Wermerichshausen
Jubiläum

Ein halbes Jahrhundert bei Holzbau Weigand

Mit 14 Jahren begann Bernhard Weigand seine Ausbildung zum Zimmerer. Seit 50 Jahren arbeitet er nun schon bei Holzbau Weigand in Wermerichshausen.
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Bernhard Weigand bedient den Zapfenschneider in der Werkstatt. Foto: Heike Beudert
Bernhard Weigand bedient den Zapfenschneider in der Werkstatt. Foto: Heike Beudert
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In dem Jahr, als Bernhard Weigand seine Zimmerer-Lehre im väterlichen Betrieb begann, trat Kanzler Konrad Adenauer zurück, wurde der US-Präsident John F. Kennedy erschossen und im Kino lief der Hitchcock-Thriller "Die Vögel". 50 Jahre ist das her und so lange arbeitet Bernhard Weigand schon als Geselle im Familienbetrieb Weigand. Auch nach fünf Jahrzehnten geht er gerne zur Arbeit. "Was will man auch nur daheim", meint der 64-jährige lapidar.

Natürlich falle ihm die Arbeit mittlerweile schwerer als früher, sagt er. Dafür sei aber auch manches leichter geworden. Als er mit 14 Jahren seine Lehre begann, sei viel mehr Handarbeit im Beruf gefordert worden. Sein Seniorchef und Bruder, Fridolin Weigand, erinnert sich, dass sie beide in früheren Jahren teilweise alleine ein Dach aufgerichtet hätten. Viel körperliche Kraft sei damals notwendig gewesen. Heute helfe die Technik. Auch werden die meisten Bauteile in der Werkstatt vorgefertigt. Lange vorbei sind die Zeiten, als der Zimmerer erst mühsam das Holz aufarbeiten musste, das die Bauern für ihren Hausbau im eigenen Wald geschlagen hatten. Aber Bernhard Weigand kann sich daran noch gut erinnern.

Der Beruf des Zimmerers sei damals nicht so häufig gelernt worden, blickt Bernhard Weigand zurück. Er sei der einzige seines Berufsschuljahrganges gewesen, der 1963 mit der Zimmerer-Lehre im Landkreis begann. Wann auf den Tag genau sein erster Arbeitstag im väterlichen Betrieb gewesen ist, kann Bernhard Weigand gar nicht sagen, weil er zuerst eine Maurerlehre begonnen hatte.

Spezialist für Altbausanierung

"Das war wohl nichts", kommentiert er diesen kurzen Abstecher, ehe er ganz nach Familientradition Zimmerer wurde. Den Betrieb in Wermerichshausen hatte Bernhard Weigands Großvater gegründet, anfangs war es noch eine Büttnerei. Später seien auch Eisenbahnschwellen hergestellt worden, erzählt Fridolin Weigand. Und erst dann kam die klassische Zimmerei. Bernhard Weigand erinnert sich an eine seiner ersten Baustellen als Lehrbub. Sie war in Maria Bildhausen. Dort wurde das Silo gebaut. Überhaupt war er öfters in Maria Bildhausen eingesetzt, so bei der Sanierung des Sommerpavillons oder des Turmes. Über die Jahre hinweg wurde Bernhard Weigand ein Spezialist für die Altbausanierung. Er habe ein Gespür für die alte Bausubstanz, bestätigen Junior- und Seniorchef, Michael und Fridolin Weigand. "Das hat sich einfach so entwickelt", meint Bernhard Weigand bescheiden.

Bernhard Weigand hat erlebt, wie sich in den vergangenen 50 Jahren das Handwerk verändert hat. Damals sei alles etwas langsamer gewesen, meint er. Und er erinnert sich gemeinsam mit seinen Bruder an die Phase des Baubooms in den 70er Jahren. Ein Jahr will er noch arbeiten. Im nächsten Dezember wird dann Schluss sein, sagt Bernhard Weigand. Da ist er 65 Jahre alt.

Sein 50-jähriges Betriebs-Jubiläum hat er mit allen Kollegen gefeiert. Sein jetziger Chef und Neffe, Michael Weigand, ließ dazu in Versform die Jahrzehnte Revue passieren. Drei Chefs habe er schon überstanden, hieß es im Gedicht. Dazu kamen 40 Kollegen, mit denen er im Laufe der Zeit zusammengearbeitet habe. Michael Weigand betonte auch, dass der gute Rat von Bernhard Weigand allseits geschätzt werde im Betrieb.

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