Münnerstadt

Fluchtpläne und DDR-Gefängnisse

Thomas Raufeisen berichtete als Zeitzeuge von seinen Erlebnissen.
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Thomas Raufeisen steht vor einen Dokument, das Anklagepunkte gegen seinen Vater und eine bereits vorgesehene Haftstrafe enthält. Erich Mielke hatte dies abgezeichnet.  Foto: Valeria Silva Rodriguez
Thomas Raufeisen steht vor einen Dokument, das Anklagepunkte gegen seinen Vater und eine bereits vorgesehene Haftstrafe enthält. Erich Mielke hatte dies abgezeichnet. Foto: Valeria Silva Rodriguez

Einen besonderen Gast hatte das Philipp-von-Schönborn-Gymnasium Münnerstadt: Thomas Raufeisen, Jahrgang 1962, ist zurzeit einer der spannendsten Zeitzeugen der untergegangenen DDR. Er sprach vor Schülern der Oberstufe und der 9. Klasse.

Der studierte Vermessungsingenieur wurde 1979 vom eigenen Vater unter Vorspiegelung falscher Tatsachen in die DDR entführt - zusammen mit seiner Mutter und seinem Bruder.

Der Vater, Armin Raufeisen, war Auslandsagent der Auslandsspionage des MfS (Ministerium für Staatssicherheit). Die Kinder wussten davon nichts. Armin Raufeisen drohte entdeckt zu werden und setzte sich in den zweiten deutschen Staat ab. Schnell verlor die Familie im sozialistischen System die Lebensperspektive. Fluchtpläne zurück in den Westen scheiterten. Thomas und seine Eltern landeten schließlich in DDR-Gefängnissen.

Erst 1984 konnte Thomas Raufeisen das Land wieder verlassen. Seine Mutter kam 1989 nach, der Vater verstarb unter mysteriösen Umständen in der Haft.

Dokument

Thomas Raufeisen hatte ein Dokument des SED-Unrecht-Staates DDR in die Schule mitgebracht, das Anklagepunkte gegen seinen Vater und bereits die vorgesehene Haftstrafe (drei Jahre) enthält. Oben links hat Erich Mielke, Minister für Staatssicherheit, abgezeichnet: "einverstanden".

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