Münnerstadt

In Geschichte eintauchen: Die Stadt als Lesebuch

Der Architekt Wolfgang Blümlein erklärt bei seiner Führung, wie viel Mittelalter in der Münnerstadt steckt.
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Zweieinhalb Stunden gefüllt mit Details und Anekdoten, die selbst Alteingesessene überrascht haben. Fotos: Kilian Düring
Zweieinhalb Stunden gefüllt mit Details und Anekdoten, die selbst Alteingesessene überrascht haben. Fotos: Kilian Düring
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"Fachwerk ist romantischer Kitsch!". Mit deutlichen Worten räumte Wolfgang Blümlein mit manchen liebgewonnenen Vorstellungen auf. Bei den meisten Münnerstädter Häusern sei nie geplant gewesen, dass das Fachwerk sichtbar ist, so der Architekt bei seiner Stadtführung im Rahmen der städtischen Besichtigungsreihe "oh!wieschönistmünnerstadt". Vielmehr wollte man mit der Verputzung den Eindruck eines teuren Steingebäudes erwecken und den Brandschutz erhöhen. Nur das Heimatspielhaus mit seinem Schmuckfachwerk stellt eine Ausnahme da.

Unter dem Motto "Was erzählt uns diese Stadt?" führte Blümlein aus, dass man eine Stadt lesen könne wie ein Buch. So wies er die zahlreichen Interessierten an einigen Häusern auf Details hin, an denen man erkennen könne, dass das Gebäude irgendwann umgebaut wurde, dass aus zwei Häusern eines oder umgekehrt ein Haus in zwei geteilt wurde. Selbst alteingesessene Münnerstädter erfuhren dabei noch manches Neue. So dürften den wenigsten schon einmal die Einschusslöcher aus dem Zweiten Weltkrieg aufgefallen sein, die am Alten Gymnasium noch zu sehen sind.

In über zweieinhalb Stunden führte die Tour durch die gesamte Altstadt. Dabei wurde deutlich, wie sich die Stadt über die Jahrhunderte hinweg immer wieder änderte und dem Zeitgeschmack angepasst wurde. Dennoch blieb vieles in der Grundsubstanz aus dem Mittelalter erhalten, wie vor allem die Keller der Gebäude. Vieles, was sehr alt wirkt, ist tatsächlich ziemlich neu - in Blümleins Worten unhistorisch, wie etwa die Pflasterung des Angers. Und manches, das eher unspektakulär aussieht, wie einige Häuser an der Hauptstraße, birgt eine spannende Baugeschichte. So gingen alle, die an der Tour teilgenommen hatten, um einige Erkenntnisse reicher nach Hause.

Ziel der nächsten Besichtigung in der Veranstaltungsreihe "oh!wieschönistmünnerstadt" ist am Donnerstag, 5. September der Rindhof, Maria Bildhausen. Beginn ist dort für alle Interessierten um 18.30 Uhr. red

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