Thundorf
Feier

Alphornklänge zum 50. Jubiläum

Der TSV Thundorf hat eingeladen. Markus Söder war zwar nicht gekommen, schickte aber Staatsministerin Judith Gerlach, die ihn mehr als würdig vertreten hat. Zahlreiche Vereine waren zum Umzug durch den Ort gekommen.
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Sogar aus der Schweiz kamen Gäste, um dem TSV Thundorf ein Ständchen zu bringen - selbstverständlich mit Alphörnern. Den Ehrenvorsitzenden Philipp Bauernschubert (links) freut's. Foto:  Dieter Britz
Sogar aus der Schweiz kamen Gäste, um dem TSV Thundorf ein Ständchen zu bringen - selbstverständlich mit Alphörnern. Den Ehrenvorsitzenden Philipp Bauernschubert (links) freut's. Foto: Dieter Britz
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"Der Einsatz für die Gemeinschaft, der große Zusammenhalt - das ist ein Markenzeichen Bayerns! Menschen wie Sie halten unsere Vereine am Puls der Zeit. Mit Herzblut und Überzeugung werben Sie für den Sport und für eine starke Gemeinschaft" - besser hätte es Ministerpräsident Markus Söder (CSU) auch nicht sagen können. Doch der war kurzfristig verhindert und so hielt Judith Gerlach MdL, die Staatsministerin für Digitales an seiner Stelle die Festrede zum 50-jährigen Bestehen des TSV Thundorf.

Der Sonntag mit dem Auftritt der charmanten und schlagfertigen Politikerin am Morgen, dem farbenfrohen Umzug durchs Dorf am Mittag und dem bissigen Kabarett mit Wolfgang Krebs am Abend war der Höhepunkt des viertägigen Jubiläumsfestes. Digitalministerin Judith Gerlach, Landtagsabgeordnete im Stimmkreis Aschaffenburg-Ost, gestand in ihrer Rede "ich liebe es, bei solchen Festivitäten dabei zu sein" und "ich bin total gern in Bierzelten." Als ihr ein Glas Wasser ans Rednerpult gestellt wurde, protestierte sie süffisant "normalerweise krieg ich immer Bier". Ihr Wunsch wurde erfüllt.

Sie ging in erster Linie auf die Bedeutung des Sports, der Vereine und des Ehrenamtes für die Gesellschaft ein. Sie betonte "Bayern ist ein sportverrücktes Land. Sport bewegt die Menschen wortwörtlich und emotional". Gerade im Zeichen von berufsbedingtem Bewegungsmangel habe der Sport eine wichtige Funktion, sei gut für die Gesundheit und fördere die Lebensqualität. Vor allem der in Vereinen verwurzelte Breitensport habe eine integrative Kraft über alle Unterschiede hinweg, er bringe Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammen, schaffe ein einzigartiges Gemeinschaftsgefühl. Deshalb habe der Sport im Freistaat hohe Priorität und die Sportförderung sei sehr wichtig. Im Doppelhaushalt seien deshalb für 2019 insgesamt 90,5 und für 2020 sogar 97,3 Millionen Euro vorgesehen. Für finanzschwächere Gemeinden gebe es pro Jahr zehn Millionen Euro mehr für den Sportstättenbau. Die Ministerin verwies darauf, dass 47 Prozent der Einwohner über 14 Jahren in Bayern ehrenamtlich tätig sind, vor fünf Jahren waren es nur 36 Prozent. Dies zeige, dass das Ehrenamt im bayerischen Bewusstsein tief verwurzelt sei, "es ist ein starkes Bekenntnis zu unserer Heimat und hat viele Gesichter".

Sie betonte aber auch die Bedeutung der Digitalisierung im Arbeitsleben wie auch bei der Kommunikation. "Decke über den Kopf und denken, das Internet wird schon an uns vorbeigehen, geht nicht", rief sie ihren Zuhörern zu.

Zusammen mit Schirmherr Sandro Kirchner Mdl überreichte sie dem TSV Vorsitzenden Dieter Büchner und den Ehrenvorsitzenden Philipp Bauernschubert einen überdimensionalen Wimpel "100 Jahre Freistaat Bayern - Heimat Bayern", auf dem es unten heißt "überreicht vom bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder MdL". Ins Goldene Buch der Gemeinde trug sie sich auch ein.

Der Tag hatte mit einem Festgottesdienst im Festzelt begonnen. Beim politischen Frühschoppen, durch den der Ehrenvorsitzende Philipp Bauernschubert führte, sprach der Ministerpräsident zwar nicht leibhaftig, aber es gab eine kurze Videobotschaft. "Bayern ist schön, Franken ist auch besonders schön" , betonte er darin. Sport könne perfekt auf das Leben vorbereiten. Er versprach "irgendwann holen wir den Besuch nach".

Hervorragend entwickelt

Landtagsabgeordneter Sandro Kirchner (CSU) und Schirmherr hob die Bedeutung des Ehrenamtes hervor und betonte, Bayern sei deshalb so erfolgreich, weil hier viele Menschen ehrenamtlich tätig seien. Was Musik-, Sport- und andere Vereine oder die Freiwilligen Feuerwehren leisteten, könne der Staat nicht übernehmen. Der TSV habe sich seit seiner Gründung durch die 39 Gründungsmitglieder vor 50 Jahren hervorragend entwickelt.

Landrat Thomas Bold (CSU) bescheinigte der Gemeinde "ein funktionierendes Vereinsleben in vielfältiger Weise, das zum Teil mit dem Namen Bauernschubert verbunden ist". Die Vereine und ein funktionierendes Ehrenamt würden Lebensqualität in den ländlichen Raum bringen. Den gut besuchten Frühschoppen untermalte die Musikkapelle Thundorf gekonnt.

Eine große Delegation aus der Gemeinde Thundorf in der Schweiz (Kanton Thurgau, 415 Kilometer oder knapp vier Autostunden entfernt) war zum Jubiläumsfest gekommen und hatte zwei Alphornbläser dabei, die Proben ihres Könnens gaben. Beim Umzug am Nachmittag zogen die Vereine des Dorfes vom Rathaus zum Festzelt am Sportplatz. Auch viele Vereine aus Nachbargemeinden erwiesen dem TSV ihre Referenz und waren mit dabei. Die Straßen waren gesäumt von zahlreichen Zuschauern. Besonderen Beifall gab es für die Gäste aus der Schweiz. Die Turnerinnen und Turner des TSV 1862 Stadtlauringen führten Radschlagen vor.

Die Umzugsteilnehmer:

Original fränkische Dorfmusikanten Ballingshausen, Ehrengäste, Kinderhaus unterm Regenbogen, TSV Maßbach, TSV 1862 Stadtlauringen, Dorfgemeinschaft Thundorf, Eigenheimervereinigung Thundorf, Abordnung aus Thundorf (Kanton Thurgau, Schweiz), Blaskapelle Thundorf, FC Eintracht Poppenlauer, Freiwillige Feuerwehr Rothhausen, Schützengesellschaft 1888 Rothhausen, DJK Weichtungen, TSV Großbardorf, Malteserhilfsdienst Thundorf, Ransbachtaler Blasmusik Weichtungen, DJK Seubrigshausen 1967, DJK Wettringen, Hausbrauer Thundorf, Freiwillige Feuerwehr Theinfeld, 1. Dart-Club Edelherb 69 Thundorf, Schdiggl'Z, Freiwillige Feuerwehr Thundorf.

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