Rannungen
Wald

Ein schwieriges Jahr für den Rannunger Wald

Auch der Rannunger Gemeindewald leidet unter der Trockenheit und unter Käferbefall. Das erfuhren die Mitglieder des Gemeinderates bei einer Waldbegehung.
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Ihren alljährlichen Rundgang durch den Gemeindewald absolvierten Mitglieder des Gemeinderates mit Bürgermeister Fridolin Zehner (zweiter von rechts) an der Spitze. Forstdirektor Hubert Türich (Bildmitte, mit Hund) informierte darüber, dass der Wald durch die Trockenheit im Sommer 2018 sehr gelitten hat.Dieter Britz
Ihren alljährlichen Rundgang durch den Gemeindewald absolvierten Mitglieder des Gemeinderates mit Bürgermeister Fridolin Zehner (zweiter von rechts) an der Spitze. Forstdirektor Hubert Türich (Bildmitte, mit Hund) informierte darüber, dass der Wald durch die Trockenheit im Sommer 2018 sehr gelitten hat.Dieter Britz

Der Zustand des Gemeindewaldes in Rannungen ist wegen der Trockenheit in diesem Sommer und wegen des Befalls mit Borkenkäfern und anderen Insekten kritisch. Das wurde bei der alljährlichen Waldbegehung des Gemeinderates deutlich. Forstdirektor Hubert Türich, Abteilungsleiter im Bad Neustädter Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, und Forstrevierleiter Matthias Lunz, der sein Büro im Rannunger Rathaus hat, erläuerten die Situation.

Die Gemeinde Rannungen besitzt 42 Hektar Wald, die vom Staatsforst betreut werden, so Bürgermeister Fridolin Zehner. Außerdem sind größere Flächen in Privatbesitz. 48 Prozent der Fläche des Landkreises Bad Kissingen sind Wald, heißt es auf der Internet-Seite des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. In Rannungen ist der Anteil wesentlich geringer, wie ein Blick in den Internet-Atlas Google Maps verrät. Grob geschätzt sind es 20 Prozent.

"Wir hatten einen Super-Winter, es war feucht bis zum geht nicht mehr, aber dann kam der äußerst trockene Sommer" schilderte Forstdirektor Türich die Lage. Alle Bäume hätten mehr oder weniger gelitten und "Stress das ganze Jahr" gehabt. Die Buchen-Vollmast sei trocken und leer auf den Boden gefallen. Die Eichen seien noch relativ mit der Trockenheit zurechtgekommen und hätten viele gesunde Eicheln entwickelt.

Der Borkenkäfer-Befall in den Fichtenbeständen sei nach den Sommerferien regelrecht explodiert, klagte Türich. Die befallenen Bäume müssen, um die Weiterverbreitung der Käfer zu verhindern, schnellstens entfernt werden. Dies gelte auch für private Wälder. Viele Waldbesitzer wohnen jedoch inzwischen in den Städten und kümmern sich kaum noch in ihren Wald, klagte der Forstmann.

Da viele Bäume geschlagen werden mussten, sei der Holzmarkt massiv eingebrochen. Die Preise für Fichtenholz hätten sich mehr als halbiert. Dies sei mit einem Grunde, dass sich manche auswärtigen Waldbesitzer kaum um ihre Waldflächen kümmerten, da sie nichts einbringen.

Die ursprünglich geplante Verabschiedung des Jahresbetriebsplans 2019 für den Gemeindewald wurde auf die nächste Sitzung des Gemeinderates geschoben.

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