Münnerstadt
Unterhaltung

Eine bunte Vielfalt beim Schutzengelsonntag in Münnerstadt

Das Wetter war zwar nicht hundertprozentig optimal für den Schutzengelsonntag und das Freilichtspiel in Münnerstadt, ausgefallen ist aber nichts.
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Die Teilnehmer am Heimatspiel zogen, vorbei an Hunderten von winkenden Zuschauern und den Verkaufsständen, vom Oberen Tor bis zu ihrer Spielstätte vor dem Heimatsspielhaus. Mit dabei waren auch Pferde, Ziegen, Hunde und Gänse. Foto: Dieter Britz
Die Teilnehmer am Heimatspiel zogen, vorbei an Hunderten von winkenden Zuschauern und den Verkaufsständen, vom Oberen Tor bis zu ihrer Spielstätte vor dem Heimatsspielhaus. Mit dabei waren auch Pferde, Ziegen, Hunde und Gänse. Foto: Dieter Britz
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Ziegen- und Pferdebollen in der Veit-Stoß-Straße vor der VR-Bank und laute Hahnenschreie im Schlosshof? Jeder Insider weiß, dann muss Schutzengelsonntag in Münnerstadt mit allem Drum und Dran sein. Dazu gehören unter anderem die zweite Aufführung des Heimatsspiels, der Flohmarkt, der Schutzengelmarkt mit dem verkaufsoffenen Sonntag, das Kleintierzüchterfest im Deutschordensschloss und manches mehr.

260 Zuschauer beim Heimatspiel

Das Wetter war zwar nicht hundertprozentig optimal für einen Markt und ein Freilichtspiel, aber es bleibt dabei: Am Schutzengelsonntag ist das Heimatsspiel, im Gegensatz zu anderen Spieltagen, noch nie ins Wasser gefallen. Etwa 260 Zuschauer verfolgten das Spiel. Unter ihnen war auch ein

Ehepaar aus dem Raum Frankfurt/Main. Der Mann war 1961/62 Klosterschüler in Münnerstadt gewesen und hatte das Heimatsspiel damals miterlebt. Nach 56 Jahren kam er zurück, um das Spiel nochmals zu sehen. Am kommenden Sonntag ist zum letzten Mal für dieses Jahr Gelegenheit, ab 14.30 Uhr das Heimatsspiel "die Schutzfrau von Münnerstadt" zu sehen.

Vor dem eigentlichen Spiel zogen die zahlreichen Mitwirkenden vom Oberen Tor durch die Veit-Stoß-Straße bis zum Platz vor dem Heimatsspielhaus auf dem Anger. Auch Pferde, Ziegen, Gänse, Hunde waren mit dabei. Viele Zuschauer wollten sich das nicht entgehen lassen, säumten die Straße und sparten auch nicht mit Beifall.

Händler klagen über das Wetter

Auch dieses Jahr waren zahlreiche Markthändler mit ihren Ständen nach Münnerstadt gekommen. Für viele von ihnen zählt der Münnerstädter Schutzengelmarkt zum festen Jahresprogramm. Der Staubsaugervertreter aus Neustadt zum Beispiel steht seit Jahr und Tag immer am selben Platz und ist schon so bekannt wie der sprichwörtliche "bunte Hund". Auch der Eismann aus Schondra mit seiner mobilen Eisdiele ist nicht zum ersten Mal da. Hubert Schmitt klagt aber, dass die kühle Witterung für seinen Umsatz nicht gerade förderlich ist. Wie immer gab es alles auf dem Markt von Ausstechern für Weihnachtsplätzchen über Nagelfeilen bis zu Strass-Schmuck und bunten Schals so gut wie alles. "Das Wetter könnte besser sein, dann wäre der Umsatz auch besser", klagte einer von ihnen.

Auch auf dem Flohmarkt hängt der Umsatz offenbar zumindest bei manchen Händlern vom Wetter ab. Der Stand von Walburga Krug aus Hirschfeld war eine echte Fundgrube für alle, die altes schönes Porzellan suchten. Sie hatte aber auch Kuchenformen für die Küche. "Ich habe das Wetter in Münnerstadt schon besser erlebt, das ist für den Umsatz heute nicht gut", klagte sie.

Zum ersten Mal war Katharina Zink aus Münnerstadt dabei. An ihrem Stand gab es vor allem Bücher, aber auch Sportschuhe. Sie zeigte sich mit dem Umsatz ganz zufrieden. Die Flohmärkte werden seit 23 Jahren von Peter Braun organisiert. Er erzählte, dass die Händler auch aus Würzburg, Schweinfurt, Gerolzhofen und sogar aus Fulda kommen. Bei der Frage nach der Zahl der Händler schweigt er wie seit Jahren. "Die Qualität und die richtige Mischung sind das wichtige", sagt er dazu, verrät aber immerhin, dass aus Münnerstadt zwei neue Händler dazu gekommen sind. Sieben haben erst am Sonntagmorgen wegen des Wetters abgesagt. Er würde den Flohmarkt wegen schlechten Wetters nie absagen, betonte er und weist darauf hin, dass am 16. Oktober noch einmal einer stattfindet.

Viel los beim Fest des Kleintierzuchtvereins

Zum Schutzengelfest gehört seit über 40 Jahren auch das Fest des Kleintierzüchtervereins im Schlosshof. Gerade um die Mittagszeit war wieder viel los. Für hungrige Marktbesucher gab es hier zum Beispiel Bratwürste, Schäufele mit Klößen oder gegrillte Haxen. "Der Umsatz war gut", freuten

sich Kassier Hans Petsch und der Vorsitzende Karl-Heinz Mangold. Auf der Bühne im Schlosshof präsentierte der Verein einige Zwerghühner, Hühner, Kaninchen und Tauben. Der putzige kleine Zwerghahn schaffte es, sich mit seinem Krähen auf dem ganzen Platz bemerkbar zu machen.

Nicht zu vergessen der verkaufsoffene Sonntag anlässlich des Schutzengelfestes. Es gehe nicht um Umsatz, sondern darum, zu werben, sich bekannt zu machen und mit potenziellen Kunden ins Gespräch zu kommen, sagte Arno Reuscher, der Vorsitzende von "Kaufhaus Mürscht". Er klagte darüber, dass manche Autofahrer die Halteverbotsschilder souverän ignorieren und einfach trotz eines Verbotes in die Stadt fahren. Schuhhändler Michael Moritz berichtete von recht gutem Umsatz. Im Barber Shop von Stephan Fischer am Oberen Tor waren zumindest zeitweise alle Stühle belegt, wie ein Blick durchs Schaufenster zeigte.



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