Wechterswinkel

Bücher aus Gänsekiel und Drachenblut

In Kloster erLeben - die Reihe über das mittelalterliche Leben eröffnet am Freitag, 23. Februar im Kloster Wechterswinkel eine Ausstellung über Buchmalerei
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Vom Buch zur Wandmalerei:  Kirchenmaler Reinhold Müller und Restaurator Franz Merz bei der Arbeit.   Astrid Scherpf, Kulturagentur
Vom Buch zur Wandmalerei: Kirchenmaler Reinhold Müller und Restaurator Franz Merz bei der Arbeit. Astrid Scherpf, Kulturagentur
Wollte man im Mittelalter, vor der Erfindung des Buchdrucks, ein Buch vervielfältigen, musste es mit der Hand abgeschrieben werden. Vor dem 13. Jahrhundert entstanden fast alle Bücher in Klöstern. Große Klöster besaßen ein Skriptorium, eine Schreibstube, und beschäftigten Schreiber und Buchmaler, die auf die Buchherstellung spezialisiert waren. Nur Mönche konnten damals Latein lesen und schreiben. Nur die wohlhabenden Klöster konnten sich die teuren Materialien zur Buchherstellung, wie Pergament oder Farbpigmente, leisten. So fertigten gelehrige Mönche mit Gänsekiel und Drachenblut Handschriften, die bis heute einzigartige Bildwerke des Mittelalters sind.

Der stellvertretende Landrat Peter Suckfüll eröffnet am Freitag, 23. Februar, um 19.30 Uhr die neue Ausstellung "Von Gänsekiel und Drachenblut. Im mittelalterlichen Skriptorium" im Kloster Wechterswinkel, die den Besucher in die Welt einer mittelalterlichen Schreibstube entführt. Aus diesem Anlass wurden extra ein Kirchenmaler und ein Restaurator hinzugezogen, um das Motiv einer mediävalen Buchmalerei als großformatige Wandmalerei zu gestalten. Für die passende musikalische Gestaltung sorgt mit mittelalterlichen Klängen die Gruppe Fontegara Consort der BfS für Musik unter der Leitung von Irene Wehner. Im Anschluss stellt Dr. Alice Selinger, Kuratorin der Ausstellung, die Welt des Mittelalters vor.


Zwei mittelalterliche Events

Am Sonntag, 25. Februar erwarten die Gäste des Klosters gleich zwei mittelalterliche Events. Zum einen führt Pauline Feichtinger von der Kulturagentur um 14.30 Uhr interessierte Besucher durch die Ausstellung. Anschließend findet um 17 Uhr das Konzert Lucente Stella (Leuchtender Stern) statt. Vom Glück und Leid der Liebe, von Klageliedern und Freudentänzen handelt das Programm des Duos Susanne Ansorg ( Fidel, Rebec, Citole) und Nora Thiele (Perkussion, Glockenspiel, Portativ). Geschichten von edlen Damen und falschen Priestern erzählt die virtuose Instrumentalmusik des Trecento, Höfische Musik, wie sie sich nur der Adel und Klerus leisten konnte.
Die Ausstellung ist für Kindergärten und Schulklassen besonders geeignet. Terminvereinbarung Kulturagentur, Tel. 09771/94 675. Eintritt und Führung kostenfrei.

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