Rannungen

Windkraft erhitzt Gemüter

Die Vorranggebiete mit bis zu 35 möglichen Anlagen um Rannungen sorgten für Unmut bei der Bürgerversammlung. Kritik gab es auch am nicht befestigten Feuerwehrhof.
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Nachdem die drei Windräder bei Rannungen weit unter ihren Erwartungen blieben, zweifeln immer mehr Rannunger, ob der Bau weiterer Windräder überhaupt sinnvoll sei.  Foto: Daniel Wiener
Nachdem die drei Windräder bei Rannungen weit unter ihren Erwartungen blieben, zweifeln immer mehr Rannunger, ob der Bau weiterer Windräder überhaupt sinnvoll sei. Foto: Daniel Wiener
Der Hof am Feuerwehrhaus ist seit dessen Bezug 1998 geschottert. Kommandant Andreas Klopf war in der freien Aussprache zur Bürgerversammlung äußerst ungehalten, dass die Befestigung desselben Jahr für Jahr hinausgeschoben werde. Schon 2001 gab es erste Überlegungen. Seit 2005 biete die Feuerwehr jedes Mal Eigenleistung mit an, und 2010 sollte die geteerte Fahrspur und die Pflasterung der Fläche bereits durchgeführt werden. "Doch getan hat sich bis heute nichts", monierte er. "Dies lag schlichtweg immer am Geld", antwortete Bürgermeister Fridolin Zehner. "Bei bis zu 80 000 Euro lagen manche Kostenvoranschläge."
Gemeinderat Volker Keß wollte den Vorwurf der "Feuerwehrfeindlichkeit" nicht auf sich sitzen lassen. Jedes Jahr werden große Summen in das Feuerwehrwesen investiert. Im vergangenen Rechnungsjahr allein 23 000 Euro. Dennoch versprach der Bürgermeister, das Thema in der Sitzung am 22. November endlich im Sinne der Feuerwehr regeln zu wollen.
Harald Klopf warnte davor, das Thema Netzentwicklungsplan auf die leichte Schulter zu nehmen. Er bestätigte den vom Bürgermeister angesprochenen schlechten Informationsfluss, was ihn aber nicht davon abgehalten habe, sich trotzdem intensiv damit zu beschäftigen. Demnach sei die nach Grafenrheinfeld führende Trasse ein von der EU als Common Interest aufgenommenes Projekt, das schon 2017 realisiert werden könnte. Und nicht nur das Umfeld der A 7 komme dafür in Frage, auch die an Rannungen vorbeiführende A 71.

Weniger Strom produziert

Gleichzeitig rechnete er die für Windkraft vorgesehenen Flächen um Rannungen herum zusammen und kam auf 350 Hek tar Vorrang- bzw. Vorbehaltsfläche, was nach wie vor bis zu 35 Windräder um Rannungen herum ermöglichen könnte. Thematisiert wurde dann auch die schlechte Effektivität aufgrund des hier nur schwach wehenden Windes.
Zehner bestätigte die allgemein kursierenden Zahlen der Erlanger Stadtwerke, nach denen die drei Rannunger Windräder statt der prognostizierten zwölf Millionen Kilowatt Strom nur acht Millionen Kilowatt produziert hätten. Das Argument der mangelnden Effektivität stehe der Gemeinde als Verhinderungsgrund aber nicht zu, klärte Zehner weiter auf. Wenn Baurecht bestehe, dürfe der Gemeinderat nur über baurechtliche Belange abstimmen. Den Nachbarn von Windrädern empfahl Klopf hartnäckig zu bleiben, denn auch für die Abstandsflächen müssten Wind rad erbauer Pacht zahlen.
Ob die Becken der künftig geschlossenen Kläranlage im Winter weiter als Eislaufflächen genutzt werden können, war eine weitere Frage. An der Gemeinde solle es nicht liegen, meinte Zehner. Ob sich allerdings noch genügend Wasser sammeln wird, zweifelte er jedoch an.


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