Thundorf
Gebäude-Ensemble

Dorfverein ist zunächst Mieter

Gegen den Verfall des ehemaligen Forsthauses in Thundorf hat die Gemeinde schon etwas getan. Eine Entscheidung über die endgültige Nutzung steht aber noch aus.
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Das ehemalige Forsthauses am Kirchplatz ist an den "Dorfverein Thundorf" vermietet.  Foto: Philipp Bauernschubert
Das ehemalige Forsthauses am Kirchplatz ist an den "Dorfverein Thundorf" vermietet. Foto: Philipp Bauernschubert
Mit dem Erwerb des Anwesens und dem Bau der neuen Festhalle ist die Gemeinde Thundorf Eigentümer des unter Denkmalschutz stehenden ehemaligen Forsthauses am Kirchplatz geworden. Analog zur Festhalle wurde es an den neuen "Dorfverein Thundorf" langfristig vermietet, bis es möglicherweise anders genutzt werden kann.

"Im Moment sind wir froh, dass wir das Haus für unsere Abstellung von Möbeln und weiteren Utensilien der Festhalle nutzen können", sagt der stellvertretende Vorsitzende des Dorfvereins, Anton Bauernschubert. Mit einbezogen soll das Gebäude auch bei der Dorfweihnacht werden.

Das Wohnhaus mit seinen Nebengebäuden wurde ursprünglich als Lagerraum für Getreide, vermutlich vor 1600 errichtet, heißt es im Häuserbuch, dessen Verfasser Ambros Seufert, der spätere Eigentümer dieses Hauses, war. Das Anwesen lag nach der Überlieferung früher im Bereich des Herrschaftssitzes. Altbürgermeister Felix Braun: "Es dürfte sich um ein Wirtschaftsgebäude für den landwirtschaftlichen Betrieb der Herren von Schaumberg gehandelt haben."

Teilweise Holzfachwerk

Ungefähr 1750 wurde das Gebäude zu einer Wohnung umgebaut und aufgestockt, wobei das Untergeschoss massiv, die Seitenwände und der Giebel Holzfachwerk sind. Es diente bis 1816 als Wohnung des Herrschaftlichen Försters.

Danach kaufte die Gemeinde das Haus und richtete eine Schule mit Lehrerwohnung ein. Der Schulsaal hatte eine Größe von 38 Quadratmetern. Die Schule wurde 1875 wieder aufgelöst und das Haus mit Nebengebäuden von Ambros Heusinger für 2900 Mark inklusiv eines Kellers an der Rothhäuser Straße erworben. Im Gegensatz dazu kaufte die Gemeinde das heutige Mietshaus Am Kirchberg 1 und richtete dort eine Schule ein. Ab 1905 wohnte im Forsthaus auch der Schwiegersohn von Ambros Heusinger, Julius Seufert mit Familie, und später übernahm dessen Sohn Ambros Seufert das Anwesen. Von 1919 bis 1933 war Julius Seufert Erster Bürgermeister der Gemeinde Thundorf. Der Sohn Ambros Seufert war lange Zeit Rechner der örtlichen Raiffeisenkasse in Thundorf.

1955 wurde die Scheune neu errichtet. Beim Ausheben der Fundamente fand man ein Bronzekanonenrohr, das Ambros Seufert an das Mainfränkische Museum Würzburg verkaufte.

Eingedeckt und angestrichen

Ab 1985 wohnte in dem Gebäude die inzwischen verstorbene Ehefrau von Ambros Seufert, Elisabeth Seufert. Das Wohnhaus wurde 2002 von der Gemeinde neu eingedeckt und mit einem Außenanstrich versehen. Die Investitionen beliefen sich auf 15 000 Euro. Der Wert des gesamten Areals wurde 2002 laut Gutachten mit 20 000 Euro beziffert, abzüglich der Wertminderung in den vergangenen Jahren. Die Gemeinde übernahm mit dem Kauf die Sicherheitsauflagen des Landratsamtes. Die Kosten für die Beseitigung dieser Auflagen und die bereits gezahlten 15 000 Euro wurden mit dem aktuellen Gebäudewert, beim Kauf durch die Gemeinde, gegengerechnet.

Weitergehende und konkrete Planungen für die Nutzung und Sanierung des Anwesens gibt es von Seiten der Gemeinde noch nicht.
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