Althausen
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Althausen live und auf historischen Fotos

"Oh! Wie schön ist Münnerstadt!" machte diesmal in Althausen Station.
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Bei einer kleinen Ausstellung von historischen Fotos Althausens ließ sich das Gesehene nochmals nachvollziehen. Foto: Kilian Düring
Bei einer kleinen Ausstellung von historischen Fotos Althausens ließ sich das Gesehene nochmals nachvollziehen. Foto: Kilian Düring
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Mit Taschenlampen ausgerüstet, ließ sich eine Gruppe Entdeckungslustiger selbst vom Regen nicht davon abhalten, am Abend bei einem kleinen Rundgang durch Althausen mehr über diesen Stadtteil Münnerstadts zu erfahren. Die Tour fand im Rahmen der von Kilian Düring und Nicolas Zenzen ins Leben gerufenen Reihe "Oh! Wie schön ist Münnerstadt" statt.

Mit viel Sachverstand und ansteckender Begeisterung stellte Joachim May die Geschichte und Kultur seines Heimatdorfs vor. Tatsächlich entfalteten die alten fränkischen Häuser und die beachtenswerten Skulpturen im Lichtkegel der Taschenlampen einen besonderen Reiz. In der Dunkelheit wirkte alles ein wenig geheimnisvoll, und durch das "Abtasten" mit den Lichtstrahlen waren einzelne Details viel intensiver wahrzunehmen als bei Tageslicht.

Kirchenorgel angestimmt

Das architektonische Highlight Althausens ist zweifelsfrei die Kirche St. Cyriak, deren Rokoko-Innenraum bei der letzten Sanierung wieder originalgetreu hergestellt wurde. Die Farbgebung mit hellblauen, grünen, rosa- und ockerfarbenen Dekor-Elementen in dem dominierenden Weiß mag für heutige Augen ungewohnt und daher im ersten Moment unharmonisch wirken, doch konnte May überzeugend darlegen, dass es sich um ein stimmiges Konzept der Baumeister des 18. Jahrhunderts handelt. Als besonderes Schmankerl stimmte May, der hier als Organist tätig ist, die Kirchenorgel kurz an. Diese ist eines von wenigen Instrumenten des bekannten Würzburger Orgelbauers Johann Philipp Seuffert (1693 bis 1780), das noch weitgehend in seinem originalen Zustand erhalten ist und daher auch noch so klingt wie vor 250 Jahren.

Es ist immer wieder erstaunlich, welche Kulturschätze sich bei den Erkundungstouren durch das Stadtgebiet Münnerstadts entdecken lassen. Selbstverständlich gab es neben den kulturellen Attraktionen auch wieder bemerkenswerte und amüsante Geschichten aus dem Althäuser Dorfleben. Eine davon betraf die Statue des Heiligen Nepomuk auf der alten Lauerbrücke. Der ehrwürdige Bischof wurde einst in eine nächtliche Feier einbezogen, wobei er unseligerweise von seinem Sockel kippte und kopfüber im Schlamm der Lauer landete. Zum Glück konnte die Skulptur aus dem frühen 18. Jahrhundert unversehrt wieder geborgen werden. Vor solchen Unfällen ist der Heilige heutzutage gefeit, seit er nicht mehr auf der Brücke selbst, sondern daneben steht, um der Gefährdung durch den zunehmenden Verkehr auf der schmalen Brücke zu entgehen.

Zusammenhalt der Dorfbewohner

Die Tour endete dort, wo sie begann: am Dorfplatz, der von den Althäusern meist einfach "der Geteerte" genannt wird, weil er die erste asphaltierte Fläche in Althausen war. Dort steht auch das jüngste von drei ehemaligen Schulhäusern, die das Dorf besitzt. Es wird heute als Dorfgemeinschaftshaus genutzt. Hier Joachim May eine kleine Ausstellung von historischen Fotos vorbereitet, auf denen sich das Gesehene nochmals nachvollziehen ließ. Bei Kaffee und selbst gebackenem Gebäck klang der Abend mit anregenden Gesprächen aus. Dabei konnten die anwesenden Althäuser noch einiges an Wissen aus früheren Zeiten beitragen. Eindrucksvoll war dabei auch wieder der Zusammenhalt der Dorfbewohner und die daraus erwachsende Bereitschaft zu ehrenamtlicher Mitarbeit an gemeinschaftlichen Projekten zu spüren. So wurde etwa für die 1200-Jahr-Feier im Jahr 2003 aus eigener Kraft ein großes Fest aus eigener Kraft auf die Beine gestellt, von dem heute noch geschwärmt wird.

Auch wenn die Erkundungstour im Dunkeln ein reizvolles Experiment war, werden sich die kommenden Termine bei "Oh! Wie schön ist Münnerstadt" auf die Besichtigung von Innenräumen beschränken. In diesem Jahr steht noch ein Besuch der Stadtpfarrkirche mit Pater Markus Reiß an, der die bevorstehenden Renovierungsarbeiten erläutern wird. Dies wird am 5. Dezember, ausnahmsweise an einem Mittwochabend, um 18.30 Uhr stattfinden. Wie immer sind alle Interessierten herzlich dazu eingeladen.

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