Thundorf
Bürgerversammlung

Ausstieg der BayWa war rechtens

Windräger: Vertrag wurde überprüft. Festhalle: Es bleibt dabei - Ruhe um 22 Uhr
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Die Baywa Energie ist aus dem Windrad-Vertrag ausgestiegen, da die erwarteten Erträge nicht gesichert sind. Foto: Philipp Bauernschubert
Die Baywa Energie ist aus dem Windrad-Vertrag ausgestiegen, da die erwarteten Erträge nicht gesichert sind. Foto: Philipp Bauernschubert
Das Sportheim des TSV war bei der letzten von drei Bürgerversammlungen in der Gemeinde Thundorf mit knapp 50 Personen gut besucht. Dabei ging es friedlich und ohne Emotionen zu, das fand zumindest Roland Albert, der zum Applaus für den Bürgermeister aufforderte. Erfreulich war die Meldung von Bürgermeister Egon Klöffel, dass seit Jahren seit wieder einmal mehr Zu-, (22) als Wegzüge (17) in Thundorf zu verzeichnen waren. Die Gesamteinwohnerzahl von Thundorf beträgt 482 Einwohner mit Hauptwohnsitz und 49 mit Nebenwohnsitz, ergibt eine Gesamteinwohnerzahl im Gemeindeteil Thundorf von 531 Einwohner.

Die Diskussionsrunde wurde eingeleitet mit der Frage: "Warum sind die Stromkosten für die Dorfbeleuchtung so unterschiedlich hoch"? Lagen die Stromkosten 2016 bei 17 908 Euro, liegen sie im Abrechnungsjahr 2017 bei 22 850 Euro. Klöffel beantwortete die Frage mit der Tatsache, dass die Stromkosten Geschäftsjahr übergreifend abgerechnet werden und deshalb den Schwankungen unterliegen.

Altbürgermeister Anton Bauernschubert nahm sich das heikle Thema "Windräder" vor, ohne
dabei alte Wunden aufbrechen zu wollen, wie er ausdrücklich betonte. Seine Frage zielte darauf ab, ob der Vertragsrücktritt der Baywa Energie, als Nachfolger von Juwi, in der Form wie geschehen rechtmäßig war. Nach seinen Kenntnissen wären ab Baubeginn, der war im Juli 2016 in letzter Minute mit dem Wegebau gegeben, auch die im Vertrag vereinbarten Pachtzahlungen in Höhe von 30 000 Euro je Windrad für die gemeindlichen Flächen fällig gewesen. Es sei denn, so Bauernschubert, der Gemeinderat ist zurückgetreten. Diesen Schluss lasse die Formulierung "Verzicht in Absprache mit der Gemeinde" in einen Pressebericht von Januar 2018 zu, so der Altbürgermeister. Darauf antwortete Bürgermeister Klöffel: Die Baywa Energie habe Nachberechnungen angestellt, die ergaben, dass die zu erwartenden Erträge nicht gesichert seien. Deshalb habe es den Rücktritt aus dem Vertrag gegeben. Daraufhin wurde der Vertrag juristisch von mehreren Stellen geprüft mit dem Ergebnis, dass ein Ausstieg möglich ist.

Eine weitere Frage von Bauernschubert betraf die Festhalle Thundorf. Nachdem das Landratsamt im Sommer 2017 nach zahlreichen Anzeigen bei der Polizei durch lärmbelästigte Nachbarn und nur einer Lärmmessung bei einer privaten Feier verfügt hatte, dass künftig ab 22 Uhr in der Festhalle keine privaten Feiern mehr stattfinden dürfen, hatte sich der Vorstand des betroffenen Vereins "Dorfgemeinschaft Thundorf" mit der Sache befasst. Bei zwei Enthaltungen wurde ohne Gegenstimme vom Vorstand beschlossen, bei der Gemeinde die Einschaltung eines Anwaltes zur Überprüfung dieses Bescheides des Landratsamtes zu beantragen. Altbürgermeister Bauernschubert: "Am 15.Oktober 2017 wurde dieser Antrag schriftlich eingereicht und am 27.12.2017 nochmals schriftlich daran erinnert. Warum wurde bis heute nicht darüber entschieden, beziehungsweise warum hat die DG Thundorf bis heute keine Antwort erhalten?".Bürgermeister Klöffel beantwortet diese Frage zum einen damit, dass es an der Verwaltung in Maßbach liegt und zum anderen, dass die Gemeinde einen Rechtsanwalt eingeschaltet hat, der nach Rechtsprechung keine andere Möglichkeit sieht.

Wie im Gemeindeteil Theinfeld war auch der Winterdienst ein Thema in der Bürgerversammlung Thundorf. Besonders wurden dabei die Bushaltestellen angeführt, die laut Bürgermeister aber an den Schulzeiten immer geräumt werden. Klöffel weiter: "Man kann es nicht immer richtig machen". Er versprach jedoch, den Räum- und Streuplan noch einmal auf den Prüfstand zu legen. Weitere Themen waren das Defizit beim Bestattungswesen und der sehr schlecht begehbare Fußweg vom Siedlungsgebiet Kutschenweg zum Friedhof. Auch hier soll laut Klöffel Abhilfe geschaffen werden.Breiteren Rahmen nahm noch die Renaturierung des Ransbaches und die Umsetzung des Landschaftsplanes ein. Zu diesem Thema meldete sich der Obmann der Feldgeschworenen, Heribert Saal und wollte darüber Details wissen.



Fotos:
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