Münnerstadt
Jubiläum

Aus der Tradition ins Jetzt

Der Festumzug zur 1250-Jahrfeier im Juli 2020 wird sich dem Leben in Münnerstadt früher und heute widmen. Die Stadt putzt sich mit neuen Fahnen und Wimpeln heraus. Interessierte können sich anschließen.
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Der historische Festumzug 1985 anlässlich des Jubiläums zur Stadterhebung  ist vielen Menschen in Erinnerung geblieben. Der Festzug im nächsten Jahr anlässlich der 1250-Jahrfeier wird sich dem Leben in der Stadt früher und heute widmen. Archiv/Heike Beudert
Der historische Festumzug 1985 anlässlich des Jubiläums zur Stadterhebung ist vielen Menschen in Erinnerung geblieben. Der Festzug im nächsten Jahr anlässlich der 1250-Jahrfeier wird sich dem Leben in der Stadt früher und heute widmen. Archiv/Heike Beudert

Das Konzept für den Festzug am 12. Juli 2020 und die mögliche Beflaggung während des Jubiläumsjahres stellte Stadtmanager Kilian Düring während der jüngsten Stadtratssitzung vor. Das schmeckte allerdings nicht allen Kommunalpolitikern.

"Wir haben uns lange mit dem Thema befasst, begann Kilian Düring seine Ausführungen. Ein historischer Festzug, vergleichbar mit dem aus dem Jahr 1985, scheine aus Sicht der Verwaltung, aus verschiedenen Gründen nicht realisierbar. Diese Gründe hatte er in einer Sitzungsvorlage bereits zusammengefasst. Einerseits seien die Kosten für einen historischen Umzug sehr hoch, außerdem findet zur gleichen Zeit das Stadtfest "Musik und Märkte" statt. Die sehr hohe Bereitschaft zur ehrenamtlichen Mitarbeit vieler Mitbürger, dürfe man nicht überstrapazieren. "Ebenso haben sich die Sicherheitsauflagen in den letzten Jahren erheblich verschärft."

Das Motto lautet: "1250 Jahre Münnerstadt - Aus der Tradition ins Jetzt; So leben wir hier - früher und heute". So sollen beispielhaft die jeweiligen Lebenssituationen eines Münnerstädters in früheren Jahren und und in der heutigen Zeit dargestellt werden. Angefangen vom Kindesalter über das Erwachsen werden und Erwachsen sein, hin zum älter werden. Die beteiligten Gruppen sollten versuchen, ihr Institut, Verein, oder Betrieb sowohl in der heutigen Form zu präsentieren aber auch möglichst die Tradition darstellen, aus der sie entstanden sind.

Als mögliche Gruppen nannte Kilian Düring die Kindergärten, Schulen, die Berufsgruppen (Zunftschilder), die Vereine, von denen es 130 im Stadtgebiet gibt, die Kirchen und Klöster, Städtepartnerschaften, Politik, Ereignisse (Studiengenossenfest, Heimatspiel, GTI-Treffen), die Seniorenheime und natürlich die verschiedenen Musikgruppen. Man sollte sich allerdings auf Fußgruppen beschränken, Wagen sieht Kilian Düring eher skeptisch. Der Festumzug soll im Talweg aufgestellt werden, dann über die Veit-Stoß-Straße, , Riemenschneiderstraße, Manggasse, Klostergasse, Stenayer Platz Bauerngasse, wieder über die Veit-Stoß-Straßen und Kapellengasse führen und schließlich am Anger enden.

"Mir gefällt die Idee nicht", sagte Britta Bildhauer (SPD). Sie findet es sehr schade, dass es zur 1250-Jahrfeier keinen historischen Festumzug geben wird. "Ich kann das verstehen", sagte Kilian Düring dazu. "Es ist äußerst schwer, da wäre erst einmal das Finanzielle." Nach der derzeitigen Planung kostet der Festumzug rund 9300 Euro. Mögliche Kosten für Kostüme sind nicht eingerechnet. 1985 waren zahlreiche Kostüme aus Theatern ausgeliehen worden. Kilian Düring setzt darauf, dass auch 2020 historische Kostüme zu sehen sein werden, weil sich die teilnehmenden Vereine und Institutionen früher und heute darstellen sollen. Kilian Düring gab auch zu bedenken, dass bei diesem Umzug gleichzeitig die Märkte stattfinden, Der Platz für den Umzug durch die Stände eingeschränkt ist.

Die Stadträte brachten verschiedene Vorschläge, wie der Festzug gestaltet werden könnte. Da auch immer wieder ein wenig Kritik durchkam, machte Kilian Düring deutlich: "Wir sind zu zweit. Wenn er und Kulturmanager Nicolas Zenzen sich ausschließlich mit dem Festzug beschäftigen könnten, wäre das kein Problem. "Die Zeit drängt", mahnte Zweiter Bürgermeister Andreas Trägner (Freie Wähler). Als Vorsitzender des FC Reichenbach bekomme er jetzt schon Einladungen für Festzüge im nächsten Jahr. Der Wille sei erkennbar, meinte Michael Kastl (CSU), der ebenfalls zur Eile mahnte. Nun sollen die Vereine angeschrieben werden. Wichtig sei, so betonte Thomas Klemm (CSU), dass ein klares Signal nach außen getragen wird. Bei zwei Gegenstimmen beschloss der Stadtrat das vorgestellte Konzept.

In einem zweiten Tagesordnungspunkt ging es um die Anschaffung neuer Fahnen und Wimpel für das Jubiläumsjahr. Dazu hatten Kilian Düring und Nicolas Zenzen sämtliche Halterungen für Fahnen und Wimpel in der Altstadt kartiert. Wenn alles neu angeschafft werden sollte, wären dafür rund 14 000 Euro nötig. Klaus Schebler (Neue Wege) schlug vor, dieses Geld aus dem Budget für die Feierlichkeiten zu nehmen. "Das Budget ist Ihre Erfindung", entgegnete Leo Pfennig (Freie Wähler und schlug vor, das Budget aufzubessern. Helmut Blank mahnte zu einem höflichen Umgang untereinander. Dieter Petsch (Freie Wähler) bemängelte, dass jetzt wieder die gleichen Fahnen angeschafft werden sollen, wie vor 35 Jahren. So könne man Privatleute kaum dazu bringen, sich neue Fahnen zu kaufen. Es habe doch in all den Jahrhunderten verschiedenste Wappen gegeben. Da gebe es doch andere Motive.

"Mir fehlt die Aufbruchstimmung", bemängelte Michael Kastl. Nach längerer Diskussion einigten sich die Stadträte darauf, zunächst nur Fahnen und Wimpel für städtische Gebäude zu kaufen. Privatleute können sich anschließen, weil es so günstigere Konditionen für sie gibt. Bezüglich neuer Motive (Wappen etc.) will die Verwaltung Kontakt mit Stadtarchivar Klaus Dieter Guhling aufnehmen. So wurde es einstimmig beschlossen.

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