hatte man nicht nur einen herrlichen Blick auf das Festgelände, sondern auch auf die weitere Umgebung. Davon konnten sich sehr viele Festbesucher überzeugen.

Unter ihnen war auf der vierjährige Felix aus der Gemeinde Salz, der mit seinen Eltern zum Feuerwehrfest nach Kleinwenkheim gekommen waren. Zusammen mit seinem Vater unternahm er mutig die Fahrt nach ganz oben. Als er wieder festen Boden unter den Füßen hatte, meinte er nur ganz cool: "Das war schön., ich habe viel gesehen" und machte sich schnell auf den Weg zurück zum Sandhaufen, wo er mit anderen Buben und Mädchen spielte. Für sie gab es auch eine Hüpfburg und eine aufblasbare Rutsche, die beide sehr gut angenommen wurden.

Unter den Gästen, die am Sonntag einen Rundgang über den Festplatz machten, waren auch Kreisbrandmeister Erwin Below und die Kreis-Frauenbeauftrage Birgit Below. Beide betonten, dass solche Feste nicht nur eine Werbung für die Feuerwehr seien, sie würden auch die Kameradschaft stärken und dazu beitragen, dass sich die Wehrmänner auch über die Ortsgrenzen hinweg kennen. Das sei für größere Einsätze wichtig, "im Ort selbst kennen Sie sich ja untereinander gut". Beide lobten "die Kleinwenkheimer haben sich zu ihrem Jubiläum viel einfallen lassen".

Der Seniorennachmittag, das Kesselfleisch-Essen und schließlich die musikalische Unterhaltung mit den Rhöner Rucksack-Musikanten bildeten den Ausklang des Jubiläumsfestes der Kleinwenkheimer Feuerwehr.

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