Münnerstadt
Fasching

Faschingsfez in Münnerstadt

Statt eines Umzugs sorgt der Gewerbeverein Kaufhaus Mürscht in der närrischen Zeit dafür, dass Kinder und Erwachsene mit Spaß durch die Altstadt ziehen.
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Die Polonaise ist immer der Knüller beim Faschingsfez auf dem Anger. Foto: Dieter Britz
Die Polonaise ist immer der Knüller beim Faschingsfez auf dem Anger. Foto: Dieter Britz
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Fetzige Karnevals- und Faschingslieder sind über den Anger und die angrenzenden Stadtviertel gehallt, es hat nach Glühwein und Bratwürsten gerochen: Der Gewerbeverein Kaufhaus Mürscht hatte zum vierten Faschingsfez geladen. Und viele kamen, nicht nur aus der Altstadt, sondern auch aus den Stadtteilen, den umliegenden Gemeinden und sogar aus Bad Neustadt.

Kindern und Erwachsenen machte der Faschingsfez wieder viel Spaß. "Wenigstens kommt damit mal ein klein wenig Fasching auch auf die Straße, nachdem es ja schon seit Jahren keine Umzüge mehr gibt", sagte eine ältere Dame, die extra mit ihrem Rollator zum Anger gekommen war.

Für die vielen zum Teil noch recht kleinen Kinder war der Faschingsfez eine willkommene Gelegenheit, schon einmal ihre Faschingskostüme zu probieren. Die Mädchen erschienen als Prinzessinnen, bunt geschmückte Blumenkinder, Schmetterlinge oder Ritterfräulein, die Jungen als stilecht ausstaffierte Feuerwehrmänner, als Ritter mit Rüstung und als Cowboys. Besonders fiel der kleine, gelbe Drache auf, der aber zum Glück kein Feuer spie.

Eine achtjährige Prinzessin erzählte stolz: "Das hat mir meine Oma genäht." Einem Cowboy mit Colt und Lasso hatte die Tante das Kostüm als Geburtstagsgeschenk finanziert. "Ich habe Anfang Februar Geburtstag, da weiß die Tante immer, was sie mir schenken kann" sagte der Zwölfjährige.

Auch einige Erwachsene hatten zumindest ihren Kopf geschmückt. Die Herren mit den Narrenmützen gehörten zum Elferrat der Kolpingfamilie. Vom Oberen Tor aus zogen die Kinder und Erwachsenen, begleitet von einigen Tänzerinnen der Elferrats-Garde und dem Elferrat, der den Faschingsfez von Kaufhaus Mürscht unterstützt, durch die Stadt. Die Feuerwehr übernahmen die Regelung des Verkehrs.

Auf der Veit-Stoß-Straße ging es bis zum Rathaus, einmal um das Gebäude herum und dann bis zum Anger. Dort hatte schon DJ Thomas Klemm, der bereits mehrmals beim Faschingfez dabei war, die ersten Musikstücke und Lieder aufgelegt. Aus den überdimensionalen Lautsprechern tönten alte und neue Schlager von "Hey, hey Baby" bis zum Faschingsklassiker "Die Polonaise aus Blankenese". Das war die Initialzündung für eine Polonaise zahlreicher Kinder und vieler Erwachsener quer durch den Platz.

"Wir wollten eigentlich nur einen Besuch bei Bekannten machen und habe dort von dem Faschingsfez erfahren und sind gleich mal dorthin marschiert", erklärte eine junge Mutter aus Bad Neustadt. Ihre Tochter sagte: "Die Garde finde ich ganz toll."

Auch in diesem Jahr machte die Elferrats-Garde mit. "Wir können nur in einer Kernbesetzung auftreten. Die anderen sind krank oder müssen arbeiten", sagte die Trainerin der Garde, Monika Petsch. Der Auftritt wurde trotzdem ganz zurecht mit viel Beifall belohnt.

Oliver Schikora, Vorstandsmitglied bei Kaufhaus Mürscht, erklärte den Sinn und Zweck des Faschingsfez: "Er trägt gerade in der stillen Zeit zur Belebung des Stadtbildes bei und hilft vielleicht auch, dass noch ein paar Karten mehr für den Kolping-Fasching verkauft werden."

Karl Beudert, bekannt als kritischer und gleichzeitig wohlwollender Beobachter des Stadtgeschehens, lobte, dass etwas für Kinder getan werde, "hier macht ja kaum jemand etwas".

Am Stand der Kolpingfamilie und von Kaufhaus Mürscht gab es Glühwein, Kinderpunsch, Bratwürste. Der Reingewinn ging wie üblich an die Garde zur Deckung ihrer Unkosten.

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