Münnerstadt
Baustelle

Anwohner beklagen Staubbelastung

Die Baustellenfahrzeuge am neuen Berufsbildungszentrum machen einigen Anwohnern zu schaffen. Vor allem die Staubentwicklung stinkt ihnen gewaltig.
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Viel Staub wird aufgewirbelt, wenn die Lkw durch die Seminarstraße fahren. Einige Anwohner fordern, dass öfter gekehrt wird, vor allem dürfe das nicht ohne Wasser geschehen. Thomas Malz
Viel Staub wird aufgewirbelt, wenn die Lkw durch die Seminarstraße fahren. Einige Anwohner fordern, dass öfter gekehrt wird, vor allem dürfe das nicht ohne Wasser geschehen. Thomas Malz
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Otto Hußlein telefoniert jetzt häufig. Vor allem mit dem Landratsamt. "Es hat alles nichts gebracht, mein Problem wurde nicht einmal an den zuständigen Mitarbeiter weitergeleitet", schimpft er. Am Gründonnerstag hatte er angerufen, ob die Straße nicht wenigstens zu Ostern gereinigt wird. "Zu spät", habe man ihm gesagt. Schon zu Weihnachten sei die Seminarstraße mit gefrorenem Dreck überzogen gewesen. In dem Bereich parken an den Markttagen viele Besucher, sagt er. Die bekämen keinen guten Eindruck von Münnerstadt, wenn sie das sehen.

Otto Hußlein und Ehefrau Irena haben vor allem ein Problem: der Staub. Sie hätten sehr wohl Verständnis dafür, dass es während der Bauarbeiten am neuen Berufsbildungszentrum Beeinträchtigungen gibt, doch inzwischen würden sich schon ihre Mieter über die Staubbelastung beschweren. Schon mehrfach sei die Kehrmaschine gefahren, sagt Otto Hußlein, aber lange Zeit auch nicht. Und ohnehin werde nur die Fahrbahn gereinigt, die Gehwege, die ebenfalls von den Baustellenfahrzeugen verschmutzt würden, aber nicht.

Was den Anwohner besonders ärgert: "Die Kehrmaschine hat trocken auf der Straße herumgerubbelt." Bei der Trockenheit in dieser Zeit hätte man unbedingt Wasser dazu nehmen müssen, bemängelt er. So sei auch nur wieder Staub aufgewirbelt worden. Der Landkreis bezahle ja dafür, dass die Straße gereinigt wird. Dann sollten sich die Mitarbeiter auch vor Ort umsehen und kontrollieren, ob wirklich gekehrt wird. "Natürlich nehmen wir Rückmeldungen vonseiten der Anwohner ernst. Uns ist bewusst, dass durch eine Baustelle zeitweise und witterungsbedingt Lärm und Schmutz entstehen können", heißt es aus dem Landratsamt. Man sei jedoch bemüht, dies so weit wie möglich zu vermeiden, bzw. diese Auswirkungen so gering wie möglich zu halten. "Grundsätzlich bedanken wir uns für die Geduld und das Verständnis, das die Nachbarschaft hinsichtlich der Großbaustelle aufbringt", so das Landratsamt.

Das Landratsamt bestätigt, dass am Gründonnerstag ein Anruf bezüglich der Straßenverschmutzung eingegangen ist. "Nach Auskunft der örtlichen Bauleitung und der zu diesem Zeitpunkt tätigen Firma war an diesem Tag nur ein geringfügiger Anlieferungsverkehr zu verzeichnen", schreibt das Landratsamt. Lediglich am 15. April wurden die Lüftungsgeräte durch neun Sattelzüge angeliefert. "Nur wenige Tage nachdem die Meldung eingegangen war, erfolgte eine Ortseinsicht zu den Straßenverschmutzungen. Hierbei konnte lediglich eine geringe Straßenverschmutzung (Staubbelastung) festgestellt werden. Da zwischenzeitlich keinerlei Witterungseinflüsse auf die Straßenbeläge einwirkten, ist davon ausgehen, dass die Dokumentation am Tag der Ortseinsicht die Straßenverschmutzung zum 18.April widerspiegelt."

Das sei ja das Problem, meint Otto Hußlein. Auf den ersten Blick sehe man die Verschmutzung gar nicht so sehr. Erst wenn ein Lkw kommt, werden die Staubwolken aufgewirbelt. Schuhe oder Reifen von Rollatoren und Rollstühlen seien sofort verdreckt, wenn man die Seminarstraße benutzt. Es habe doch geheißen, dass die Baustelle auch direkt von der Entlastungsstraße angefahren wird.

"Jetzt fahren sie alle durch die Seminarstraße", sagt der Anwohner. "Die Baustellenzufahrt an der Entlastungsstraße wird nur punktuell im Bedarfsfall genutzt, wenn eine Baustellenandienung nicht über den Altstadtweg möglich ist", heißt es aus dem Landratsamt. "Eine grundsätzliche Nutzung der Baustellenzufahrt direkt über die Entlastungsstraße wurde von Seiten der Bundesstraßenverwaltung und der Polizeiinspektion Bad Kissingen aus Verkehrssicherheitsgründen abgelehnt."

Die Schmutzbelastung führt Otto Hußlein unter anderem auf das Fehlen der Reifenwaschanlage zurück. Dabei habe es geheißen, dass eine solche eingebaut wird, was aber nicht der Fall sei. Die Reifenwaschanlage sei für die Erdarbeiten zur Errichtung der Baugrube und zum Abtransport der Erdmassen vorgesehen gewesen, schreibt dazu das Landratsamt. Wegen der optimalen Witterungsverhältnissen während des Ausführungszeitraumes (keinerlei Niederschläge) sei der Einsatz der Reifenwaschanlage nicht erforderlich gewesen.

Die Anwohner, zu denen zählt auch Heinz Schmitt, sehen noch ein ganz anderes Problem. Vor zwölf Jahren ist die Seminarstraße hergerichtet worden und die Anwohner haben mitbezahlt. Nun befürchten sie, dass die schweren Baustellenfahrzeuge Schäden anrichten. "Ein Gullideckel klappert schon gewaltig", sagt Heinz Schmitt, was sich weniger Augenblicke später bestätigt, als ein Lkw darüber fährt. Das Landratsamt beschwichtigt: "Vor der Baumaßnahme wurde an den Zufahrtsstraßen zur Baustelle sowie an den Nachbargebäuden ein Beweissicherungsverfahren zur Zustandsfeststellung durchgeführt. Durch dieses Verfahren lassen sich eventuelle Beschädigungen analysieren und gesichert zuordnen, sodass gegebenenfalls auch eine Behebung erfolgen könnte", heißt es aus Bad Kissingen.

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