Münnerstadt
Verabschiedung

"Exzellente Berufsaussichten" für Bestatter

116 junge Frauen und Männer haben ihre Ausbildung als Bestattungsfachkraft erfolgreich beendet und kamen zur Freisprechungsfeier nach Münnerstadt.
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Janina Meissner (Hannover, 2. von links) und Celina Töllner (Tübingen, 3. von links) haben die Prüfungen als Bestattungsfachkraft als Beste absolviert. Links auf dem Bild Handswerkskammer-Präsident Walter Heußlein, rechts Christian Streidt, der Präsident des Bundesverbandes deutscher Bestatter.  Foto: Dieter Britz
Janina Meissner (Hannover, 2. von links) und Celina Töllner (Tübingen, 3. von links) haben die Prüfungen als Bestattungsfachkraft als Beste absolviert. Links auf dem Bild Handswerkskammer-Präsident Walter Heußlein, rechts Christian Streidt, der Präsident des Bundesverbandes deutscher Bestatter. Foto: Dieter Britz
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Autos mit Kennzeichen von "CUX" wie Cuxhaven ganz im Norden bis "SIG" wie Sigmaringen ganz im Süden Deutschlands standen am Freitag auf dem Parkplatz des Johann-Philipp-von-Schönborn-Gymnasiums. Sie gehörten den 116 jungen Frauen und Männern, die ihre Ausbildung als Bestattungsfachkraft beendet hatten und nun zur Freisprechungsfeier der Handwerkskammer Unterfranken noch einmal zurück nach Münnerstadt gekommen waren.


Drei Jahre Ausbildung

Diese Ausbildung dauert drei Jahre. Die Azubis müssen je nach Ausbildungsort im zwei- bis dreiwöchigen Blockuntericht die Berufsschule in Bad Kissingen, Springe (Niedersachsen) oder Wermelskirchen (Nordrhein-Westfalen) besuchen, außerdem drei überbetriebliche Lehrgänge am Bundesausbildungszentrum der Bestatter in Münnerstadt (Theo-Remmertz-Akademie). Zwei der Lehrgänge dauern je zwei Wochen, einer eine Woche.


"Das ist Ihr Tag heute, Sie können stolz zurückblicken auf eine qualifizierte Ausbildung. Fachkräfte werden immer gesucht", freute sich Landrat Thomas Bold (CSU). Er dankte für die hervorragende Zusammenarbeit zwischen dem Ausbildungszentrum in Münnerstadt und der Staatlichen Berufsschule in Bad Kissingen. Er hofft, dass die Absolventen auch einen guten Eindruck von der Region gewonnen haben und vielleicht einmal wiederkommen.


Ein Stück voraus

Das Handwerk müsse um Fachkräfte werben, "unser duales Ausbildungssystem ist eine Erfolgsgeschichte in der Wirtschaft". Es sei bedauerlich, dass viele Eltern der Meinung seien, "so richtig fängt der Beruf erst mit dem Studium und als Akademiker an". Der durchschnittliche gute Handwerker sei vielen Akademikern im Lebenseinkommen durchaus ein Stück voraus. Bold wünschte "viel Erfolg, alles Gute und Gottes Segen".

Christian Streidt, der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Bestatter, gratulierte nicht nur. Er betonte auch: "Sie sind nun gut ausgebildete Fachleute, aber das Lernen geht nun von vorne los, und zwar lebenslänglich." Er gab den jungen Bestattern mit: "Das Wichtigste in unserem Beruf bleibt die Begleitung der trauernden Menschen. Unser Beruf ist nicht nur Beruf, sondern Berufung. Menschlichkeit ist gefragt."


Exzellente Berufsaussichten

Walter Heußlein, der Präsident der Handwerkskammer Unterfranken, hob hervor: "Sie arbeiten in einer Branche mit exzellenten Berufsaussichten." Er dankte auch den Ausbildungsbetrieben, die einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet hätten. Diese Branche sei eine der wenigen, die nicht um Nachwuchs kämpfen müsse, denn alle Ausbildungsstellen seien besetzt. Er hob hervor, "Aus- und Weiterbildung im Handwerk stehen auf gleicher Stufe wie eine akademische Laufbahn".

Claas Pohlmann als Sprecher der Absolventen machte es kurz und dankte den Ausbildern und Dozenten, "die uns so genommen haben wie wir sind. Die Schule und Ausbildung war nicht immer einfach." Die selbstgestellte Frage "würden wir diese Ausbildung noch einmal genau so machen?", beantwortete er mit einem klaren "Ja" und bekam dafür viel Beifall.

Als Rosina Eckert nacheinander die Namen aller 116 neuen Bestattungsfachkräfte verlas, wurde noch einmal deutlich, dass die aus allen Ecken der Bundesrepublik kommen. Sehr viele von ihnen absolvierten ihre Ausbildung im elterlichen Betrieb und werden ihn wohl einmal übernehmen. Die allermeisten Absolventen, nämlich 31, kommen übrigens aus Nordrhein-Westfalen. Es folgen Niedersachsen mit 18 und Bayern mit 13. Der Präsident der Handwerkskammer und der Präsident der Bestatter-Bundesverbandes überreichten ihnen ihre Urkunden. Mehrere von ihnen bekamen außerdem Urkunden für sehr gute Leistungen an der Berufsschule. Die Prüfungsbesten Janina Meissner aus Hannover, Celina Töllner aus Tübingen und in Abwesenheit Benjamin Berger aus Köln wurden ebenfalls ausgezeichnet.
Nicht zu vergessen: Das Duo Barbara Moritz Matthias Klink sorgte für den festlichen Rahmen dieser Veranstaltung.


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