Maria Bildhausen
Jubiläum

Es grünt so grün seit 25 Jahren

Mit dem Spatenstich am 19. Mai 1994 begann der Bau eines der größten Golfplätze in Deutschland. Zahlreiche Prominente waren inzwischen zum Golfen in Maria Bildhausen.
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Nicht nur grüne Flächen, auch Blumenwiesen prägen das Gesicht des Golfplatzes Maria Bildhausen.  Hier Blick auf das 10. Grün.          Vor 25 Jahren war Spatenstich. Foto: Anton Then
Nicht nur grüne Flächen, auch Blumenwiesen prägen das Gesicht des Golfplatzes Maria Bildhausen. Hier Blick auf das 10. Grün. Vor 25 Jahren war Spatenstich. Foto: Anton Then
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Der 19. Mai 1994 war für die Region, speziell für die Freunde des Golfsports, ein markantes Datum, denn an diesem Tag erfolgte der Spatenstich mit Grundsteinlegung für den Golfplatz Maria Bildhausen.

Wurde die Gründung des Golfclubs vom größten Teil der Bevölkerung mit eher geringem Interesse zur Kenntnis genommen, so erweckte der Spatenstich am Rindhof schon deutlich mehr Aufmerksamkeit. Verschiedene Maschinen waren bereits im Einsatz, um aus den bisher ausschließlich landwirtschaftlich genutzten Flächen einen Golfplatz zu formen. Damit wurde die Vision von Gottfried Wieselhuber, dem damaligen landwirtschaftlichen Leiter des Klosters Maria Bildhausen, in die Tat umgesetzt. Durch den Strukturwandel in der Landwirtschaft, verbunden mit dem Rückgang der Erträge, musste die St. Josefskongregation Ursberg eine neue Einnahmequelle zur Sicherung der Existenz des Klosters finden. Wichtig war dabei auch, die Betreuten, oft liebevoll als "Buben" bezeichnet, in anderer Form weiter zu beschäftigen.

Wieselhubers Vision wurde anfangs von vielen mit großer Skepsis betrachtet, waren doch alle Beteiligten Novizen auf dem Golfterrain. Eckpunkte seiner Überlegungen waren der Bedarf an der neuen Trendsportart Golf, das entsprechend große Gelände und die vorhandenen Räumlichkeiten sowie die optimale Lage am nahen Rindhof. Mit dem Spatenstich vor 25 Jahren wurden Tatsachen geschaffen, einmalig in Deutschland, Europa und der Welt. Auf klösterlichem Grund und Boden entstand ein Golfplatz mit üppigen Ausmaßen. An Stelle eines Grundsteins wurde beim Spatenstich von Schwester Oberin Gunda Gruber, Gottfried Wieselhuber, Landrat Herbert Neder, Präsident Dirk Brosge, Landtagsabgeordneten Robert Kiesel, Direktor Johann Wagner vom Dominikus-Ringeisen-Werk und Münnerstadts 2. Bürgermeister Bruno Eckert ein Ahornbaum gepflanzt. "Statt gefördertes Brachland lieber einen gepflegten Golfplatz", sagte damals Schwester Gunda. Alle Redner unterstrichen die Bedeutung des Golfplatzes für die gesamte Region.

Die Anlage war konzipiert und genehmigt für insgesamt 27 Löcher, einen Sechs- Loch-Kurzplatz, einer Driving Range und verschiedene Übungsmöglichkeiten. Am 26. April 1996 wurde die Anlage offiziell eröffnet. "Aus heutiger Sicht war die Idee Golfplatz toll, und dass damals die Gunst der Stunde genutzt und rasch Fakten geschaffen wurden", sagt Roland Köth, Präsident des GC Maria Bildhausen.

Mit einer Gesamtfläche von rund 180 Hektar zählt der Golfplatz Maria Bildhausen zu den größten in Deutschland. 43 Prozent davon sind reine Spielflächen, der Rest bewirtschaftete Äcker, Biotope und Grünflächen. Schnell wurde der Golfplatz durch sportliche Erfolge im Jugendbereich überregional bekannt. Durch die sehr enge Zusammenarbeit mit dem Behinderten Golfclub von Deutschland leistete der GC Maria Bildhausen Pionierarbeit auf diesem Gebiet und wurde international bekannt mit der Ausrichtung der 1. Europameisterschaft für behinderte Golfer vom 17. bis 19. August 2001 als Höhepunkt. An diesem Turnier nahmen 98 Spieler aus 11 Nationen teil. Im Jahre 2014 wurde die 1. Internationalen Bayerischen Meisterschaften für behinderte Golfer ausgetragen. Zahlreiche Sportgrößen, wie Franz Beckenbauer, Uwe Seeler, Luggi Müller, Heiner Brand, Ingrid Mickler-Becker, Klaus Wolfermann, Erich Ribbeck und viele andere schwangen hier den Golfschläger aus verschiedenen Anlässen. Immer wieder wurde die großzügige Anlage gelobt und ausgezeichnet.

Im Laufe des Vierteljahrhunderts wurden durch erhebliche Investitionen die Spielbedingungen auf hohem Niveau verbessert. Die gravierendsten Maßnahmen waren der Einbau einer Fairway-Bewässerungsanlage und die komplette Neu- und Umgestaltung der 18 Grüns im Jahre 2012.

Eine wichtige Zäsur brachte der April 2016. Das gesamte Gelände wurde von der St. Josefskongregation an die Familien Rudolf und Marco Weigand verkauft, der Golfplatz ging von klösterlichem in privaten Besitz über. "Das war für den Golfclub ein absoluter Glücksfall, dass die neuen Eigentümer nicht nur den Platz, sondern das gesamte Umfeld am Rindhof weiterentwickeln", sagt Präsident Roland Köth. Dadurch bleibe bleibe der Rindhof auch durch verschiedene Modernisierungsmaßnahmen als historisches Ensemble erhalten und werde mit neuem Leben erfüllt. Head-Greenkeeper Frank Czarnietzki und sein Team sorgen durch intensive Pflege dafür, dass sich die Anlage auch im trockenen Sommer 2018 und im folgenden regenarmen Winter nach den Worten von Michael Then, Leitung Turniere des Bayerischen Golfverbandes, in einem "überragend guten Zustand befindet." Dank der hervorragenden Bedingungen konnte der GC Maria Bildhausen entgegen dem Trend im letzten Jahr neue Mitglieder hinzugewinnen. "Wir sind zuversichtlich, dass der Golfclub weiterhin vom Engagement der Eigentümer profitieren kann und bestrebt, die positive Entwicklung gemeinsam fortzuführen", sagt Köth.

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