Münnerstadt
Stabwechsel

An Münnerstadts Berufsbildungszentrum: Harry Koch übergibt an Georg Gißler

Oberstudiendirektor Harry Koch wurde am Berufsbildungszentrum in den Ruhestand verabschiedet. Studiendirektor Georg Gißler wurde zu dessen Nachfolger ernannt.
Artikel drucken Artikel einbetten
Bei der Amtsübergabe am BBZ (von links): Domkapitular Clemens Bieber,  Caritas-Geschäftsführer Rudolf Hofmann, Oberstudiendirektor Harry Koch,  Studiendirektor   Georg Gißler, Regierungs-Vizepräsident Jochen Lange und  Landrat Thomas Bold. Foto: Dieter Britz
Bei der Amtsübergabe am BBZ (von links): Domkapitular Clemens Bieber, Caritas-Geschäftsführer Rudolf Hofmann, Oberstudiendirektor Harry Koch, Studiendirektor Georg Gißler, Regierungs-Vizepräsident Jochen Lange und Landrat Thomas Bold. Foto: Dieter Britz
+5 Bilder

"Der Leitwolf verlässt sein Rudel. Ein neuer Leitwolf nimmt seinen Platz ein" - so begrüßten die stellvertretenden Schulleiter am BBZ (Berufsbildungszentrum) Manuela Schlembach, Sonja Scholz und Christian Zintl eine große Zahl von Gästen. Anlass für diese große Feier in der Aula war die Verabschiedung des bisherigen Leiters, Oberstudiendirektor Harry Koch, in den Ruhestand und die Ernennung seines bisherigen Vertreters, Studiendirektor Georg Gißler, zu seinem Nachfolger.

Für eine Schule sei es ein Glücksfall, wenn bereits bei der Verabschiedung des Schulleiters der Nachfolger unmittelbar in sein Amt geführt werden könne, hob Regierungs-Vizepräsident Jochen Lange hervor. Der Satz "wir fördern Menschen, weil wir sie mögen" in einem Film des Zukunftsblogs des Landkreises habe das Wesen und Wirken von Harry Koch als Lehrer und Schulleiter geprägt. Der Regierungsvizepräsident ging ausführlich auf den Werdegang des scheidenden Schulleiters ein. Auf dem Bauernhof der Eltern in Dörflis (Haßberge) habe er mitgeholfen und dadurch Landbau und Viehwirtschaft von der Pike auf gelernt.

Schon in der Grundschule wollte er Lehrer werden

Schon in der Grundschule war sein Wunsch "ich will Lehrer werden, wenn ich groß bin". Nach Abitur und Wehrdienst studierte Koch an der Technischen Universität München Agrarwirtschaft mit dem Ziel Lehramt an beruflichen Schulen. Noch während seines Referendariats kam er vor über 37 Jahren nach Münnerstadt ans BBZ. Er erwarb zusätzlich die Lehrbefähigung in Mathematik und absolvierte ein Zusatzstudium "Schule und Schulmanagement" an der Universität Bamberg. Lange betonte, dass Harry Koch gegenüber modernen Unterrichtsmethoden sehr aufgeschlossen war, sich zum Moderator für Unterrichts- und Schulentwicklung ausbilden ließ und außerdem in der Lehrer-Fortbildung sehr aktiv war.

Innovationspreise für die Schule

Zum 1. August 2003 wurde er Leiter des BBZ. Besonders erwähnte Jochen Lange, dass mit individueller Unterstützung auch Schüler mit ungünstigen Startvoraussetzungen zum Erfolg geführt worden seien. Der Schule sei gleich zweimal der renommierte, mit jeweils 5000 Euro dotierte, Innovationspreis für innere Schulentwicklung und Schulqualität zugesprochen worden.

"Sie waren immer ein verlässlicher Ansprechpartner für Nöte und Kümmernisse Ihrer Schulfamilie, aber zugleich Motor der Innovation", betonte der Regierungs-Vizepräsident und sprach dem scheidenden Schulleiter "Dank für Ihre hervorragende Arbeit und Ihre Verdienste um die Erziehung unserer Jugend" aus.

