Maßbach

Faschingszug 2020 nüchtern betrachtet

Der Zugang zum Innerort wird beim Faschingsumzug in Poppenlauer strikt kontrolliert, um das Mitbringen von Alkohol zu verhindern. Der Marktgemeinderat beschloss dies einstimmig und ohne lange Diskussion.
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Der Umzug am Faschingsdienstag in Poppenlauer ist jedes Jahr ein  Besuchermagnet. Dieses Jahr werden die Besucher kontrolliert, um das  Mitbringen von Alkohol zu verhindern. Foto: Archiv/Thomas Malz
Der Umzug am Faschingsdienstag in Poppenlauer ist jedes Jahr ein Besuchermagnet. Dieses Jahr werden die Besucher kontrolliert, um das Mitbringen von Alkohol zu verhindern. Foto: Archiv/Thomas Malz
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Dass sich Kinder und Jugendliche beim Faschingsumzug und dem anschließenden Faschingstreiben in Poppenlauer sinnlos betrinken und es zu teils schweren Alkoholvergiftungen kommt, wie im letzten Jahr geschehen, soll sich keinesfalls wiederholen. Der Marktgemeinderat erließ deshalb in seiner ersten Sitzung im neuen Jahr eine Sicherheitsanordnung. Kernpunkt ist, dass der Zugang zum Innerort kontrolliert wird, um das Mitbringen von Alkohol zu verhindern.

Außerdem wurden Arbeiten in Höhe von knapp 38.000 Euro für die Untersuchung der historischen Synagoge vergeben, dafür werden 25.000 Euro Zuschuss vom Freistaat erwartet. Bürgermeister Matthias Klement (CSU) teilte zudem mit, dass die Gemeinde vom Freistaat 28.500 Euro als Ausgleich für die rückwirkend zum 1. Januar 2018 weggefallenen Straßenausbaugebühren bekommen hat.

Vertreter des Vereinsrings, der Polizei, des Roten Kreuzes und der Gemeinde hatten sich bereits kurz nach dem Umzug im letzten Jahr, der für reichlich negative Schlagzeilen gesorgt hatte, zusammengesetzt. Klar war schon damals, dass der Umzug auch dieses Jahr wieder stattfinden soll, allerdings ohne Alkohol-Exzesse. So kam es zu der vom Marktgemeinderat nun einstimmig und ohne lange Diskussion beschlossenen Sicherheitsanordnung. Sie sieht vor, dass es am Faschingsdienstag in der Zeit von 12 bis 23 Uhr Einlasskontrollen in den inneren Ortsbereich gibt. "Wir haben uns Informationen vom Rakoczy-Fest geholt und uns an die Formulierungen angelehnt", so der Bürgermeister. Zunächst ist der Bereich größer und umfasst auch den Umzugsweg, danach wird er auf den Platz, auf dem weiter gefeiert wird, konzentriert.

In die Tasche schauen

Neben den Ordnungskräften aus Poppenlauer soll auch die Polizei verstärkt präsent sein. Vor allem sollen an den Kontrollstellen Taschen untersucht werden, um das Mitbringen von Alkohol zu verhindern. "Wie ermittelt man, ob in den Cola-Flaschen Alkohol drin ist oder nicht?", wollte der Zweite Bürgermeister Wolfgang Rützel wissen. "Dass man nicht zu 100 Prozent verhindern kann, dass Alkohol reingeschmuggelt wird, ist klar", räumte Geschäftsleiter Frank Mauer ein. Wichtig sei, dass durch die Sicherheitsanordnung die Möglichkeit bestehe, dass Kontrollen durchgeführt werden. Die Kontrolleure dürften den Besuchern in die Tasche schauen und Alkohol abnehmen. Diese Sicherheitsanordnung soll nun, so Frank Mauer, "auf allen möglichen Kanälen verbreitet werden, damit jeder sie kennt". Bürgermeister Klement ergänzte: "Wir wollen die Zustände von 2019 nicht mehr haben, die Gesundheit der Jugend ist uns sehr wichtig." Marktgemeinderat Achim Bieber (Bürgerblock Poppenlauer) schließlich bekräftigte: "Die Kontrollen sind ein Riesenaufwand, aber der Faschingsumzug ist ein Aushängeschild für Poppenlauer."

Vorarbeiten starten bald

In nächster Zeit sollen die Vorarbeiten zur Sanierung der alten Synagoge in der Volkershausener Straße beginnen. Der Marktgemeinderat vergab Arbeiten für insgesamt knapp 38.000 Euro. Dafür sind 25.000 Euro Zuschuss zu erwarten. Im Einzelnen setzt sich diese Summe so zusammen: 22.000 Euro für Architektenleistungen zur Erstellung einer Machbarkeitsstudie, 6000 Euro für eine Befunduntersuchung an eine Restauratorin und Kunsthistorikerin, 4000 Euro für das Gebäudeaufmaß und knapp 6000 Euro für ein Tragwerksgutachten. "Ich war schockiert", kommentierte Matthias Klement, dass die Gemeinde nur 28.500 Euro als Ausgleich für weggefallene Straßenausbaugebühren, bekommt. Den Gemeinden seien Pauschalen versprochen worden, die einen großen Betrag ausmachen und den Wegfall weitgehend ausgleichen. "Das wirft uns ganz schön weit zurück" fürchtet er.

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