Münnerstadt
Projekt

Für den Kulturwanderweg ist Bürgerengagement gefragt

Der Stadtrat hat sich für die Schaffung eines Kulturwanderweges im Stadtgebiet ausgesprochen. Zum Infoabend kamen lediglich 20 Bürger. Aber gerade die sind notwendig, um die Idee zu verwirklichen.
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Tafeln wie hier an der Ruine Michelsberg sollen auch am künftigen Kultur-Wanderweg zu finden sein. Nicht nur historische, sondern auch aktuelle Informationen, wie über die Windräder können für den Wanderer von Interesse sein.Hartmut Hessel
Tafeln wie hier an der Ruine Michelsberg sollen auch am künftigen Kultur-Wanderweg zu finden sein. Nicht nur historische, sondern auch aktuelle Informationen, wie über die Windräder können für den Wanderer von Interesse sein.Hartmut Hessel
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Sind 20 relevant für Zukunftsprojekte? Zeigt die Anzahl der anwesenden Bürger großes Interesse oder Desinteresse an einem möglichen Kulturwanderweg im Münnerstädter Stadtgebiet? Diese Frage bestimmte eine ganze Zeit lang den Diskussionsteil einer Veranstaltung im Rathaus, zu der die Kulturabteilung der Stadt Münnerstadt alle Vereine und die in der Öffentlichkeit Tätigen eingeladen hatte. Der Referent des Abends wurde in der Begrüßung von Bürgermeister Helmut Blank (CSU) vorgestellt, verbunden mit dem Wunsch an die Versammelten, der Empfehlung des Stadtrats zu folgen und in den nächsten ein bis zwei Jahren einen Kulturwanderweg im Stadtgebiet zu entwickeln.

Dr. Gerrit Himmelsbach gehört der Vereinigung Archäologisches Spessart Projekt an, einer Arbeitsgemeinschaft beim Geografischen Institut der Universität Würzburg. Der Spessart war Ausgangspunkt einer Initiative, deren Kern die Erklärung von Lebensverhältnissen im engeren Wohn- und Arbeitsumfeld ist. Dr. Himmelsbach zeigte anhand verschiedener Beispiele den Zeitraum und die Möglichkeiten zur Schaffung eines Kulturwanderwegs auf. Die wesentliche Voraussetzung sei dabei die Mitarbeit der Bürger vor Ort: "Es liegt an den Menschen!", ob so eine informative und auch erholsame Bildungsrunde in der Gemeinde installiert werden kann.

Der Referent weiß wovon er spricht, denn bisher sind 101 Kulturwanderwege im und um den Spessart herum angelegt worden. Der älteste davon wird 20 Jahre alt, der jüngste ist erst seit kurzer Zeit eröffnet. Für Dr. Himmelreich ist der Einstieg in Münnerstadt eine Herausforderung, denn es fehlt die direkte Anbindung an den Spessart und damit fällt auch sein hessischer Tonfall mehr auf. Da aber auch Aschaffenburg zu Franken gehört und sich die Dialektgrenze im östlichen Spessart von Norden nach Süden zieht, fühlt er sich im "mainfränkischen" Sprachbezirk auch ganz wohl. Zumal der Bezirk Unterfranken das Projekt der Kulturwanderwege finanziell unterstützt.

Mehrsprachig erforderlich

Er verschweigt auch die derzeitigen Kosten nicht, circa 16 000 Euro für Markierungen, Informationstafel und Prospekte sind zu veranschlagen, wobei ganz bewusst auf mehrsprachige Texte Wert gelegt wird. Die Mitarbeit der Bürgerschaft ist deshalb so wichtig, weil die kleinen Geschichten um ein regionales Ereignis den Besuchern Landschaft , Bebauung und Lebensart bewusster machen. "Gerade was unterschiedlich ist, kann durch verbesserte Information zusammenführen", meinte Dr. Gerrit Himmelsbach zu manchmal unverständlichen, aus der Historie bekannten Animositäten in kleinsten Räumen.

Als Ideallänge eines Kulturwanderweges hat sich eine Strecke von etwa zwölf Kilometern herausgestellt, wobei auch ein Radwanderweg mal 35 Kilometer ausweisen kann. Es gibt kaum Vorgaben, um in das Projekt einzusteigen. Menschen, die entsprechendes Interesse mitbringen, sind dazu herzlich eingeladen. Wo der Kulturwanderweg in der Stadt Münnerstadt verlaufen wird, hängt von der Mitarbeit ab. Der Stadtrat hat dazu den Rahmen gezogen, jetzt liegt es an der Bürgerbeteiligung, diesen mit Inhalten zu füllen.

Touristische Aufwertung sinnvoll

Vorgaben dazu gibt es keine - zumindest keine offiziellen. Auf einer Wanderkarte ist unschwer zu erkennen, dass vorhandene ausgezeichnete Wanderwege sich hauptsächlich rund um den Stadtteil Münnerstadt nach Westen hinziehen. Somit wird als Ergebnis der Diskussion zunächst mal das nächste Treffen am Mittwoch, 17. Juli in Wermerichshausen stattfinden. Die Runde war sich ziemlich einig, dass im östlichen Stadtgebiet sehr interessante kulturelle Begebenheiten zu finden sein werden und auch eine touristische Aufwertung sinnvoll ist. Egal ob die dann von 20, von 5 oder von 50 Mitbürgern entwickelt wird. Dr. Himmelsbach und der Münnerstädter Projektleiter, Dr. Nicolas Zenzen sind optimistisch, denn die Ideensammlung ist bereits angelegt, man müsse nicht bei Null anfangen.

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