Kleinwenkheim
Musik

Geheimtipp der Metal-Freunde

Anfang September verwandelt sich Kleinwenkheim zum Mekka der fränkischen Metal-Szene. Das Bonebreaker-Festival ist ein Event von Fans für Fans.
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Da geht die Post ab: Bonebreater-Festival 2016. Foto: Archiv/Björn Hein
Da geht die Post ab: Bonebreater-Festival 2016. Foto: Archiv/Björn Hein
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Kleinwenkheim ist eigentlich ein beschaulicher Ort. Das Leben geht hier seinen Gang, jeder kennt jeden und allzu viel Überraschung gibt es im Dorfleben normalerweise auch nicht. Doch mit der Ruhe wird es bald vorbei sein: wummernde Bässe und schnelle Gitarrensoli werden Anfang September Kleinwenkheim zum Mekka der fränkischen Metal-Szene machen. Wenn die "Knochenbrecher" auftauchen, dann erbebt der Gock und die Fans beim Bonebreaker-Festival werden wieder voll auf ihre Kosten kommen.


Man kennt sich

Zahlreiche Bands werden die verschiedenen Facetten des Metal ausgiebig beleuchten und zeigen, was sie so alles drauf haben. Vom Underground bis zur Szenegröße ist alles geboten, so dass für Abwechslung gesorgt sein wird. Es ist eben ein Festival von Fans für Fans, deshalb ist die Atmosphäre hier auch sehr familiär - man kennt sich halt.
Bevor sich die Metal-Szene am 1. und 2. September in Kleinwenkheim trifft, gibt es aber noch einiges vorzubereiten. Organisator und selbst "Schwermetaller mit Leib und Seele" ist Daniel Buld. Er hat die Bands sowie das ganze Drumherum organisiert. Natürlich stehen ihm beim Festival zahlreiche Helfer zur Verfügung, die alle aus dem näheren und weiteren Umkreis kommen. "Meist haben wir uns auf Konzerten kennengelernt. Wir sind alle sehr musikbegeistert und wollen hier für ein schönes Festival sorgen", so Buld. Der 39-jährige spielte früher selbst in Bands wie Hatred am Schlagzeug. 2013 hatte er beim Bonebreaker-Festival sogar einen Live-Auftritt, heuer wird er die Auftritte aber im Zuschauerraum genießen, sofern er dazu die Zeit findet.
Das Bonebreaker-Festival hat sich mittlerweile fest etabliert und ist so etwas wie ein Geheimtipp in der süddeutschen Metalerszene. 2013 wurde es als Nachfolger des legendären "Queen of Metal" ins Leben gerufen. Seither treffen sich die Knochenbrecher am 1. Septemberwochenende am Gock in Kleinwenkheim, um den verschiedenen Spielarten des Metals zu huldigen. Dabei gilt für Daniel Buld immer das Motto: nach dem Festival ist vor dem Festival. Denn die ersten Gespräche mit Bands wegen eines Auftritts im nächsten Jahr wurden schon geführt. Und natürlich muss auch wieder die Location für das Festival angemietet, die Soundanlage besorgt werden und und und.
"Doch es macht einfach Spaß, hier gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen und zu sehen, dass es sehr gut angenommen wird", freut sich Daniel Buld. Für ihn ist das Festival reines Hobby, und da der Metal zu seinem Leben gehört, wollen er und die Helfer den Fans auch etwas zurückgeben für all die schönen Momente, die man mit dieser Musik gemeinsam verbringen durfte. Buld selbst begann bereits mit neun Jahren Schlagzeug zu spielen und war seit 1995/96 Mitglied in unterschiedlichen Bands. Besonders freut den Sulzfelder, dass die örtliche Bevölkerung dem Bonebreaker-Festival sehr positiv gegenübersteht. Beschwerden habe es bisher überhaupt keine gegeben, ganz im Gegenteil: "Viele Kleinwenkheimer kommen zu uns und genießen die Musik, die Akzeptanz hier ist super. Auch das trägt natürlich zur familiären Atmosphäre des Festivals bei", freut sich Buld.


Die Chemie stimmt

Die Chemie zwischen Zuschauer, Bands und Helfern stimmt einfach, so dass Buld von einem "Szene-Familientreffen" spricht. "Es geht hier sehr entspannt zu. Das Wichtigste beim Festival ist die Musik, auf ein großes Rahmenprogramm wird verzichtet".
Bei den Bands gibt man eher kleineren und noch unbekannten eine Chance, vor großem Publikum ihr Können zu zeigen. Es wird viel Wert darauf gelegt, auch den regionalen Kombos aus dem Underground eine Chance zu geben. "Aber wir haben natürlich auch ein paar Topacts, wie beispielsweise die Thrash-Metal-Band Cripper aus Hannover", erklärt Buld. Und bei dieser Band zeigt sich auch, dass Metal keine Männerdomäne ist, sondern auch Frauen sich mit dieser Musik identifizieren. So ist bei den Crippers Britta Görtz für den Gesang zuständig, und dass sie dabei auch ordentlich abgeht, zeigt sich auf einem Video, das auf der Homepage des Bonebreaker-Festivals zu sehen ist. Für Abwechslung ist auf jeden Fall gesorgt, denn bei den Knochenbrechern werden die unterschiedlichsten Spielarten des Metals gezeigt. "Das Konzept funktioniert wirklich super und die Zuschauer sind in jedem Jahr erneut begeistert", weiß Buld zu berichten. Rund 600 Besucher erwartet man in diesem Jahr, unter diesen sind natürlich sehr viele Stammgäste. Zumeist kommen sie aus Franken, Thüringen und Osthessen, aber auch aus dem Ruhrpott, aus Hannover und Berlin werden Besucher erwartet. Die Bands kommen dabei aus ganz Deutschland.
Im Moment ist Daniel Buld im Dauereinsatz: "Beim Festival werde ich dann annähernd 24 Stunden auf den Beinen sein, aber das macht nichts: mir macht das alles sehr viel Spaß", sagt Buld gut gelaunt. "Keep on rocking" lautet dabei die Devise: denn die Veranstaltung soll auch in den nächsten Jahren fortgeführt werden. Weitere Informationen gibt es unter http://bonebreaker-festival.com.
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