Thundorf
Gratulation

Glasscherben brachten Glück

Gastwirtin Wilhelmine (Helmi) Braun feiert am Freitag, 21. August, in Thundorf ihren 75. Geburtstag.
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Gastwirtin Wilhelmine (Helmi) Braun feiert am Freitag, 21. August, in Thundorf ihren 75. Geburtstag. Sie erinnert sich gern, wie alles anfing und was sie so erlebt hat.  Foto: Philipp Bauernschubert
Gastwirtin Wilhelmine (Helmi) Braun feiert am Freitag, 21. August, in Thundorf ihren 75. Geburtstag. Sie erinnert sich gern, wie alles anfing und was sie so erlebt hat. Foto: Philipp Bauernschubert
Die "Mutter" wie sie auch im Ort genannt wird, kann auf ein abwechslungsreiches Leben mit Höhen und Tiefen zurückblicken. Überall und bei jeder Gelegenheit erzählt die heutige Jubilarin gerne von ihrer Vergangenheit und findet bei den Gästen des "Gemütlichen Eckerls" oder bei anderer Gelegenheit immer reichlich interessierte Zuhörer.
Geboren wurde "Helmi" am 21. August 1940 als Tochter von Jakob und Else Rodenberger in Bingen am Rhein. Nachdem ihr Vater am 17. September 1944 starb und Bingen vollständig ausgebombt war, zog sie im Januar 1945 mit ihrer Mutter nach Münnerstadt. "Ich habe da als Kind mit gut vier Jahren den schrecklichen Zweiten Weltkrieg noch miterlebt", erinnert sie sich.


Im gemütlichen Eckerl

Nach dem Besuch der Volksschule in Münnerstadt, begann die heutige Jubilarin bei der Konsumgenossenschaft in Schweinfurt eine Lehre, die sie mit der Abschlussprüfung abschloss. Der Konsum war dann zwölf Jahre lang ihr Arbeitgeber.
"Helmi" wuchs heran und lernte "ihren Gustav" auf kuriose Weise kennen: Die Kolpingfamilie Thundorf war auf Fahrt in Wien, mit dabei eine Frau, die Helmi kannte.Diese Frau erfuhr von Anton Friedrich, dass der Gastwirt Gustav Braun aus Thundorf Junggeselle und auf Brautschau war und gab diese Information an Helmi weiter. Friedrich nahm schließlich die Helmi eines Tages mit ins Gemütliche Eckerl zum Federweißenabend. Bei diesem ersten Treffen fiel ihr im Gastraum ein Glas auf den Boden, das sie aufwischte. Das entlockte dem Vater von Gustav, Heinrich Braun, die Aussage: "Die konnste gkeier, die putzt dr die Wirtschoft". Es dauerte nur bis zum 4. Januar 1966 als die beiden dann vor den Traualtar traten. Aus der Ehe gingen drei Kinder und sieben Enkelkinder hervor.


Hilfsbereit und fröhlich

Die Kolpingfamilie war zu dieser Zeit der Vorzeigeverein in Thundorf. Dessen langjähriger Vorsitzender war Gustav, tatkräftig unterstützt von seiner Helmi. Ferner war die Jubilarin 40 Jahre Ortsbäuerin, 22 Jahre für den Kirchenschmuck und 30 Jahre für den Erntealtar verantwortlich.
Mit großer Leidenschaft packte sie ferner Hilfspakete für Rumänien, die DDR, Polen oder Indien und hat dadurch auch viele Freunde gefunden. Wenn es irgendwie ging, Humor und Frohsinn zu vermitteln, war die Jubilarin dabei. Das gelang vor allem auch bei ihren Auftritte an Fasching und bei den Seniorennachmittagen.
Worüber sich Wilhelmine Braun ganz besonders freut ist, wenn heute noch Gäste und Bekannte über die Straße rufen: "Mutter wie geht's?" Natürlich war nicht das ganze Leben ein Höheflug. Als negativ in ihrem Leben führt Helmi an: "Ich bin ohne Vater aufgewachsen und habe sehr früh viele Entscheidungen alleine fällen müssen".
Heute zu ihrem Jubeltag gratulieren nicht nur die Kinder und Enkel, sondern sicherlich viele Freunde, Bekannte und Weggefährten. Ein Wunsch von Wilhelmine ist es, dass sie und ihr Gustav am 4. Januar 2016 ihre Goldene Hochzeit feiern können.



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