Münnerstadt

Wie geht es weiter im Schloss?

Im städtischen Kommunalunternehmen "KulTourisMus" laufen alle Fäden im Bereich Kultur, Museum, Tourismus und Volkshochschule zusammen. Im Stadtrat steht das Unternehmen immer wieder in der Kritik.
Artikel drucken Artikel einbetten
Im neuen Jahr soll sich der Stadtrat auf Antrag des Windheimer Stadtrates Klaus Schebler ganz detailliert mit der Notwendigkeit des Kommunalunternehmens "KulTourisMus" auseinandersetzen. Foto: Heike Beudert
Im neuen Jahr soll sich der Stadtrat auf Antrag des Windheimer Stadtrates Klaus Schebler ganz detailliert mit der Notwendigkeit des Kommunalunternehmens "KulTourisMus" auseinandersetzen. Foto: Heike Beudert
Einstimmig beschloss der Stadtrat im März 2009 die Gründung eines Kommunalunternehmens, in dem Kultur, Tourismus und das Hennebergmuseum zusammengefasst sind. Der Name lautet: "KulTourisMus im Schloss". Und so kompliziert wie die Schreibweise, so schwierig ist auch das Verhältnis des Stadtrates zu diesem städtischen Betrieb von Anfang an. Jetzt hat Stadtrat Klaus Schebler (Neue Wege) beantragt, eine Grundsatzdebatte über die Einrichtung zu führen. Schebler selbst ist Verwaltungsrat des Gremiums und hat die Nase voll von den Diskussionen über "KulTourisMus". Er selbst sei weiterhin ein Befürworter des Kommunalunternehmens. Allerdings nicht um jeden Preis, wie er auch sagt.
In einem Antrag an den Bürgermeister hat Schebler die Grundsatzdebatte im Stadtrat beantragt. Es solle darüber gesprochen werden, ob die jetzige Rechtsform des Unternehmens noch die richtige ist. Auch geht es darum, welche Befugnisse der Vorstand des Unternehmens haben soll. Der Stadtrat müsse das für sich entscheiden. Denn die derzeitige Diskussion werde auf dem Rücken der Mitarbeiter ausgetragen. Das dürfe nicht mehr sein.
Der Stadtrat könne sich die Frage stellen, ob eine Rückabwicklung des Unternehmens nicht sogar im Sinne der Haushaltskonsolidierung ist und welche Vorteile es hätte, wenn die Mitarbeiter des Kommunalunternehmens wieder städtische Angestellte wären. "Ich glaube, der jetzige Stadtrat hat sich nie mit dem Thema befasst", meint Schebler.


Nachbesserungen angeregt

Wenn der Stadtrat zum Ergebnis kommt, das Kommunalunternehmen weiter zu betreiben, dann ist Schebler dafür, die Verträge der Mitarbeiter zu überarbeiten. In den Arbeitsverträgen sollten die Aufgaben des Personals klarer umrissen sein als bisher. Letztendlich hofft Klaus Schebler, dass er mit seinem Antrag die Sache "KulTourisMus" in ein ruhiges Fahrwasser bringen kann. "Das Kommunalunternehmen hat viel geleistet." Und dass da auch einmal Fehler passieren, sei normal.
Bürgermeister Helmut Blank (CSU) findet den Antrag Scheblers "grundsätzlich super". Er will ihn Anfang des neuen Jahres auf die Tagesordnung einer Stadtratssitzung stellen lassen. Dann soll ohnehin im Rahmen der Haushaltsberatungen über die Vorgaben des Stadtrates diskutiert werden. Da passe dieses Thema gut hinein.


Blank: Eine Erfolgsgeschichte

Blank sieht die Gefahr nicht, dass am Ende dieser Diskussion eine Rückabwicklung von KulTourisMus steht. "Das Kommunalunternehmen ist das Beste, was uns in den letzten Jahren passiert ist", stellt er fest.
Blank erinnert an die Einstimmigkeit, mit der der Stadtrat 2009 das Unternehmen gegründet hat, um Kosten zu senken. Das sei gelungen, sagt er. Er selbst sei 2009 alles andere als sicher gewesen, ob die Gründung den Erfolg bringe. Dass es heute so sei, habe die Stadt den Mitarbeitern im KU zu verdanken. Die seien hochmotiviert. Blank geht also davon aus, dass das Kommunalunternehmen weiterhin eine Mehrheit im Stadtrat findet. Ansonsten, so Blank, könne man sagen: "Mürscht, Gute Nacht".


Eine politische Dimension

Wie Klaus Schebler kann sich Blank vorstellen, dass die Arbeitsverträge überarbeitet werden. Man müsse bedenken, dass die Stadt sich 2009 mit der Gründung des Unternehmens auf völlig unbekanntes Terrain begeben habe.
Da könne man sicherlich nachbessern. Ausgelöst hatten die neuesten Diskussionen über KulTourisMus im Stadtrat die Frage, wie teuer das Stadtfest 2016 sein darf und die Frage, ob das Stadtfest überhaupt ins Aufgabengebiet von KulTourisMus fällt.
Bürgermeister Helmut Blank glaubt, dass sich die gesamte politische Diskussion um das Kommunalunternehmen eigentlich nicht gegen die Einrichtung wendet, sondern gegen ihn als Bürgermeister gerichtet sei. "Man versucht den Bürgermeister unglaubwürdig zu machen", erklärt er und ergänzt: "Dagegensein ist Zeitgeist."


Uneinigkeit strahlt aus

Hans Beudert ist Verwaltungsrat im KulTourisMus und ist froh über den Vorstoß von Klaus Schebler. Die Uneinigkeit im Stadtrat zu "Kultourismus" strahle auch auf die Bürgerschaft und auf die Geschäftswelt/Gastronomie der Stadt aus. Beudert hofft, dass nicht erst etwas verschwinden muss, um zu bemerken, dass es fehlt. Das wäre schade um Münnerstadt und schade um die Personen, die sich weit über das Normale hinaus engagiert hätten.
Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren