Rannungen
Bauvorhaben

Generalsanierung: Die Zeit drängt

Der Rannunger Gemeinderat steht bei der Generalsanierung der Mehrzweckhalle unter Zeitdruck. Knapp drei Millionen Euro wird sie kosten - wenn es schnell geht, mit Förderung.
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Die Rannunger Mehrzweckhalle (im Vordergrund, hinten der Wasserturm) soll  saniert werden. Bis September müssen die Pläne eingereicht sein, damit die  Gemeinde in den Genuss von Förderung durch die EU kommen kann. Dieter Britz
Die Rannunger Mehrzweckhalle (im Vordergrund, hinten der Wasserturm) soll saniert werden. Bis September müssen die Pläne eingereicht sein, damit die Gemeinde in den Genuss von Förderung durch die EU kommen kann. Dieter Britz

Der Rannunger Gemeinderat steht bei der geplanten Generalsanierung der Mehrzweckhalle erheblich unter Zeitdruck. Das betonte Bürgermeister Fridolin Zehner (CSU), als in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates die beiden Schweinfurter Architekten Günther und Sebastian Pollach ihre Pläne vorstellten. Sie müssen bis zum September genehmigt sein, damit das Vorhaben in das ELER-Förderprogramm (europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums) aufgenommen wird. Es sei nicht sicher, ob es diese Förderung im kommenden Jahr noch einmal gibt, so Zehner. Deshalb eilt es. Er erhofft aus Brüssel rund 600 000 Euro. "Ob das so realisiert werden kann, ist noch offen. Versuchen müssen wir es" , betonte der Bürgermeister und "wir sind weiter auf der Suche nach Fördermitteln. ELER ist etwas wenig".

Barrierefrei geplant

Die beiden Architekten gaben einen ersten Überblick, wie es in der Halle nach der Generalsanierung aussehen könne. Alles soll barrierefrei werden. Die bisherigen WCs werden Putz- und Abstellkammern. Es soll eine große, offene Bewirtungsküche geben. Die Prallwand an der hinteren Stirnseite der Halle soll abgeklappt werden können und dann als Bühne dienen. Auf eine Frage von Gemeinderat Harald Klopf (Rannunger Bürgerliste), der gegen Flachdächer Bedenken anmeldete, hieß es: "Das ist ein flach geneigtes Dach mit Folie, kein Flachdach". Auf eine Halle mit 400 Quadratmetern könne man kein Pultdach bauen, das sei 30 Prozent teurer. Sie betonten: "Wir haben keine Bauchschmerzen, wir können sagen, dass Foliendächer dicht sind" und versprachen "für die nächsten 40 Jahre Ruhe mit dem Foliendach".

Kreditaufnahmen nötig

Die genauen Kosten der Generalsanierung der Halle stehen noch nicht fest. Genannt wurden etwa 2,8 Millionen Euro. "Wenn es gut läuft, sind 600 000 Euro Förderung möglich. Was dem Sport dient, ist bei ELER nicht förderungsfähig", sagte der Bürgermeister. Er betonte mehrfach, dass die genehmigten Pläne bis September eingereicht werden müssen. Vorher müsse unter anderem noch zur Beteiligung der Öffentlichkeit eine Bürgerversammlung stattfinden. "Ob uns das Landratsamt die für die Sanierung nötige Kreditaufnahme genehmigt, das ist der Knackpunkt", so Fridolin Zehner. "Wir brauchen eine schnelle Entscheidung, aber zuvor brauchen wir einen Gemeindehaushalt", ergänzte Gemeinderat Joachim Weigand (CSU).

Für die Fachplanung der technischen Ausrüstung der Mehrzweckhalle braucht das beauftragte Planungsbüro eine Befahrung der Abwasserleitungen der Halle. Diese vergab der Gemeinderat an eine Firma aus Gochsheim für 4037 Euro.

Eine siebenseitige Beschlussvorlage bekam der Gemeinderat wegen der geplanten Höchstspannungsleitung, die möglicherweise auch Rannungen direkt tangiert. Darin heißt es zum Beispiel, dass dem Aussiedlerhof Dömling "der umfangreiche Baubetrieb oder Bauverkehr in gar keiner Weise zugemutet werden könnte". Wenn die Trasse östlich der Autobahn verlaufe, würde eine Erweiterung des Gewerbegebietes in dieser Richtung eingeschränkt oder verhindert. Deshalb müsse die Planungs-Alternative vier, die besser geeignet sei, wieder berücksichtigt werden. Bürgermeister Zehner wies darauf hin, dass Gemeinden und Privatleute noch bis 24. Juni bei der Bundesnetzagentur Stellungnahmen abgeben können. Harald Klopf forderte, den Wald-Schutz mehr in den Vordergrund zu stellen und Fridolin Zehner merkte an, dass "ein Aussiedlerhof kein wichtiger Hinderungsgrund ist, da ist ein Feldhamster wichtiger". Entschieden wurde noch nichts, denn in der nächsten Sitzung wird eine Vertreterin des Netzbetreibers Tennet erwartet, die Rede und Antwort stehen soll.

Boden belastet: Mehrkosten

Die Bauarbeiten auf dem Schul- und Kirchhof werden teurer als geplant. Die beauftragte Firma meldete Mehrkosten in Höhe von knapp 178 000 Euro an. Der größere Teil davon entstand durch die Entsorgung des ausgehobenen Bodens, der mit Schadstoffen belastet ist. "Wir können das nicht ändern, das ist nur zur Kenntnis", so Bürgermeister Zehner.

Die Errichtung eines Tagespflegeheimes stand bereits mehrfach auf der Tagesordnung. Caritas und Diakonie lehnten es allerdings ab, die Trägerschaft zu übernehmen. Für alle weiteren Planungen hinsichtlich Bau, Statik usw. sei ein Bodengutachten notwendig, hieß es in der Beschlussvorlage zu diesem Thema. Die Kosten würden deutlich unter 2000 Euro liegen. Die Verwaltung bekam den Auftrag, Angebote einzuholen. Fridolin Zehner wurde ermächtigt, den Auftrag an die Firma mit dem wirtschaftlichsten Angebot zu vergeben. Er teilte mit, dass im nichtöffentlichen Teil der Sitzung "über das weitere Verfahren noch mehr" beraten werde.

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