Thundorf
Natur

Der Steinkauz ist wieder da

Im Landkreis Bad Kissingen, vor allem im Raum Thundorf, ist es gelungen, den Steinkauz wieder anzusiedeln. Das Projekt "Steinkauz" des Landschaftspflegeverbandes trägt Früchte und wird fortgesetzt.
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Ralf Kiesel (rechts) überprüft die Beringung eines Steinkauzes.Thundorfs Bürgermeister Anton Bauernschubert übernimmt die Buchführung.
Ralf Kiesel (rechts) überprüft die Beringung eines Steinkauzes.Thundorfs Bürgermeister Anton Bauernschubert übernimmt die Buchführung.
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Sie waren aus der heimischen Flur verschwunden, die Steinkäuze, weil ihr Lebensraum, die Obstbaumwiesen und alte Obstbaumgürtel in und um die Dörfer zum großen Teil zerstört wurde. Dem Steinkauzprojekt ist es zu verdanken, dass die Tiere jetzt wieder da sind. Ein kleiner Schwerpunkt der Population findet sich in Thundorf.
Bei einer örtlichen Einsichtnahme zusammen mit Ralf Kiesel und Bürgermeister Anton Bauernschubert in der Thundorfer Gemeindeflur waren an einem Standort zwei von drei Röhren besetzt. Anhand der Ringnummer handelte es sich wahrscheinlich um ein Geschwister- oder Brutpaar. "Thundorf hat sich gut gemausert", meint Kiesel zur Population rund um Thundorf.
Wenn es sich auch nach wie vor laut Kiesel beim Steinkauz um die meist gefährdete Eulenvogelart handelt, stellt der Landkreis Bad Kissingen eine Ausnahme dar. "35 von anvisierten 50 Brutpaaren sind hier schon wieder heimisch", was Kiesel mit Stolz und Freude zur Kenntnis nimmt. Neben dem geeigneten Lebensraum ist auch eine Vielzahl von Schutzmaßnahmen erforderlich um den Vogel, der im Marder, Fuchs, Bussard und auch Waldkauz seine Feinde hat, wieder in der Region zu integrieren. Die Optimierung von fast 200 potenziellen Revieren mit je zwei oder drei Röhren, Lebensraum- und Nahrungsverbesserung, Anpflanzung von ca. 6000 Obstbaumhochstämmen im Projektgebiet und ca. 500 Röhren sollen für gute Lebensbedingungen sorgen.
Hauptursache für den nach wie vor fortschreitenden Bestandsrückgang des Steinkauzes ist der Verlust angeeignetem Lebensraum, ausgelöst vor allem durch Rodung von Streuobstwiesen und alten Bäumen durch Intensivierung der maschinellen Landbewirtschaftung sowie durch Bauvorhaben in ortsnahen Obstbaumgürteln. Hinzu kommt der Verlust oder der Rückgang extensiv genutzter Mähwiesen und Weiden sowie die Sanierung und Modernisierung von alten Gemäuern. Früher war der Steinkauz in der Region weit verbreitet. Der letzte Steinkauz vor dem Start des neuen Projekts wurde im Landkreis Bad Kissingen 1995 gesichtet. Diese Tatsache hatte Ralf Kiesel, den Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbandes im Landkreis Bad Kissingen, auf den Plan gerufen. Er hat 2007 die Initiative "Steinkauz" ins Leben gerufen, deren Ziel es ist und war , im Bereich der östlichen Gemeindeteile von der Stadt Münnerstadt, in Thundorf, Theinfeld und Weichtungen den Mäusefänger wieder anzusiedeln.
Der Aufruf blieb nicht unerhört. Zwischenzeitlich laufen Maßnahmen im gesamten Landkreis. Das Projekt "Steinkauz im Landkreis Bad Kissingen" verlief sehr erfolgreich. Nach mehr als dreißig Jahren brütete 2009 erstmals wieder die kleine Eule im Landkreis mit drei Jungvögeln, 2010 waren es schon vier mit fünfzehn Jungvögeln, 2011 neun mit einunddreißig Jungvögeln, 2012 neunzehn Brutpaare mit einundsiebzig Jungvögeln. Im laufenden Jahr zählte Kiesel im Gesamtlandkreis bereits 35 Brutpaare und 110 Jungvögel.
Der Steinkauz ist eine dämmerungs- und nachtaktive kleine Eule, die offene Landschaften, Streuobstwiesen, Weiden mit Einzelbäumen, Obstgärten, ruhige Anlagen oder Plätze mit altem Baumbestand bevorzugt. Er ernährt sich vor allem von Mäusen, Großinsekten und Regenwürmern.
Ralf Kiesel appelliert an die Bevölkerung, an diesem Projekt und an den Schutzmaßnahmen mitzuarbeiten. Wer den "Kobolden" helfen und Bäume pflanzen möchte, kann sich unter der Telefonnummer 0971/801-5110 melden. Im Projektgebiet entstehen hierfür keine zusätzlichen Kosten.

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