Windheim
Diskussion

Den Rasern den Kampf ansagen

Bei der Bürgerversammlung in Windheim wurden Klagen laut, dass im Ort zu schnell gefahren wird und Lösungen gefordert. Auch ging es um Regenwassereinläufe. Bürgermeister Helmut Blank zog eine Fünf-Jahres-Bilanz.
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In der Ortsdurchfahrt des Stadtteils Windheim gilt Tempo 30, aber  eingehalten wird diese Geschwindigkeitsbeschränkung vielfach nicht. In der  Bürgerversammlung forderten Anwesende, schon an den Ortseingängen mit  baulichen Maßnahmen, zum Beispiel Schwellen, die Autofahrer herunter zu  bremsen. Foto: Dieter Britz
In der Ortsdurchfahrt des Stadtteils Windheim gilt Tempo 30, aber eingehalten wird diese Geschwindigkeitsbeschränkung vielfach nicht. In der Bürgerversammlung forderten Anwesende, schon an den Ortseingängen mit baulichen Maßnahmen, zum Beispiel Schwellen, die Autofahrer herunter zu bremsen. Foto: Dieter Britz

Wenn es nach den Einwohnern der Münnerstädter Stadtteile geht, bekommt bald eine Herstellerfirma von Verkehrsschildern einen Großauftrag zur Lieferung von Tempo 30- und Halteverbotsschildern. Auch Windheim bekäme einen Teil der Schilder ab. Denn bei der Bürgerversammlung in Windheim wurden Klagen laut, dass im Ort zu schnell gefahren wird und gefordert, dass etwas dagegen getan wird. Die Bürger stellten Bürgermeister Helmut Blank (CSU) aber auch Fragen zu Problemen und Angelegenheiten außerhalb ihres Ortsteils.

Stadtrat und Ortsreferent Klaus Schebler (Neue Wege) konnte zur Bürgerversammlung im Vereinsheim über 30 Teilnehmer begrüßen. Der Ortsreferent präsentierte dem Bürgermeister eine Liste mit aktuellen Problemen. Dringend müssten Regenwassereinläufe an den Straßenrändern erneuert beziehungsweise saniert werden. Bei mehreren Ortsbesichtigungen, einmal auch mit dem Bürgermeister, sei Abhilfe versprochen worden - "aber leider ist bis heute noch nichts passiert". In einem Teil des Hohner Wegs müssten zusätzliche Wasserläufe gesetzt werden, da es hier bei Starkregen immer wieder zu Überflutungen komme.

Straßenbeleuchtung erneuern?

Schebler wies darauf hin, dass die Straßenbeleuchtung in diesem Bereich von Zeit zu Zeit ausfällt und schlug vor, hier gleich LED-Lampen anzuschaffen. Es müsse auch geprüft werden, inwieweit andere Lampen, die aus den 1970er Jahren stammen, erneuert werden könnten. Diese Investitionen würden sich längerfristig aufgrund der Stromersparnis rentieren.

Das Gelände des alten, aufgefüllten Feuerwehrteichs müsste im März 2020 neu angelegt werden. Dies will Schebler zusammen mit dem Bauhof erledigen. Das Dorfkreuz am Feuerwehrhaus soll saniert werden. Die Arbeit erledigt ein Mann aus dem Stadtteil, die Materialkosten, einige Hundert Euro, übernimmt die Stadt. Ein neues Kreuz hätte 15.000 bis 20.000 Euro gekostet, so Schebler.

"Zum Antrag der Windheimer Bürger bezüglich der Verkehrskontrollen und anderen Maßnahmen zur Reduzierung der Geschwindigkeit wird sich der Bürgermeister bestimmt äußern", sagte der Ortsreferent. Er irrte sich nicht. Das Problem des zu schnellen Fahrens gebe es in allen Ortsteilen, räumte Helmut Blank ein. Diese Woche sollen Verhandlungen mit der NES Allianz über einen Beitritt der Stadt zu einem Zweckverband zur Verkehrskontrolle stattfinden. Es soll festgelegt werden, wo gemessen wird - "aber wir werden niemandem sagen, wo die Messpunkte sind". Die endgültige Entscheidung über den Beitritt zu diesem Zweckverband trifft dann der Stadtrat. Auf eine Anregung von Thomas Reuß sagte der Bürgermeister "eine bauliche Verengung der Straße wird überlegt", und "wir haben uns mit dem Problem beschäftigt, aber bisher noch keine Lösung gefunden". Klaus Schebler ergänzte, um die Dringlichkeit deutlich zu machen, "viele Leute bei uns sind mit Rollstuhl oder Rollator unterwegs".

Auf eine Frage aus dem Kreis der Bürger antwortete Klaus Schebler, dass er eine Dorflinde zum Naturdenkmal erheben lassen will, in der Hoffnung, dass sie "noch sehr, sehr lange lebt".

Blanks Tätigkeitsbericht

Im Tätigkeitsbericht von Bürgermeister Blank über die Jahre 2014 bis 2019 kam auch Windheim immer wieder vor. So wurde der Flächennutzungsplan für Münnerstadt geändert, um ein Sondergebiet für Kleingärten in Windheim ausweisen zu können, und ein entsprechender Bebauungsplan wurde ausgestellt. Am Feuerwehrhaus wurde ein Wasserschaden behoben. Der Feuerwehrteich wurde wegen baulicher Mängel stillgelegt und dafür ein neuer Löschwasserbehälter errichtet. "Verschwendung von Mitteln" nannte das ein Besucher. Klaus Schebler allerdings betonte, diese neue Zisterne sei wegen des Neubaus des Altenheims notwendig, und Bürgermeister Blank wies auf die strengen Vorschriften zum Brandschutz hin.

"Wahlversprechen eingehalten"

Auf dem Windheimer Spielplatz, einem von 24 im Stadtgebiet, wurden neue Spielgeräte angeschafft. Beim Punkt "Straßen/Ortsdurchfahrten" erwähnte der Bürgermeister, dass der Kreuzungsbereich Windheim/Reichenbach saniert wurde. Helmut Blank betonte in der anschließenden Diskussion: "Ich habe mein Wahlversprechen, die Schulden zu senken, eingehalten." Zu den Meldungen über die Mehrzweckhalle betonte er: "Es kann nicht sein, dass wir nach vier Jahren dieses Projekt einstellen ... Eine Sanierung ohne Förderung ist betriebswirtschaftlich Humbug ... Diese Sportanlage können wir selbstverständlich stemmen."

Zum Jörgentor sagte er, die dringend nötige Sanierung sei ohne eine Nutzung, zum Beispiel als Jugendherberge, nicht möglich. Der Rhönklub aber sei dazu "zu alt". Die Idee, einen Badesee zu schaffen, findet der Bürgermeister gut: "Ich hoffe, dass der neue Stadtrat sowas hinbekommt." Angesichts der nötigen Genehmigungen und Auflagen "geht es aber nicht unter fünf Jahre, es sei denn sie haben dort einen Biber". Für seinen Schlusssatz "ich darf mich herzlich bedanken bei allen, die mir in den letzten Jahren die Treue gehalten haben", bekam Blank Applaus.

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