Maßbach

Die Jugend strömt in die Feuerwehr

Nach dem Rücktritt des Kommandanten gibt es eine neue Führung. Die Volkershausener Wehr wurde integriert.
Artikel drucken Artikel einbetten
Probleme, Nachwuchskräfte zu finden, hat die Maßbacher Feuerwehr nicht. Hier beobachtet Ausbilder Michael Koch die beiden jugendlichen Wehrleute Marlene Gessner und Michael Müller bei ihrem Einsatz mit dem Spreizer während einer 24-Stunden-Übung. Foto: Daniel Wiener/Archiv
Probleme, Nachwuchskräfte zu finden, hat die Maßbacher Feuerwehr nicht. Hier beobachtet Ausbilder Michael Koch die beiden jugendlichen Wehrleute Marlene Gessner und Michael Müller bei ihrem Einsatz mit dem Spreizer während einer 24-Stunden-Übung. Foto: Daniel Wiener/Archiv
+1 Bild
Die Freiwillige Feuerwehr Maßbach hat den bisherigen Stellvereter Markus Seufert zu ihrem neuen Feuerwehr-Kommandanten gewählt. Zu seinem Stellvertreter wurde René Krauser bestimmt. Seufert tritt damit die Nachfolge des zurück getretenen Sebastian Schad an, der nach dem Feuerwehrfest zum 150-jährigen Bestehen überraschend seinen Rücktritt eingereicht hatte Überraschend vor allem deshalb, weil das Fest unter Schads Regie hervorragend organisiert war, wie alle Redner bestätigten, und das Fest auch einen außerordentlich guten Gewinn abgeworfen hatte.
Schad ging bei der Generalversammlung mit bewegenden Worten ausführlich auf die Gründe für seinen Rücktritt ein. Nicht zuletzt durch den Autobahnbau habe die Verantwortung für die Feuerwehr stark zugenommen und nicht bei jedem der insgesamt 69 Personen starken Truppe sah er das nötige Engagement, das für eine derart wichtige Aufgabe vonnöten sei. Der Einforderung dieses Engagements sei zum Teil auch respektlos gegenüber getreten worden. Sogar seitens der Vorstandschaft sei ihm dafür die "gelbe Karte" gezeigt worden.


Eine Frage des Gewissens

Er habe sich im Sinne einer geschlossenen Kameradschaft deshalb in jüngster Zeit auch zurück genommen, was aber seinem Gewissen für die Verantwortung als 1. Kommandanten widersprochen habe, fuhr Schad fort. Gerade im Bereich Atemschutz oder im Umgang mit der Rettungsschere gehe es oft um Leben und Tod im Sekundenbereich, und er als 1. Kommandant stehe dabei in der ersten Reihe der Verantwortung. Hinzu sei gekommen, dass er nicht immer in alle Entscheidungen mit eingebunden worden sei. So habe er beispielsweise die Namen der Neuaufnahmen erst bei der öffentlichen Verkündung beim Kommersabend erfahren. Schad übte aber auch Selbstkritik, indem er anführte, dass es ihm nicht gelungen sei, die Schere zwischen den sehr aktiven und den eher passiven Wehrleuten zusammenzuführen. Der scheidende Kommandant sagte aber zu, weiterhin als Gruppenführer für den ABC-Zug zur Verfügung stehen zu wollen.


Rückzug bedauert

Kreisbrandinspektor Edwin Frey bedauerte den Rückzug ebenso wie Kreisbrandmeister Holger Ulrich, Vereinsvorstand Andreas Frank und Bürgermeister Matthias Klement (CSU). Frey sprach die gute Zusammenarbeit an, bei der durchaus auch kontrovers diskutiert worden sei, aber immer mit einem für beide Seite zufriedenstellenden Ergebnis. Es müsse aber auch akzeptiert werden, wenn Gewissensgründe gegen eine weitere Ausübung dieses verantwortungsvollen Amtes sprechen. Es sei außerdem erstaunlich, wie gut zur Zulauf der Jugend in Maßbach ist, ein "Zustrom, der gar nicht abreißen will", so Frey wörtlich.
In seinem Rückblick ging Vorsitzender Andreas Frank nochmals auf das Fest zum 150-jährigen Bestehen ein. Es habe gezeigt, welch intakte Gemeinschaft die Feuerwehr Maßbach ist. 24 Festausschusssitzungen hätten im Vorfeld stattgefunden.
Der Vorsitzende verabschiedete Helmut Schüller nach 40 Jahren aktiven Dienstes aus der Wehr. Nach Überschreiten der Altersgrenze von 50 Jahren wurde außerdem Reiner Dittmar nach 30 Jahren als Atemschutzträger von dieser Aufgabe entbunden. Moritz Staaden wurde zum Löschmeister ernannt.


Anschluss

Wie Frank weiter ausführte, habe die Freiwillige Feuerwehr Volkershausen um einen Anschluss an die Maßbacher Wehr gebeten, nachdem nur noch sieben aktive Wehrleute zur Verfügung stünden. Diesem Ansinnen wurde entsprochen. Alarmierungen erfolgen somit künftig zeitgleich in Maßbach und Volkershausen. Die Volkershäuser Wehrleute treffen sich aber weiterhin an ihrem Feuerwehrhaus und rücken mit ihrem Fahrzeug aus, da eine Anfahrt im Privat-Pkw versicherungstechnisch nicht gedeckt sei.
Gerne würde die Maßbacher Wehr ein neues Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug anschaffen. Weil sich die Kosten dafür aber im sechsstelligen Bereich bewegen, muss im Gemeinderat wohl noch einige Werbung betrieben werden, kündigte der Bürgermeister an. Er hofft, bis 2017 eine Mehrheit dafür zu finden.
Jugendleiter René Krauser lobte den Eifer der Jugend. Neben acht Gruppenübungen war die 24-Stunden-Übung mit dem Nachwuchs aus Ebertshausen ein Highlight. Des weiteren hat die Jugendgruppe dreimal alle Fahrzeuge gründlich gereinigt und das Feuerwehrhaus komplett gesäubert. Im Schnitt haben die Nachwuchskräfte 66 Stunden pro Kopf im vergangenen Jahr Dienst für die Feuerwehr geleistet


14 Ernstfall-Einsätze

Von den 69 Maßbacher Wehrleuten sind 13 weiblich, führte Markus Seufert aus. Zwei Drittel des Personals sei unter 30 Jahre alt. Eine Leistungsprüfung mit drei Gruppen wurde durchgeführt. Von den 14 Ernstfalleinsätzen waren neun der Kategorie technische Hilfeleistung zuzuordnen. Viermal gab es kleinere Brände, ein Gaseinsatz hatte sich im Nachhinein als Fehlalarm heraus gestellt.
Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren