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Münnerstadt
Serie

Friedrich Abert: Vom Kurseelsorger und Professor zum Bischof

Hier lesen Sie eine weitere Folge der Serie "Straßennamen in Münnerstadt ", diesmal geht es um die Friedrich-Abert-Straße. Wer war dieser Friedrich Abert?
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Die Friedrich-Abert-Straße ist nach einem in Münnerstadt geborenen früheren  Erzbischof von Bamberg benannt.  Dieter Britz
Die Friedrich-Abert-Straße ist nach einem in Münnerstadt geborenen früheren Erzbischof von Bamberg benannt. Dieter Britz

Die Friedrich-Abert-Straße am Fuß des Michelsgrundes ist 530 Meter lang. Benannt ist sie nach dem Bamberger Erzbischof Friedrich Philipp Abert, dessen Vater Schneidermeister und Stadtkirchner (Kirchendiener) in Münnerstadt war. Geboren wurde er am 1. Mai 1852 in Münnerstadt. Er besuchte hier die königliche Lateinschule.

Im Jahresbericht über das Schuljahr 1864/65 wird er an 6. Stelle von 16 Schülern erwähnt. Außerdem bekam er den Preis für Religion. Nach dem Abitur am Gymnasium studierte er Philosophie in Passau und trat 1871 in das Würzburger Priesterseminar ein. Am 20. Februar 1875 empfing er die Priesterweihe und war anschließend in der Seelsorge tätig. Im Bericht über das Studiengenossenfest vom 9. bis zum 11. August 1880 steht in der Teilnehmerliste ein Kurseelsorger Fritz Abert aus Kissingen.

1881 wurde Abert Assistent am bischöflichen Klerikerseminar und promovierte 1882 zum Doktor der Theologie. Er zeichnete sich durch solche Gelehrsamkeit aus, dass er 1885 als außerordentlicher Professor für Dogmatik ans königliche Lyzeum in Regensburg und 1890 auf den Lehrstuhl für Dogmatik und Symbolik an der Würzburger Universität berufen wurde. Er war Dekan der theologischen Fakultät und Rektor der Universität.

Sein großes Vorbild blieb bei seiner gesamten Lehrtätigkeit stets der hl. Thomas von Aquin, über dessen Lehren er einige große Werke schrieb. Am 30. Januar 1905 wurde er von Papst Pius X. zum Erzbischof von Bamberg ernannt und am 1. Mai spendete ihm Franz Joseph von Stein, der Erzbischof von München und Freising, die Bischofsweihe. Sein Wahlspruch lautete "Caritate fortiter et suaviter" (durch Liebe stark und gütig).

Er gründete zahlreiche neue Pfarreien und baute neue Kirchen, insbesondere im Raum Nürnberg. Durch die Größe der Aufgabe wurde seine ohnehin nicht stabile Gesundheit frühzeitig aufgerieben, zumal es noch eine Reihe von Konfliktstoffen gab. Vor den Reichstagswahlen vom Januar 1907 geriet er in Konflikt mit der Politik, denn er missbilligte öffentlich die Zusammenarbeit des Zentrums mit den Sozialdemokraten. Ab 1908 war er schwer krank und starb am 23. April 1912 in Bamberg. Er wurde im Bamberger Dom am nördlichen Pfeiler des Westchores in einem Grabmal des Bildhauers Balthasar Schmitt beigesetzt.

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