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Münnerstadt
Aktion

Wie in einer normalen Familie

Schülerinnen und Schüler des Ganztagsgymnasiums spenden für die Bewohner des Mürschter Kinderhauses in der Coburger Straße.
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Kim übergibt Martin Weissenberger den Umschlag mit dem Geld. Foto: Thomas Malz
Kim übergibt Martin Weissenberger den Umschlag mit dem Geld. Foto: Thomas Malz
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"Es ist wie bei mir zuhause", sagt Kim, nachdem sie zusammen mit Gleichaltrigen aus dem Ganztagszweig des Münnerstädter Schönborn-Gymnasiums das Mürschter Kinderhaus in der Coburger Straße besucht und von Leiter Martin Weissenberger viel über das Leben im Haus erfahren hatte. Einziger Unterschied: Die Kinder werden nicht von den Eltern, sondern von Erziehern betreut.


Preise gesammelt

Was liegt näher, als andere Kinder zu unterstützen, haben sich die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 6 am Ganztagsgymnasium gesagt. Bei verschiedenen Aktionen hatten sie Geld gesammelt, so beispielsweise mit dem Losverkauf bei einer Tombola beim Advents-Café. Dafür hatten sie eifrig Preise gesammelt. Die gesamten Einnahmen flossen in die Spende ein. Außerdem hatten sie verschiedene Artikel gebastelt und diese beim Ostereiermarkt in Münnerstadt verkauft.
Zusammengekommen sind insgesamt 230 Euro und die wollten die Kinder vor Ort übergeben. Zusammen mit Ganztagskoordinatorin Barbara Leyrer, Erzieherin Christiane Müller und Schulleiter Joachim Schwigon besuchten Kim, Benedikt, Frederick, Bjarne, Enci und Adrian nun das Kinderhaus, um das Geld zu übergeben.
In der großen Wohnküche, dem Herz des Hauses, erfuhren sie, dass derzeit sechs Kinder im Alter von zehn bis 16 Jahren im Kinderhaus wohnen, dazu sind kurfristig zwei Flüchtlingskinder aus Syrien aufgenommen worden. Die meisten Kinder haben Eltern, die sich aus verschiedenen Gründen vorübergehend nicht um die Kinder kümmern können. Martin Weissenberger berichtete von einem Jungen, der erst kürzlich wieder zu seinem Vater gezogen ist. Das Geld für die Betreuung kommt vom Jugendamt, aber Spenden sind immer willkommen. "Davon bezahlen wir die Kinderfreizeit im Sommer", sagt der Leiter. Da treffen sich alle Kinder, die vom Netzwerk für soziale Dienste betreut werden, zu dem das Kinderhaus gehört. Es wird aber auch Geld für den Schlagzeug- und Tanzunterricht der Kinder benötigt, oder um einmal ein Instrument kaufen zu können.


Freunde können übernachten

Martin Weissenberger erzählte den Besuchern, dass die Kinder Freunde mitbringen können, die am Wochenende auch mal im Kinderhaus übernachten dürfen. "Es ist nicht anders, als in einer Großfamilie." Dazu gehört auch, dass die Bewohner beim Kochen helfen, oder sogar ganz allein ein Essen zubereiten. Ab einem Alter von zwölf Jahren wird erwartet, dass die Kinder ihre Wäsche selbst waschen, natürlich zunächst mit Unterstützung, aber nach einer Schonfrist von rund einem Jahr müssen sie es dann wirklich alleine können.
Nachdem Kim das Geld übergeben hatte, machten sich die Schüler mit ihren Begleitern auf den Weg zum Gymnasium. "Wir freuen uns sehr über das soziale Engagement unserer Schüler", so Barbara Leyrer. Ein weiterer Beleg dafür sei, dass einmal im Monat eine Gruppe von Ganztagsschülern in ihrer Freizeit im benachbarten Seniorenzentrum den Bewohnern Geschichten vorlesen. "Dies kommt bei den älteren Herrschaften immer sehr gut an."