Bibra bei Meiningen
Initiative

Autoaufkleber und ein Name für die Autobahnkirche am Parkplatz Thüringer Tor

Die Autobahnkirche am Parkplatz Thüringer Tor an der A 71 soll einen Namen bekommen. Ein Thema, das bei der Jahresversammlung des Vereins Autobahnkirche diskutiert wurde.
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Autoaufkleber werben künftig für die kleine Kirche an der Autobahn A 71. Vorhanden ist dort auch ein QR-Code, mit dem man auf die Internetseite der Kirche gelangt.  Foto: Hanns Friedrich
Autoaufkleber werben künftig für die kleine Kirche an der Autobahn A 71. Vorhanden ist dort auch ein QR-Code, mit dem man auf die Internetseite der Kirche gelangt. Foto: Hanns Friedrich
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"Einheitskirche... Kirche der Einheit... Kirche des Friedens..." und einige Ideen mehr wurden angesprochen. Letztendlich war man der Meinung, eine Art Wettbewerb zu starten und die Menschen, die das Gotteshaus besuchen, zu bitten, einen Namen vorzuschlagen. " Dazu soll im Frühjahr eine Box aufgestellt werden, in die Vorschläge eingeworfen werden können.

47 Kirchen und -Kapellen gibt es entlang der bundesdeutschen Autobahnen. Alle werden lediglich als Autobahnkirche bezeichnet. "Warum sollte unsere Kirche, da nicht einen Namen bekommen", war man sich schnell einig. Zwar ist der Heilige Christopherus der Schutzpatron der Autofahrer, so dass man die Kirche nach ihm benennen könnte, allerdings ist die kleine Kirche an der A 71 auch Zeichen der Einheit und des Zusammenwachsens sowie Ort der Erinnerung. Nun hofft man in diesem Jahr auf gute Vorschläge von den Kirchenbesuchern.

Weitere Sitzgelegenheiten vorgestellt

Vorsitzender Ralf Luther begrüßte zur Jahresversammlung die Mitglieder, darunter Pfarrer Montag (Meiningen) und Pfarrer Michael Schlauraff (Bibra). Er berichtete von einem Treffen aller Verantwortlichen der Autobahnkirchen Deutschlands, wobei er auch die Autobahnkirche an der A 71 vorstellen konnte. Informationen gab der Vorsitzende zur Holzschnitzschule Empfertshausen, die weitere Sitzgelegenheiten für die Kirche vorstellen wird. Auch sie werden wieder künstlerisch gestaltet. Stellvertretender Landrat Peter Suckfüll (Rhön-Grabfeld) erwähnte die Berufsfachschule für Holzbildhauer in Bischofsheim an der Rhön, die man mit einbinden sollte. In diesem Zusammenhang dankte Vorsitzender Ralf Luther der Bischofsheimer Schule, die im vergangenen Jahr einen Informationsstand mit einer Ablage für das Anliegenbuch erstellte.

In diesem Jahr soll außerdem ein Stahlschrank am Eingang der Kirche eingebaut werden. Dort wird dann die Elektroinstallation untergebracht. Es gibt aber auch Platz für Broschüren und die notwendigen Putzutensilien.

Wo kommen Spendernamen hin?

Wieder einmal ging es dann um die Namen der Spender, die auf einer Tafel namentlich genannt werden. Hier könnte unter anderem eventuell die Schrankvorderseite dienen. Mehr als 500 Namen müssen dort allerdings untergebracht werden. Installiert werden soll in diesem Jahr auch eine indirekte Beleuchtung entlang der Glasoberlichte. Sie soll allerdings nicht zu hell sein, sondern der Kirche in den Abend- und Nachtstunden ein besonderes Licht geben.

Der Verein Autobahnkirche e.V, hat derzeit 54 Mitglieder, sagte der Vorsitzende in seinem Jahresbericht und dankte seiner Vorstandschaft für die Unterstützung, ebenso seinem ehemaligen Fahrer, der nach wie vor das Mähen an der Autobahnkirche übernimmt. Wieder einmal hat Ralf Luther dann auf das Anliegenbuch verwiesen, das in der kleinen Kirche aufliegt. "Wir hätten nie gedacht, dass das so angenommen wird." Es sei oft erschütternd, welche Anliegen die Menschen hier eintragen. Es zeige aber auch, dass die kleine Kirche ein Rückzugsort für Reisende ist, aber auch ein Ruhepol.

Kostenfreie Werbung

In diesem Zusammenhang kam erneut die Idee auf, am Weg vom Parkplatz zur Kirche Stelen aufzustellen. Dort könnten dann Gebete oder auch Auszüge aus dem Anliegenbuch zu lesen sein. Die Mitgliederversammlung war sich einig, dass diese Texte an den Stelen auswechselbar sein sollten. Rhön-Grabfeld-Kreiskulturreferent Hanns Friedrich stellte dann neue Autoaufkleber vor, die von ihm, gemeinsam mit Ralf Luther, entworfen wurden. Sie sind eine kostenfreie Werbung und liegen nicht nur in der Autobahnkirche auf, sondern auch in den Kirchen in Thüringen und Rhön-Grabfeld. Der Aufkleber besitzt einen QR-Code. Damit gelangt man direkt auf die Internetseite der Autobahnkirche und bekommt alle notwendigen Informationen. Vorhanden ist mittlerweile auch eine Facebookseite.

Ralf Luther sagte, dass die bisherigen Angebote der Autobahnkirche sehr gut angenommen wurden und sprach auch verschiedene Besuchergruppen an. "Unsere Kirche wird immer wieder gerne besucht." Er selbst steht auf Anfrage jederzeit für Führungen zur Verfügung. Wer möchte, kann die Kirche auch von Bibra aus anfahren. Dazu muss allerdings der Torschlüssel bei der Gemeinde Bibra abgeholt werden.

Aus dem Minus heraus

Informationen gab es zu den Finanzen. Hier ist man aus den Minuszahlen heraus. "Das ermöglicht es uns, jetzt weitere noch notwendige Maßnahmen an der Kirche vorzunehmen", stellte Vorsitzender Ralf Luther klar. Allein an Spenden gingen 3025 Euro ein. Installiert werden soll an der Kirche ein kleiner Schaukasten. Dort werden dann die Gottesdienste und Veranstaltungen zu lesen sein. Zum Thema "Wiedervereinigung" und "Die Grenze von einst" verwies Pfarrer Montag, Mitglied im Bürgerkomitee Thüringen, auf ein "Grenzlexikon", das Ereignisse zu DDR-Zeiten am "Todesstreifen" aufarbeitet und dokumentiert. Es liegt ebenfalls in der Autobahnkirche aus. Der nächste Gottesdienst in der Autobahnkirche findet am 14. April, 14 Uhr, statt, sagte Pfarrer Michael Schlauraff. Die bisherigen Gottesdienste waren allesamt sehr gut besucht, so auch der erste Blaulicht-Gottesdienst.

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