Maßbach
Gemeinderat

Hangabsicherung in Maßbach wird deutlich teuer als geplant

Die Mehrausgaben sind nachvollziehbar, deshalb erteilte der Gemeinderat seine Genehmigung.
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Die Hangabsicherung der Parksiedlung ist weit fortgeschritten. Im Dezember  soll die Asphaltdecke auf die Fahrbahn aufgebracht werden. Die 25  Zentimeter starke Spritzbetonplatte, die das Abrutschen der Straße  verhindern soll, ist zusätzlich im Erdreich verankert. Foto: Dieter Britz
Die Hangabsicherung der Parksiedlung ist weit fortgeschritten. Im Dezember soll die Asphaltdecke auf die Fahrbahn aufgebracht werden. Die 25 Zentimeter starke Spritzbetonplatte, die das Abrutschen der Straße verhindern soll, ist zusätzlich im Erdreich verankert. Foto: Dieter Britz
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Die Absicherung des Hanges in der Parksiedlung in Maßbach wird nach bisherigem Stand um rund 67.000 Euro teurer als geplant - das sind zwölf Prozent. Uwe Hartwieger und Daniel Callies vom Ingenieurbüro für Bauwesen Hatwieger in Üchtelhausen präsentierten dem Marktgemeinderat die bisher angefallenen Baukosten für die Hangabsicherung. Das Angebot der Baufirma sah 559.000 Euro vor. Die Mehrausgaben betragen 181.000 Euro, die konnten allerdings durch Einsparungen in Höhe von 114.000 Euro teilweise wieder ausgeglichen werden. Die beiden Ingenieure begründeten die Differenzen ausführlich.

Die Einsparungen kamen unter anderem dadurch zustande, dass auf Vorschlag der Baufirma Fertigteile verwendet wurden. Die 25 Zentimeter dicke Spritzbetonschale, die das Abrutschen des Hanges verhindert, wird mit sogenannten Mikropfählen statt mit Nägeln im Erdreich befestigt. Auch das spart Geld.

Die Mehrkosten entstanden unter anderem, weil Wurzelstücke von längst gefällten Bäumen ausgegraben werden mussten. Außerdem wurden unerwartet alte Fundamente gefunden, die ebenfalls entfernt werden mussten. Als die Parksiedlung in den 1950er Jahren gebaut wurde, nahm man es offenbar nicht so genau und verwertete Bauschutt, auch alte Eisenstangen und Ähnliches wurde eingegraben. Der jetzt wieder abgegrabene Boden enthält Schadstoff und wurde in die Schadstoffklasse "Z1" eingestuft. Er konnte deshalb nicht normal verwertet werden, was Mehrkosten verursacht. Es mussten wesentlich mehr Betonstahlplatten für die Spritzbetonschalen als eingeplant verwendet werden, wodurch sich dafür die Kosten verfünffachten. Das Abbrechen von Fundament-Resten war mit 400 Euro veranschlagt, über 22.000 Euro sind es geworden.

Die bisher angefallenen 67.000 € Mehrkosten wurden vom Gemeinderat einstimmig anerkannt. Auf die Frage, ob die Bewohner der Parksiedlung an Weihnachten mit schmutzigen Gummistiefeln in die Kirche gehen müssten, hieß es, dass Anfang Dezember die Asphaltdecke aufgetragen wird.

Die Baugenehmigung zur Generalsanierung und Erweiterung der evangelischen Kindertagesstätte in Maßbach war eigentlich unstrittig. Die Kita soll generalsaniert und durch einen Anbau Platz für eine dritte Regelgruppe geschaffen werden. Der Förderantrag liegt zurzeit bei der Regierung von Unterfranken. Wie hoch die Förderung sein wird, ist zurzeit noch unklar. In den Sitzungsunterlagen heißt es, dass dieses Thema nochmals im Marktgemeinderat behandelt und dann endgültig über die Durchführung beschlossen wird. Geplant ist ein zweigeschossiger Anbau von elf mal 18 Meter Größe. Marktgemeinderat Diethard Dittmar (SPD) kritisierte die geringe Zahl von sechs Stellplätzen, die nicht einmal für die Mitarbeiter ausreichend sei, "und wenn die Eltern ihre Kinder abholen gibt es dort oben Chaos". Bürgermeister Matthias Klement meinte dazu "wir werden das nochmals mit der Kirche verhandeln". Schließlich wurde der Bauantrag genehmigt und beschlossen, dass weitere Parkplätze auf dem gegenüberliegenden Grundstück, das der Gemeinde gehört, geschaffen werden sollen. Nur Diethard Dittmar stimmte nicht zu.

Die Gemeinde tritt dem Verein "Bündnis Hamelner Erklärung e.V." bei und zahlt dafür einen Beitrag von 1000 Euro. Dieser Verein ist die gemeinsame Interessenvertretung der von der Stromtrasse Suedlink betroffenen Landkreise und Gemeinden. Einzelne Landkreise, Städte und Gemeinden hätten bei diesem Vorhaben allein nur eine äußerst schwache Position. Gemeinsam sei das Bündnis in der Lage, den berechtigten kommunalen Forderungen Nachdruck zu verleihen, heißt es in einem Brief von Landrat Thomas Bold, der Vorsitzender des Ausschusses Suedlink ist. "Es macht Sinn, dass wir uns anschließen, wir brauchen Unterstützung" sagte Bürgermeister Klement. "Die 1000 Euro sind gut angelegt" ergänzte Marktgemeinderat Jürgen Müller (FBUU).

Der Marktgemeinderat billigte schließlich auch die Jahresrechnung für 2016 einstimmig (ohne den Bürgermeister, der nicht stimmberechtigt ist). Dem Ausschuss waren einige kleinere und größere überplanmäßige Ausgaben aufgefallen. Fragen tauchten auf, wer die Energiekosten für die Dorfhalle in Weichtungen trägt oder warum Ausgaben aus dem Jahr 2015 erst 2016 gebucht wurden. Der Marktgemeinderat gab sich mit den Erklärungen der Verwaltung zufrieden und genehmigte die Jahresrechnung einstimmig. Diskussionen und Kritik gab es jedoch, weil der Bericht des Rechnungsprüfungsausschusses das Datum vom April 2018 trägt und erst jetzt auf die Tagesordnung kam. "Das hängt eventuell mit Umstellungen und Schulung zusammen, das ist aber zu lang. Das darf nicht so lang dauern" räumte Matthias Klement ein.

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