Münnerstadt
Sanierung

Ansprechpartner für die Altstadt

Vor genau 25 Jahren hat sich ein potenzieller Sanierungsbeauftragter im Stadtrat vorgestellt. Inzwischen sind etliche Projekte umgesetzt worden, andere scheiterten an der permanenten Finanznot der Stadt.
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Das letzte beendete Projekt in der Altstadt war die Sanierung des Stenayer Platzes und der Gymnasiumstraße. Das Foto zeigt den Beginn der Arbeiten. Geplant hat das Projekt der Sanierungsbeauftragte der Stadt, Dag Schröder (2. von links).  Foto: Archiv/ Thomas Malz
Das letzte beendete Projekt in der Altstadt war die Sanierung des Stenayer Platzes und der Gymnasiumstraße. Das Foto zeigt den Beginn der Arbeiten. Geplant hat das Projekt der Sanierungsbeauftragte der Stadt, Dag Schröder (2. von links). Foto: Archiv/ Thomas Malz
"Wohl kaum eine andere Stadt kann solch malerische Sehenswürdigkeiten aufweisen." Seit der Sanierungsbeauftragte der Stadt, Dag Schröder, diesen Satz gesagt hat, sind zwar auf den Tag genau 25 Jahre vergangen, aber er hat immer wieder die Schönheit Münnerstadts hervor gehoben. Etliche Projekte sind inzwischen umgesetzt worden, darunter vor allem die Ausweisung der gesamten Altstadt als Sanierungsgebiet - eine Voraussetzung, um an Fördermittel zu kommen - oder beispielsweise die umfangreiche Sanierung des Deutschordensschlosses. Zu allen Projekten, die den Denkmalschutz berühren, egal ob an öffentlichen oder privaten Gebäuden, muss ein Sanierungsbeauftragter Stellung nehmen. Grundlage dafür ist die Gestaltungssatzung (Altstadtsatzung).


Auch woanders investiert

Viele Münnerstädter hätten sich gewünscht, dass noch weit mehr Häuser, Straßen und Plätze hergerichtet worden wären, aber dem stand unter anderem die chronische Finanznot der Stadt im Wege. Die Kommune hat beispielsweise viel Geld in Wasser/ Abwasser sowie in die Sanierung der Volksschule und der Kindergärten mit Krippen investiert.
"Seit drei Jahren treten wir auf der Stelle", sagte der damalige Bürgermeister Ferdinand Betzer (CSU) vor 25 Jahren im Stadtrat und stellte das Büro vor, das das ändern sollte. Betzer verwies damals auf das Baugesetzbuch, nach dem sich eine Gemeinde zur Erfüllung der Aufgaben, die ihr bei der Vorbereitung und Durchführung der Sanierung obliegen, eines geeigneten Beauftragten bedienen könne. So wurde Dag Schröder kurze Zeit später der Sanierungs- beauftragte der Stadt Münnerstadt.
Schon damals hob er hervor, dass Münnerstadt als Wohnstadt besonders prädestiniert sei. Er lobte Einrichtungen der Stadt, wie das Museum, die Altstadt insgesamt oder das Heimatspiel.
"Die Zusammenarbeit mit Dag Schröder ist hervorragend", sagt der heutige Bürgermeister Helmut Blank (CSU). "Insbesondere seine Kontakte zu den verantwortlichen Behörden sind für die Stadt von unschätzbarem Wert." Helmut Blank gesteht ein, dass man sich zwischenzeitlich einmal einen anderen Partner gesucht hatte. "Das war keine gute Entscheidung", meint er heute.


Wertvolle Projekte

Sehr wertvolle Projekte seien in den 25 Jahren realisiert worden, sagt das Stadtoberhaupt. Sein letztes beendetes Projekt, die Neugestaltung des Stenayer Platzes mit Gymnasiumstraße und Klostergasse, habe schließlich auch einen Preis bekommen, erinnert Helmut Blank.
Besonders wichtig sei die schnelle Unterstützung bei der Zehntscheune gewesen. "Er hat uns geholfen ohne Ende." Es sei den Leuten gar nicht bewusst, wie dramatisch die Situation mit dem Dach gewesen sei. "Das gesamte Dach hing noch an einem kleinen Stück Holz", führt das Stadtoberhaupt das Problem vor Augen. Wenn das nachgegeben hätte, wäre der ganze Dachstuhl runter gekommen.
Während Großprojekte in den Bereich Städtebauförderungsprogramm bzw. Stadtumbau West fallen, können kleinere Sanierungsarbeiten über das kommunale Förderprogramm bezuschusst werden, das die Stadt ebenfalls in Zusammenarbeit mit dem Sanierungsbeauftragten aufgelegt hat. In den letzten Jahren haben viele Hausbesitzer diese Möglichkeit genutzt. Dabei ist jedoch wichtig, das Vorhaben vor den Arbeiten abzuklären. Für bereits begonnene oder sogar beendete Sanierungsarbeiten gibt es kein Geld.


Es dauert wohl länger

Als sich der Stadtrat vor 25 Jahren darauf verständigt hat, sich künftig eines Sanierungsbeauftragten zu bedienen, hatte er auch eine zeitliche Vision. "Man geht davon aus, dass die gesamte Sanierungszeit 20 bis 30 Jahre dauern wird", war damals in der Zeitung zu lesen. Heute weiß man allerdings, dass da noch ein bisschen mehr dazukommt.

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