Münnerstadt
Berufsleben

Die Bestatter sind gerne gesehene Gäste in Münnerstadt

Das Münnerstädter Bestatterzentrum verabschiedete im Rahmen einer festlichen Freisprechungsfeier die neuen Bestattungsfachkräfte.
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In der Aula des Schönborn-Gymnasiums fand die Freisprechungsfeier für die Bestatter statt. Auf der Freitreppe der Schule stellten sie sich zum Erinnerungsfoto.Dieter Britz
In der Aula des Schönborn-Gymnasiums fand die Freisprechungsfeier für die Bestatter statt. Auf der Freitreppe der Schule stellten sie sich zum Erinnerungsfoto.Dieter Britz

Für 155 zumeist jüngere Frauen und Männer aus ganz Deutschland war es ein wichtiger Tag in ihrem noch jungen Berufsleben: Walter Heußlein, der Präsident der Handwerkskammer Unterfranken und Christian Streidt, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Bestatter überreichten ihnen ihre Urkunden zur bestandenen Gesellenprüfung im Ausbildungsberuf Bestattungsfachkraft. Zur Freisprechungsfeier in der Aula des Philipp-von-Schönborn-Gymnasiums waren Gäste aus der ganzen Bundesrepublik angereist.

Christian Streidt betonte: "Wir brauchen junge Menschen, die das Thema Tod und Umgang mit dem Tod in der Öffentlichkeit behandeln." Die Totenfürsorge sei ein ganz hohes Gut, das ins Persönlichste des Verstorbenen, aber auch der Angehörigen gehe.

Handwerkskammer-Präsident Walter Heußlein betonte, die Bestattungsfachkräfte hätten sich für einen sehr anspruchsvollen Beruf entschieden, der Einfühlungsvermögen, Fachwissen im medizinischen und psychologischen, aber auch im kaufmännischen Bereich erfordere. Auch handwerkliches Geschick sei nötig. Er teilte mit, dass bis zum 1. September, dem offiziellen Ausbildungsstart, insgesamt 2376 neue Lehrverträge in rund 130 Handwerksberufen abgeschlossen wurden. Die Zahl sei stabil geblieben.

Arbeit mit trauernden Menschen

Die stellvertretende Landrätin Monika Horcher (Grüne) überbrachte Grüße des Landkreises. Man sei froh und stolz, dass in der Berufsschule Bad Kissingen und im Bestatterzentrum Münnerstadt Bestatter aus fast allen Bundesländern ausgebildet werden. Der 2. Bürgermeister Andreas Trägner (Freie Wähler) hob hervor, die Bestatter seien gern gesehene Gäste in der Stadt. Dadurch bekomme diese ein Alleinstellungsmerkmal. Stadtpfarrer Pater Markus Reis OSA meinte: "Wir arbeiten beide mit trauernden Menschen. Wir arbeiten beide zum Wohl der Menschen." Die Absolventin Luise Paulsen (Hamburg) betonte in ihrer Abschlussrede: "Das Leben mit dem Tod wurde für uns zum täglich Brot." Sie dankte den Lehrer und Ausbildern, aber auch den Familien, die Rückendeckung gegeben hätten.

Die Übergabe der Urkunden an die erfolgreichen Absolventen wurde zum Streifzug durch die ganze Bundesrepublik. Die neuen Gesellinnen und Gesellen kommen aus Freilassing ebenso wie aus Villingen-Schwenningen, Esslingen, Hannover oder Rendsburg. Als Theresa Korsch aus Kiel ihre Urkunde bekam, spielte das Blechbläserquartett der Jugendmusikschule unter Leitung von Thomas Reuß einen Extra-Tusch, denn sie hatte kürzlich in der RTL-Fernsehsendung "Wer wird Millionär?" den Moderator Günther Jauch zum Gräber-Ausheben auf dem Münnerstädter Lehrfriedhof eingeladen. "Wir kriegen Herrn Jauch schon noch dazu, nach Münnerstadt zu kommen," meinte dazu Rosina Eckert vom Bestatterzentrum.

155 Absolventen

Ein Teil der 155 Absolventen, die ihre Urkunden als Bestattungsfachkraft bekamen, hat die dreijährige Ausbildung bereits im Januar/Februar beendet. Sie kommen aus fast allen Bundesländern. Nur Thüringen fehlt diesmal. Die meisten kommen aus Nordrhein-Westfalen (46), gefolgt von Niedersachsen (29) und Bayern (28). In diesem Bundesland hat sich die Zahl gegenüber 2017 mehr als verdoppelt.

Sechs der erfolgreichen Absolventen stammen aus dem Bereich der Handwerkskammer Unterfranken, darunter vier aus Würzburg, einer aus Schweinfurt. In Niederlauer lebt Lukas Mahlmeister, der bei Bestattungen Suckfüll gelernt hat.

1865 Fachkräfte ausgebildet

Insgesamt hat die Zahl der Absolventen stark zugenommen, letztes Jahr waren es nur 116. Die Zahl der Männer (78) ist fast genauso groß wie die Zahl der Frauen (77). Seit Inkrafttreten der "Verordnung über die Entwicklung und Erprobung des Ausbildungsberufes Bestattungsfachkraft" am 3. Juli 2003 wurden in Münnerstadt 1865 junge Menschen ausgebildet.



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