1989 nach Münnerstadt

Jochen Lange schilderte auch den beruflichen Werdegang des neuen Schulleiters. Studiendirektor Georg Gißler stammt aus Offenburg. Nach Abitur und Wehrdienst studierte er Landwirtschaft und Sozialkunde mit dem Ziel höheres Lehramt an beruflichen Schulen an der TU München. Im zweiten Referendariatsjahr kam er 1989 nach Münnerstadt. Er legte auch die Zusatzprüfung für das Fach Deutsch ab. Nach der Ausbildung zum Moderator wirkte er in ganz Unterfranken am Schulentwicklungsprozess mit. Nächster Schritt auf der Karriereleiter war die Ernennung zum Ständigen Vertreter des Schulleiters zum 1. März 2013. "Gehen Sie mit Freude an Ihre neue Aufgabe heran, für die ich Ihnen von Herzen Glück, Erfolg und Gottes Segen wünsche", rief der Regierungs-Vizepräsident dem neuen Chef des BBZ zu. Landrat Thomas Bold, als Repräsentant des Sachaufwandsträgers für die staatlichen Berufsfachschulen im BBZ (Ernährung und Versorgung, Kinderpflege, Sozialpflege), betonte, das BBZ strahle über den Landkreis und über Unterfranken hinaus. Das sei auch ein Verdienst von Harry Koch. Das "Mürschter Modell" mit staatlichen und Caritas-Schulen unter einem Dach und unter einer Leitung funktioniere dank Harry Koch, der sein Kollegium auf diesem Weg mitgenommen habe, gut. "Sie werden das ganz brillant weiterführen", meinte er zu Studiendirektor Georg Gißler.

Ehrenzeichen der Caritas in Silber

Rudolf Hofmann, Geschäftsführer der Caritas Schulen GmbH Würzburg, würdigte Harry Koch im Namen des Sachaufwandsträgers für die Caritas-Schulen im BBZ (Berufsfachschule für Altenpflege, Fachakademie für Sozialpädagogik und Fachschule für Heilerziehungspflege). Sein Name werde immer verbunden bleiben mit dem reibungslosen Übergang von Landkreis-Schulen an die Caritas, der erfolgreichen Neugründung der Fachschule für Heilerziehungspflege und der Planung des gemeinsamen Schulneubaues in Münnerstadt. Unter Harry Kochs Regie hätten sich die Schulen vergrößert und erweitert. Hofmann betonte, "ich halte es für einen Königsweg, wenn stattliche und private Schulen in einem Haus auch unter einer gemeinsamen Leitung stehen". Dem neuen Chef im BBZ bescheinigte er "Dein Umgangston und Führungsstil ist die beste Voraussetzung für Dein neues Amt". Domkapitular Clemens Bieber, Vorsitzender des Caritasverbandes in der Diözese Würzburg, würdigte die Arbeit von Harry Koch, indem er dem evangelischen Christen das Ehrenzeichen der Caritas in Silber und ein Bronze-Bild überreichte.

Pflicht und Vergnügen zugleich

"Das Team ist der Star", betonte Koch in seiner Abschiedsrede. Ein einzelner könne wenig bewirken. Zu den Schülern gewandt, sagte er "für Sie zu arbeiten war mir immer Pflicht und Vergnügen zugleich". Der neue Schulleiter Georg Gißler wies in seiner Antrittsrede darauf hin, dass das Pflegeberuf-Reformgesetz das bisherige Konzept an der Berufsfachschule für Altenpflege grundlegend verändern werde. Doch Veränderungen seien kein Grund zum Jammern, "alle Berufe, die wir an unserer Schule zur Ausbildung anbieten, sind gefragter denn je". Er hob auch hervor "das Bekenntnis unserer Schulträger mit dem Neubau des BBZ zum Standort Münnerstadt ist nicht hoch genug einzuschätzen".

Dass auch musische Bildung am BBZ gepflegt wird, machte das Rahmenprogramm deutlich: Die Klasse 10e begeisterte mit dem "Minimal Music Circle" von F. Janoscha. Der Chor der Fachakademie sang den "Abba-Medley" von M. Huff und das "Segenslied" von T. Riegler. Emilie Heinisch (Klasse 11e) spielte auf dem Flügel "Una Mattina" von L. Enaudi. Das Lied "Zum guten Ende" sangen BBZ-Lehrer.

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren