Münnerstadt
Tourismus

Die Lichterhäuser sind wieder da

Die beliebten Modelle von markanten Münnerstädter Gebäuden gab es über ein Jahr lang nicht zu kaufen. Jetzt sind sie wieder bei Eisen-Krais und bald bei Kultourismus im Schloss erhältlich. Neue Gebäude sind bereits in Planung.
Artikel drucken Artikel einbetten
Gigantisch: Arno Reuscher setzt das Modell der Stadtpfarrkirche an seinen Platz, Inge Kirch schaut sich ihre geliebten Lichterhäuser an.  Foto: T. Malz
Gigantisch: Arno Reuscher setzt das Modell der Stadtpfarrkirche an seinen Platz, Inge Kirch schaut sich ihre geliebten Lichterhäuser an. Foto: T. Malz
Es war ein Volltreffer gewesen. Vor Jahren hatte Inge Kirch bei einer Kunsthandwerker-Messe in Frankfurt einen Litauer kennen gelernt, der Modelle von historischen Gebäuden in bedeutenden deutschen Städten herstellt, unter anderem aus Rothenburg ob der Tauber. "Die haben mir gleich gefallen", erinnert sie sich. "Da habe ich ihn nach Münnerstadt eingeladen." Inge Kirch, die rund sieben Jahre lang "Inges Lädchen" am Marktplatz betrieben hat, rechnete nicht wirklich mit dem Besuch aus Litauen. Doch er kam. Und weil der Experte sehr lohnende Objekte in Münnerstadt fand, war man sich schnell einig. "Das Ritter-Haus war das erste", sagt Inge Kirch, also das Haus in dem sie ihr Lädchen hatte.

Zehn Modelle

Obwohl der Zulieferer nicht auf Kommission arbeitet, die Modelle von Inge Kirch vorfinanziert werden mussten, hat es sich gelohnt. "Ich musste vier bis fünf Mal im Jahr nachbestellen", sagt sie. Zuletzt waren es zehn Modelle gewesen, unter anderem das Obere Tor und das Jörgentor, das Heimatspielhaus, das Schikora-Haus und der Bayerische Hof. Absolut herausragend ist aber die Stadtpfarrkirche, die allerdings auch preislich ein wenig heraussticht.

In Litauen sind die Arbeitslöhne weit niedriger als in Deutschland, weswegen die Modelle auch entsprechend preiswerter sind. "Es gibt auch deutsche Anbieter, aber die Modelle kosten wesentlich mehr und sind auch nicht so schön", findet Inge Kirch. In ihrem Lädchen hatten sich die litauischen Lichterhäuser regen Zuspruchs erfreut.

Bis zum 31. Januar 2013. Dann ist die Münnerstädterin in ihren Ruhestand gegangen, "Inges Lädchen" gab es nicht mehr, und die Modelle waren nicht mehr zu kaufen. "Es haben immer wieder Interessenten angerufen oder geklingelt", berichtet sie. Dabei habe es sich hauptsächlich um Touristen gehandelt.

Kontakte geknüpft

Nach zwei vergeblichen Versuchen ist wieder ein Kontakt zwischen Inge Kirch und dem litauischen Anbieter entstanden. Inge Kirch hat sich daraufhin an Oliver Schikora gewandt, der vermittelnd tätig wurde. "Es hat mehrere Interessenten gegeben, aber keine Zusage", sagt Arno Reuscher von Eisen-Krais. Er hat die Lichterhäuser jetzt in sein Sortiment aufgenommen. "Zinnteller, Gläser oder Kacheln sind heute nicht mehr bei den Touristen gefragt", erklärt er. "Das läuft gar nicht", bestätigt auch Inge Kirch aus Erfahrung. Die Lichterhäuser seien da etwas anderes. Da könnte es auch bald neue Modelle geben.

Wie schon zu Zeiten von "Inges Lädchen" wird auch Kultourismus im Schloss die Lichterhäuser im Museums-Shop anbieten. "Wir haben schließlich auch am Wochenende offen, wenn die Touristen kommen", erklärt Kultourismus-Chefin Inge Bulheller. In den Sommermonaten ist an sieben Tagen in der Woche offen. Und Inge Kirch freut sich, dass sie jetzt wieder weiß, wohin sie die Interessenten an den Lichterhäusern schicken muss.
Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren