Geschichte

Gewölbekeller im Königshofens Museum wird zum Ausstellungsraum

Im Eingangsbereich des grundlegend sanierten Museum Schranne in Bad Königshofen wird ab Mitte kommenden Jahres das Grabfeld präsentiert.
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Im Gewölbekeller des Museum Schranne in Bad Königshofen soll ein Ausstellungs- und Veranstaltungsraum entstehen. Sonderausstellung zum Thema "Grabfeld" und Präsentationen der Archäologischen Staatssammlungen könnten hier stattfinden. Foto: Hanns Friedrich
Im Gewölbekeller des Museum Schranne in Bad Königshofen soll ein Ausstellungs- und Veranstaltungsraum entstehen. Sonderausstellung zum Thema "Grabfeld" und Präsentationen der Archäologischen Staatssammlungen könnten hier stattfinden. Foto: Hanns Friedrich
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Wegen der Präsentation des Grabfelds war Kulturdirektor, Bezirksheimatpfleger Klaus Reder, bei einer Besprechung der Verantwortlichen im Kulturarsenal Darre in Bad Königshofen.

Ihm war es ein besonderes Anliegen, Wechselausstellungen zu integrieren, um die Besonderheiten des Grabfelds zu präsentieren. Im Eingangsbereich des Museums Schranne wird es künftig nicht nur den Kassenbereich geben, sondern auch den "Treffpunkt Grabfeld". Hier sind jedoch keine Vitrinen oder Stellwände für Ausstellungen vorgesehen. "Was ist mit dem Gewölbekeller?", wollte der Bezirksheimatpfleger wissen. Hier sei ein Bereich von etwa 100 Quadratmetern vorhanden, sagten Jürgen Hess, zuständig für die Planung, sowie Frank Geiger, Diplom-Kommunikationsdesigner der Firma "Space 4". Sonderausstellungen wären kein Problem, allerdings muss dazu nun der Gewölbekeller entsprechend beplant werden.

Problemloser Zugang

Wie Bürgermeister Thomas Helbling in Erfahrung brachte, ist auch die Prähistorische Staatssammlung München, neben Landkreis Rhön-Grabfeld und Stadt Bad Königshofen, Träger der Einrichtung, an Sonderausstellungen interessiert. Der Vorteil für einen Ausstellungs- und Vortragsraum im Gewölbekeller ist der problemlose Zugang für Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte über den Aufzug, der in das Kellergewölbe führt. Der Bezirksheimatpfleger kann sich vorstellen, dass Sonderausstellungen neben der Prähistorischen Staatssammlung auch von der Allianz Grabfeldgau, der Stadt Bad Königshofen sowie dem Verein für Heimatgeschichte im Grabfeld "bespielt" werden.

Kulturdirektor Klaus Reder erfuhr von Jürgen Hess und Frank Geiger mehr über die Planungen für das gesamte Museum und, dass die Staatssammlung lediglich das erste und zweite Stockwerk nutzen wird. Wie der "Treffpunkt Grabfeld" im Eingangsbereich aussehen könnte, müsse noch erarbeitet werden. Der Bezirksheimatpfleger nannte die Gaueinteilungen zu Zeiten Kaiser Karls des Großen, den Sprachraum und den geographischen Raum im fränkischen thüringischen Grabfeld.

"Grabfeld Treffpunkte" vorgestellt

Jürgen Hess erwähnte dazu das Grabfeld Modell und eine möglichen Bespielung eventuell zu den Themen: Das Grabfeld früher und heute - der Dreißigjährige Krieg und das Grabfeld - die Zeit der fürstbischöflichen Festung und das evangelische Thüringen sowie Auswirkungen des einst geteilten Deutschland auf das Grabfeld. Weiterhin könnte man auf Bräuche, Trachten, Speisen und Sprache eingehen. Vorgesehen ist anhand einer historischen Landkarte an der Medienwand, die Grenzen des früheren Grabfeldgaues, die bis Fulda, Schweinfurt, den Haßbergen und Meiningen reichten, zu zeigen. Vorgestellt wurden in der Besprechung die neun geplanten "Grabfeld Treffpunkte". Dazu gehört in Großeibstadt das Schmiedstor, der Badesee in Irmelshausen, der Grenzwanderweg bei Trappstadt, der Bayernturm in Sternberg, das Waldgebiet Mönchsholz in Herbstadt sowie in Aubstadt die eintausendjährige Eiche mit dem Lehrgarten des Obst- und Gartenbauvereins. In Kleinbardorf gibt es das Wasserschloss mit Skulpturenweg, in Sulzfeld das Schloss und den großen Badesee als Freizeiteinrichtung. Bad Königshofen hat das Turmmuseum mit dem Türmer und die historische Stadt. Im Museum soll an einer großflächigen Medienwand auf diese Ausflugsmöglichkeiten verwiesen werden. Außerdem gibt es in Filmen und Bildern, sowie Diagrammen weitere Informationen mit geografischen und historischen Inhalten, sagte Regionalmanagerin Ursula Schneider, verantwortlich für die Leader-Mittel.

Eine Frage der Förderung

Damit konnte sich Bezirksheimatpfleger Klaus Reder nicht anfreunden. "Das ist Tourismus und keine reine Museumsarbeit und bedeutet, dass eine Förderung durch den Bezirk nicht mehr möglich sein wird." Für ihn müsse Museumsarbeit erkennbar sein. Dazu gehören Exponate, die auf das Grabfeld verweisen. Historische Führungen, Dialektabende und Trachtenausstellungen brachte Kulturdirektor Klaus Reder als Gegenpole ins Gespräch. Bräuche, Feste, Religion, der israelitische Friedhof, Künstler und Persönlichkeiten des Grabfeldes könnten weitere Themen sein. Eingebunden werden sollen Kinder und Jugendliche durch museumspädagogische Angebote, sagte Anne Kraft vom Sachgebiet digitale Museumsarbeit im Bezirk Unterfranken. Da sei der Hofbereich mit den Gruppenräumen ideal.

Wichtig nannte es Klaus Reder, dass ein Gremium gebildet, Jahresprogramme entwickelt und durchgeführt werden. Dafür sollte ein Budget sowie eine feste Facharbeitsgruppe entstehen und zwar in Verbindung mit der Kulturagentur des Landkreises Rhön-Grabfeld und Kulturträgern. "Nachhaltigkeit ist ganz wichtig!" - Er verwies auf das Motto der Allianz Grabfeldgau "Schätze heben im Grabfeld". Dies sollte im neuen Museum umgesetzt werden.



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