Rannungen

Baumpflanz-Substrat sorgt für Stimmengleichheit

Die Kosten fürs Baumpflanz-Substrat für die künftigen Platanen auf dem Schul- und Kirchhof in Rannungen sorgte für Diskussionen bei den Gemeinderäten. Am Ende stand ein Patt und eine Vertagung.
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Der eigentliche Schul- und Kirchhof in Rannungen ist fast fertig. Noch  dieses Jahr sollten vier  Platanen gepflanzt werden. Damit wird es aber  nichts, da der Gemeinderat die Lieferung des dazu nötigen  Baumpflanz-Substrates ablehnte. Unser 360-Grad-Panoramabild zeigt den  gesamten Platz. Foto: Dieter Britz
Der eigentliche Schul- und Kirchhof in Rannungen ist fast fertig. Noch dieses Jahr sollten vier Platanen gepflanzt werden. Damit wird es aber nichts, da der Gemeinderat die Lieferung des dazu nötigen Baumpflanz-Substrates ablehnte. Unser 360-Grad-Panoramabild zeigt den gesamten Platz. Foto: Dieter Britz

Ungewohntes Gedränge herrschte auf den Zuschauerplätzen bei der Sitzung des Rannunger Gemeinderates. Über zwei Dutzend junge Leute wollten die Diskussion über den Neubau des geplanten Wirtschaftsgebäudes mit Jugendtreff auf dem Schul- und Kirchhof verfolgen. Außerdem bekamen sie mit, dass auch um kleinere Beträge manchmal heftig gerungen wird. Es ging schließlich um die mit Stimmengleichheit abgelehnte Lieferung von Baumpflanz-Substrat für die Platanen auf dem Platz.

Allgemeine Ratlosigkeit

Das Unternehmen, das den Schul- und Kirchhof baut, hatte ein Nachtragsangebot für die Lieferung und den Einbau von 25 Kubikmeter Baumpflanz-Substrat für die Pflanzflächen auf dem Platz vorgelegt. Geplant sind hier unter anderem vier Platanen. Einschließlich Anlieferung und Einbau sollte das 2557 Euro kosten. Auf dem Platz werden voraussichtlich nur 20 Kubikmeter benötigt, die Mindestabnahmemenge beträgt aber besagte 25 Kubikmeter. Der Rest sollte am Bauhof gelagert und für zukünftige Pflanzaktionen verwendet werden. Gemeinderat Franz Wolf (CSU-Freie Wähler) jedoch war damit nicht einverstanden und verwies auf die zehn Euro, die er pro Kubikmeter bezahlt hatte. Sein Kollege Johannes Beck (CSU-Freie Wähler) wunderte sich über dieses Nachtragsangebot, "denn das stand schon von Anfang an fest". Bürgermeister Fridolin Zehner (CSU) stimmte ihm zu, denn "es wäre schön, wenn wir das schon im Vorfeld gewusst hätten". Neben Franz Wolf stimmten schließlich vier weitere Gemeinderäte gegen die Lieferung des Baumpflanz-Substrates für 2557 Euro, fünf Gemeinderäte stimmten zu. Damit allerdings war der Antrag abgelehnt. Im Gemeinderat herrschte danach allgemeine Ratlosigkeit.

Auf die Frage des Bürgermeisters, wie es weitergehen soll, meldete sich nur Franz Wolf und verwies auf sein Substrat für zehn Euro pro Kubikmeter. Fridolin Zehner meinte aber, "das bleibt so liegen bis zur Einweihung", dann war das Thema erledigt. Auf Nachfrage unserer Zeitung sagte der Bürgermeister am Tag nach der Sitzung, das Einpflanzen der Platanen hätte eigentlich noch dieses Jahr erfolgen sollen, sei nun aber nicht mehr möglich. Er will sich jetzt erst einmal mit Planer Johannes Hahn zusammensetzen.

Jugendtreff: Vollausbau mit Vorbehalt

Völlig reibungslos ging dagegen der Tagesordnungspunkt "Neubau Wirtschaftsgebäude und Jugendtreff" über die Bühne. Das Gebäude am Rand des Schul- und Kirchhofs soll 18 mal sieben Meter groß werden. Im Gegensatz zu den Plänen aus dem Jahr 2017 soll nun das Dachgeschoss ausgebaut und in zwei Räume aufgeteilt werden. Es soll als Jugendtreff dienen. Ursprünglich war dafür ein kleinerer Raum im Erdgeschoss gedacht. Der untere Raum wird nun erst einmal freigehalten. Jugendräume brauchen natürlich Licht und Luft. "Dachgauben sind prinzipiell schöner, aber sie kosten auch das Doppelte", sagte dazu Planer Johannes Hahn. Er bekam schließlich den Auftrag, die vom Gemeinderat gewünschten Änderungen in die Pläne einzuarbeiten. "Soll ich den Roh- oder den Vollausbau ausschreiben?", wollte Johannes Hahn wissen. Bürgermeister Zehner und seine Stellvertreterin Sybille Büttner (Rannunger Bürgerliste) wiesen darauf hin, dass die jungen Leute selbst mit Hand anlegen und einiges ausbauen möchten. Deshalb beschloss der Gemeinderat zwar, den Vollausbau auszuschreiben, aber den Vorbehalt mitaufzunehmen, dass einzelne Gewerke wieder herausgenommen werden können. In der Beschlussvorlage an den Gemeinderat heißt es ausdrücklich, dass wegen der Förderung das weitere Vorgehen unbedingt mit dem Amt für ländliche Entwicklung abgestimmt werden muss. Dazu sei ein Bauentwurf mit einer Kostenberechnung zu erstellen. Die Vorgaben des Förderbescheides seien zu beachten. Da das Bauvorhaben genehmigungspflichtig sei, müsse ein Bauantrag gestellt werden. Diesem Tagesordnungspunkt stimmte der Gemeinderat unisono zu.

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