Reichenbach bei Münnerstadt
Wettbewerb

Dorf der Dörfer 2014: Reichenbacher treten wieder an

Die Bewohner des Stadtteils wollen das "Dorf der Dörfer" werden und die Dorfrocker holen. Weil sie von der Qualität ihres Videos überzeugt sind, haben sie den Film ein zweites Mal eingesendet.
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Oliver Hillenbrand (links) und Fabian Nöth - die Macher des Videos - mit dem Ortsschild von Reichenbach.  Foto: Thomas Malz
Oliver Hillenbrand (links) und Fabian Nöth - die Macher des Videos - mit dem Ortsschild von Reichenbach. Foto: Thomas Malz
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Anfangs hatte der Hobby-Filmer Oliver Hillenbrand vor, ein neues Video zu drehen und für den Wettbewerb von infranken.de einzureichen. Als er aber den Aufwand sah, ließ er sich von Ortsreferent Fabian Nöth überzeugen. So setzen die Reichenbacher noch einmal auf ihr Video vom letzten Jahr, als der Wettbewerb erstmals durchgeführt wurde. Rechnen sie sich trotzdem Siegeschancen aus? "Vom Video her, ja", lautet die spontane Antwort von Fabian Nöth. "Wir hatten einen enormen Aufwand. 160 Reichenbacher waren auf den Beinen." Da schwingt noch immer ein wenig Enttäuschung über den dritten Platz vom Vorjahr mit, was der Ortsreferent auf den Abstimmungsmodus zurückführt. Von dem Video ist er absolut überzeugt.

Dritter Platz im letzten Jahr
Und damit steht er nicht allein.

Die Reichenbacher hatten sich im letzten Jahr wegen ihres aufwendigen Videos Siegeschancen ausgerechnet, waren von einer Jury auch in die Endrunde der besten Fünf gewählt worden. Dort scheiterten sie allerdings am Online-Voting. "Wir dachten zuerst, man kann nur einmal abstimmen", erklärt Fabian Nöth. Erst kurz vor Ende des Votings haben sie mitbekommen, dass die Stimmabgabe mehrfach möglich war. Da war es zu spät. Nun wollen sie es noch einmal wissen, obwohl sich Fabian Nöth wünschen würde, dass eine unabhängige Jury das beste Video kürt.
 

Dorfkind Reichenbach from Oliver Hillenbrand on Vimeo.

 


"Für mich ist ein Dorf die Menschen und nicht die Gebäude." Nach dieser Devise hatte Oliver Hillenbrand sein Drehbuch geschrieben und es umgesetzt. Dass die Menschen zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren - darum hatte sich Fabian Nöth gekümmert.

Eigene Ideen mussten mit den Vorgaben verbunden werden.

 

Zugrunde liegt jedem Video das Lied "Dorfkind", das drei Minuten und 40 Sekunden lang ist. Und damit stand die Länge des Videos fest.

Wilde Tänze
Ausgangspunkt für das Musikvideo war der "Harlem Shake". Das Prinzip: Ein Mensch tanzt, die umstehenden Personen scheinen das nicht zu bemerken. Dann gibt es einen Cut (Schnitt), und plötzlich tanzen alle wie verrückt. Dieses Thema haben die Video-Produzenten angepasst. Es gibt eine Rahmenhandlung und viele lustige Szenen mit allem, was das Dorf zu bieten hat: junge und alte Menschen, Feuerwehr, Kindergarten, Musiker, Tänzer und vieles mehr. "Was mir am besten gefällt, ist diese Dorfgemeinschaft, dass man wirklich zusammenhält", sagte Oliver Hillenbrand bei der Vorstellung des Videos. Das hat er umgesetzt.

Wie beim richtigen Film sieht man natürlich nichts von dem, was hinter der Kamera passiert.

Und das war eine ganze Menge. Ein Gabelstapler wurde geordert, um von oben drehen zu können. Um Kinder beim Fahrradfahren von hinten filmen zu können, hat Fabian Nöth kurzerhand die Motorhaube seines Autos abmontiert. Auf dem Motor sitzend hat Oliver Hillenbrand dann gefilmt. "Dabei ist mein Ölmessstab abgebrochen", erzählte Fabian Nöth. Es gab auch bei den Darstellern Blessuren. Eine Reichenbacherin hat sich einen Muskelfaserriss zugezogen, ein anderer bekam Probleme mit dem Knie. Fabian Nöth erinnert auch an Vorgaben, die viel Arbeit gemacht haben, auf die man beim Betrachten des Videos aber gar nicht kommt: So mussten sich die Filmemacher die Drehgenehmigung aller Eltern der Kindergartenkinder einholen, ohne die der Nachwuchs nicht hätte gefilmt werden dürfen.

Der angesprochene Zusammenhalt zeigt sich besonders schön an einer Massenszene.

Den Filmemachern ist es gelungen, rund 160 Reichenbacher zum "Harlem Shake" zu bewegen.

Ein weinig Doping muss sein
Fabian Nöth hat verraten, dass beim Massentanz ein kleines bisschen Bestechung dabei war. Bürgermeister Helmut Blank und er hatten bei den Dreharbeiten im Winter 70 Liter Glühwein und Kinderpunsch spendiert. Ein wenig Doping für den "Harlem Shake". Vor einer großen Aufgabe stand Oliver Hillenbrand zum Schluss. Rund eine Stunde Filmmaterial musste auf drei Minuten und 40 Sekunden zusammengeschnitten werden. Aber auch das ist ihm gelungen.



Voting Das Online-Voting ist von Freitag, 15. August, bis einschließlich Freitag, 22. August, möglich.

Abgestimmt werden kann direkt hier.

Teilnehmer Fünf Dörfer aus Unter- und Oberfranken sind im Rennen. Das sind Nüdlingen, Reichenbach, Röttenbach, Hallerndorf und Memmelsdorf.

Prämie Das Siegerdorf gewinnt einen honorarfreien Auftritt der "Dorfrocker" samt Dorffest am Sonntag, 14. September. Dazu gehören auch ein Werbekaket in Höhe von 1000 Euro und 1000 Liter Freibier der Brauerei Fässla.

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