Münnerstadt
Konzert

"Eine Königin" lässt sich zum Geburtstag feiern

Ein besonderes Jubiläum war in der Auferstehungskirche gefeiert worden. Vor 25 Jahren wurde dort die Hey-Orgel zum ersten Mal gespielt.
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Die Bläsergruppe der Auferstehungskirche Münnerstadt begleitete beim Konzert Jörg Schindler-Schwabedissen, der die Hey-Orgel spielte. Foto: Björn Hein
Die Bläsergruppe der Auferstehungskirche Münnerstadt begleitete beim Konzert Jörg Schindler-Schwabedissen, der die Hey-Orgel spielte. Foto: Björn Hein
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"Die Orgel ist die Königin der Musikinstrumente, seit 1991 verrichtet sie ihren Dienst und ist aus der Auferstehungskirche nicht mehr wegzudenken", erklärte Pfarrer Joachim Pennig. Da ist es nur natürlich, dass man ein solches Jubiläum feiern will.
Dabei hat man sich entschlossen, nicht ein großes Konzert abzuhalten, sondern acht kleinere Konzerte, in denen gezeigt wird, welch schönen Klang die Hey-Orgel bietet. Zum ersten Orgelkonzert hieß Pfarrer Pennig Jörg Schindler-Schwabedissen vom Orgelmuseum in Ostheim willkommen. "Ihm wurde die Musik sozusagen in die Wiege gelegt", freute sich Pfarrer Pennig.
Und es wurde eine "besondere halbe Stunde", genauso wie es angekündigt war. Die ausgesuchten Musikstücke waren bewusst als Miniaturen gehalten, so dass viel Abwechslung geboten war. Zwischen den einzelnen Orgelstücken spielte auch immer wieder die Bläsergruppe der Auferstehungskirche Münnerstadt, was einen angenehmen Kontrast und zusätzlichen Reiz bot.


Sinn für Humor

Majestätische Töne läuteten das Konzert ein, als Schindler-Schwabedissen das "Concerto in D" interpretierte. Schon bei diesem Stück zeigte der Organist, wie flexibel die Orgel einsetzbar ist, und was sie alles kann. Ein musikalischer Rückblick auf die Weihnachtszeit schloss sich an, unter anderem wurde das "Es ist ein Ros' entsprungen" nach einer Bearbeitung von Heinrich Lang gegeben sowie das "Wie schön leuchtet der Morgenstern" nach Johann Rinck.
Doch nicht nur geistliche Weisen wurden gespielt, sondern auch weltliche Kompositionen. Dass man in Münnerstadt Sinn für Humor hat zeigte sich bei dem musikalischen Potpourri "Glückwünsche zum 25ten...". Hierzu wurden verschiedene "Happy-Birthday"-Variationen dem Publikum vorgespielt, welches bei manchen Abwandlungen schmunzeln musste. Bearbeitet für die Orgel wurde das Stück von Jörg Schindler-Schwabedissen. Nach dem Anspielen des eigentlichen Themas variierte es einmal recht streng im Gestus eines Johann Sebastian Bachs, dann in einer Variation, die Joseph Haydn alle Ehre gemacht hätte. Wie Ludwig van Beethoven das Stück geschrieben hätte, wurde ebenso eindrucksvoll zu Gehör geführt. Im typischen Wiener-Walzer-Takt wurde das Happy Birthday gespielt genauso wie im Stile der Filmmusik.
Jörg Schindler-Schwabedissen zeigte hier das große Talent, die musikalischen Stile rasch und behände zu wechseln sowie sie dem entsprechenden Sujet anzupassen, was das Publikum begeisterte. Sehr verträumt war dann das Cantabile "For you" aus der Feder Enrico Pasinis, wobei der Orgel gefühlvolle und zarte Täne entlockt wurden.


Viel Abwechslung in 30 Minuten

In eine ganz andere Richtung ging das "Dance with me" von Michael Schütz, was zeigte, wie groß der Tonumfang der Orgel ist und dass sie auch sehr impulsiv gespielt werden kann. Die Kasatschok-ähnliche Weise war eine reizvolle Abwechslung. Mit viel Applaus wurde die Leistung der Musiker am Ende des Konzerts gewürdigt.
Und tatsächlich hatte es nicht viel länger als eine halbe Stunde gedauert, dennoch war die musikalische Abwechslung sehr groß, und die gespielten Miniaturen kamen sehr gut an. Weitere Info: http://www.auferstehungskirche-muennerstadt.de/

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