Münnerstadt

Wieder Ärger mit Vandalismus

Momentan häufen sich erneut Meldungen über sinnlose Zerstörung in Münnerstadt. Die Bürger fragen nach der Sicherheitswacht, aber die gibt es nicht mehr.
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Ein Bild von ganz düsteren Zeiten: Vor Jahren gab es ständig Vorfälle von Vandalismus, wie hier an der Bahnunterführung. Bürgermeister Helmut Blank sieht neuere Vorkommnisse ganz gelassen.  Foto: Archiv/ Thomas Malz
Ein Bild von ganz düsteren Zeiten: Vor Jahren gab es ständig Vorfälle von Vandalismus, wie hier an der Bahnunterführung. Bürgermeister Helmut Blank sieht neuere Vorkommnisse ganz gelassen. Foto: Archiv/ Thomas Malz
Weil in jüngster Zeit wieder vermehrt Vorfälle von Vandalismus zu verzeichnen waren, sind einige Münnerstädter besorgt. "Gibt es denn keine Sicherheitswacht mehr?", fragte ein Anrufer bei unserer Zeitung. Tatsächlich: "Wir haben es aufgegeben, es waren zu wenig Leute", sagt Lothar Manger von der Polizeiinspektion Bad Kissingen. Es sei auch nicht geplant, wieder eine Sicherheitswacht einzuführen. Für Bürgermeister Helmut Blank (CSU) ist das Thema Vandalismus nicht so schlimm. "Da hatten wir schon ganz andere Probleme." Ganz ähnlich sieht es Jugendreferent Klaus Schebler (Neue Wege).


Sicherheitswacht eingestellt

"Es hat in Münnerstadt nicht so richtig funktioniert", sagt Lothar Manger zur eingestellten Sicherheitswacht. Deshalb habe man Amtshilfe aus Bad Kissingen leisten müssen. Ausdrücklich lobt er aber die örtlichen Gegebenheiten, also der eigens im Rathaus zur Verfügung gestellte Raum, wo sich die Angestellten umziehen konnten. Auf die Frage, ob sich nicht doch noch einmal interessierte Münnerstädter für eine neue Sicherheitswacht melden könnten, sagt Lothar Manger. "Das ist nicht mehr vorgesehen."
Zum Thema Sachbeschädigungen in Münnerstadt meint der Polizeibeamte: "Das ist ein ständiges Auf und Ab." Er erinnert an die Häufung vor einigen Jahren. Damals habe die Polizei sämtliche Sachbeschädigungen aufklären können. "Jetzt flammt es wieder auf." Lothar Manger lässt aber deutlich durchblicken, dass die Polizei schon eine konkrete Vermutung hat.


Ein Platz zum Toben?

Bürgermeister Helmut Blank nimmt die ganze Angelegenheit äußerst gelassen. Der Vandalismus bewege sich derzeit in einem "normalen Maß", findet er. "Die Jugend hat ihre eigenen Gesetzmäßigkeiten." Angesprochen auf einen von der Münnerstädterin Alrun Lintner ins Spiel gebrachten Vorschlag, die Jugendlichen bräuchten einen Platz, an dem sie sich richtig austoben können, meint Helmut Blank: "Den hat sie eigentlich." Er verweist auf die vielfältigen Möglichkeiten in den Vereinen. Diejenigen, die sich an einem solchen Platz austoben, seien nicht die, die die Sachbeschädigungen begehen, führt Lothar Manger diesbezüglich ins Feld.
Alrun Lintner, sieht den Platz zum Toben auch nur als ein mögliches Beispiel an. Die Jugend müsse heute immer nur brav sein und habe kaum Möglichkeiten, sich richtig auszutoben. Man wisse oft nicht, was in den jungen Leuten vorgeht. Sie hat Veränderungen festgestellt und meint, dass die Gesellschaft darauf reagieren müsse.


Wird nicht hingenommen

Auch wenn sich der Bürgermeister versöhnlich gibt, so macht er doch unmissverständlich klar, dass Vandalismus nicht hingenommen werde. Das müsse man den betreffenden Jugendlichen deutlich machen. Ihre Aggressionen dürften sich nicht gegen Personen oder die Allgemeinheit richten.
"Ich sehe das relativ gelassen", meint auch Jugendreferent Klaus Schebler (Neue Wege) dazu. Er ist zuversichtlich, dass sich das ganz schnell wieder in den Griff bekommen lässt. "Die Vandalen müssen aufpassen", sagt er. Die Jugendlichen stünden unter Beobachtung und das wüssten sie auch. Klaus Schebler erinnert an frühere Generationen und meint, dass die doch auch nicht anders gewesen seien. Es gehe doch immer nur darum, die Grenzen auszuloten. "Die Jugend hat auch einmal das Recht, über die Stränge zu schlagen", findet er. "Aber dann müssen ihre Grenzen neu gesetzt werden." Wenn man vernünftig mit ihnen redet, seien sie ja auch reumütig, und die große Mehrheit der jungen Leute sei ohnehin vernünftig.

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