Weichtungen
Wallfahrt

Hunderte pilgern an Maria Himmelfahrt zur Madonna

Bayernweit feiern die Katholiken den 15. August als den Feiertag "Maria Himmelfahrt" bzw. "Die Aufnahme Mariens in den Himmel".
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Wallfahrtsort an Maria Himmelfahrt: im Bild der Chorraum mit (links) Gnadenaltar der Kirche Fridritt.Philipp Bauernschubert
Wallfahrtsort an Maria Himmelfahrt: im Bild der Chorraum mit (links) Gnadenaltar der Kirche Fridritt.Philipp Bauernschubert
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Die Muttergottes wird verehrt als die Patronin von Bayern und ganz besonders auch als Herzogin von Franken. Überall sind an diesem Tag Wallfahrten, so auch nach Fridritt bei Münnerstadt. Das kleine beschauliche Dorf, dessen Schicksal über Jahrhunderte vom benachbarten Maria Bildhausen mitbestimmt wurde, ging in die Annalen als Pilgerort ein.

Die Wallfahrt "Zu unserer lieben Frau von Fridritt" hatte für die dortigen Bewohner eine große Bedeutung. Bis zur heutigen Zeit ziehen Gläubige aus den benachbarten Gemeinden, wie Brünn, Althausen, Wermerichshausen, Weichtungen und Kleinwenkheim zum frühgotischen Gnadenbild der "Madonna zu Fridritt". Die Besucher und Pilger sind angenehm überrascht von der stillen Pracht, der von 1734 bis 1740 erbauten Barockkirche. Vor allem zieht es die Wallfahrer zum Gnadenbild, wo in der Brust der 1,20 Meter großen Madonna hinter einem Bergkristall die Reliquien der Heiligen Margarethe eingelassen sind.

Die Wallfahrt hat eine lange Tradition und Bedeutung. Es spricht vieles dafür, dass hier schon im Mittelalter ein Bild der Muttergottes öffentlich verehrt wurde. Im Jahre 1550 werden nachweislich vier Marienfeste feierlich begangen. Nachdem im dreißigjährigen Krieg die Wallfahrten ausfielen, zogen nach Kriegsende erneut immer mehr Gläubige in das kleine Dorf. Aus den Jahren 1656/57 liegen Berichte von Erscheinungen und Heilungen vor. Für die immer größer werdende Pilgerschar reichte seinerzeit das kleine Kirchlein nicht mehr aus und wurde durch das heutige Gotteshaus ersetzt. Dadurch wurde auch die Wallfahrt neu entfacht. Heute kommen am Hauptwallfahrtstag und zugleich Patrozinium, Hunderte von Pilgern.


Gelöbnis aus der Zeit der Besatzung

Zur Wallfahrt erzählt Viktor Denner aus Weichtungen, dass diese 1945 vom damaligen Pfarrer Robert Braum, dem in Weichtungen eine Straße gewidmet ist, neu entfacht wurde. Braum war 1941 bis 1972 Pfarrer der damals noch selbstständigen Gemeinde Wermerichshausen, zu der auch Weichtungen zählte. Von Pfarrer Braum wurde gelobt, an allen Marienfeiertagen nach Fridritt zur Wallfahrtskirche zu pilgern. Dieses Gelöbnis rührte aus der Zeit, als die Amerikaner das Gebiet und die Region besetzten.

Am Fest Maria Himmelfahrt, 15. August, startet die Wallfahrt um 7.15 Uhr in Weichtungen. Ihr schließen sich die Pilger von Wermerichshausen um 8 Uhr an. Dann geht es mit Musik und Gesang durchs Wannigtal bis zur Kreuzung und Abzweigung nach Fridritt. Dort kommen die weiteren Prozessionen dazu, bevor um 9 Uhr die Eucharistiefeier in der Wallfahrtskirche mit Pfarrer Prof. Dr. Dr. Anton Schilhan zelebriert wird.


Kaum von der Wallfahrt aus Fridritt zurück, findet um 17 Uhr an der "Ransbachgrotte" in der Gemarkung Weichtungen am Fest "Maria Himmelfahrt" traditionell eine Andacht, organisiert vom Pfarrgemeinderat und der Kirchenverwaltung Maßbach, statt. Mit Gebeten, Fürbitten und Marienlieder gesungen und gespielt erweisen die Besucher der Patronin Bavaria ihre Ehrerbietung. Im Anschluss findet ein gemütliches Beisammensein statt. Für Speisen und Getränke hat der Veranstalter bestens vorgesorgt.


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