Münnerstadt

Weniger Denkmäler mit Infotafeln

Stadtarchivar Klaus Dieter Guhling setzt eine Beschränkung auf die wichtigsten Gebäude durch. Bei der Form der Tafeln gingen die Mitglieder des Bauausschusses einen Kompromiss ein.
Artikel drucken Artikel einbetten
Klaus Dieter Guhling hält an den alten Schildern fest. Weitere gibt es in dieser Form aber nicht. Fotos: Malz
Klaus Dieter Guhling hält an den alten Schildern fest. Weitere gibt es in dieser Form aber nicht. Fotos: Malz
+1 Bild
Beim bereits beschlossen Beschilderungskonzept der Stadt Münnerstadt hat sich noch einmal eine Änderung ergeben. Auf Anregung des Stadtarchivars Klaus Dieter Guhling werden nicht alle 80 Einzeldenkmäler mit Informationsschildern versehen, sondern nur die 20 wichtigsten. Bei der Frage, wie die Informationstafeln aussehen werden, fanden die Mitglieder des Bau- und Umweltausschusses einen Kompromiss.

Berechtigte Einwände

Bürgermeister Helmut Blank (CSU) hatte das Thema noch einmal auf die Tagesordnung genommen, weil ihm die Einwände des Stadtarchivars sehr plausibel erschienen. Der Sanierungsbeauftragte der Stadt, Dag Schröder, ging kurz auf die vorgesehen Informationsschilder ein. Vorgesehen sind Tafeln aus Plexiglas, auf die eine Folie mit dem entsprechenden Text zum Gebäude, sowie ein "i" für Information und das Wappen der Stadt Münnerstadt zu sehen sein wird. Zu Recht habe Klaus Dieter Guhling, der die Texte erstellen wird, angemerkt, dass 80 Tafeln doch sehr viele sind. Man sollte sich auf die herausragenden Gebäude konzentrieren. Die vorhandenen Informationsschilder mit alter Schrift seien zu hoch angebracht und sollten eigentlich mit der Neubeschilderung abgenommen werden. Informationen müssten in Augenhöhe angebracht werden, so Dag Schröder, der dem Ausschussmitgliedern noch einmal deutlich machte: "Münnerstadt ist von der Bausubstanz her eine der ältesten Städte Bayerns."
"Es macht keinen Sinn, an jedes dritte Haus ein Schild anzubringen", sagte Klaus Dieter Guhling. Er stellte die Frage, was man an bei vielen Häusern an die Tafel schreiben sollte. "Wohnhaus mit mittelalterlichen Kern? Das macht keinen Sinn", wiederholte er. Sein Vorschlag lautete, 18 bis 20 Gebäude mit einem Hinweisschild zu versehen. Zusätzlich sollte man auf das Untere Tor und die Marienkapelle verweisen. Beide Gebäude gibt es nicht mehr.

Welche Schilder nehmen?

Die schwierigere Frage sei, wie so ein Schild aussehen soll. Klaus Dieter Guhling verwies auf die historisierenden Schilder aus Metall, die an neun wichtigen Gebäuden angebracht sind. Auf denen ist Wissenswertes zum jeweiligen Haus zu lesen. Sein Vorschlag lautete, auch an die etwa zehn weiteren Gebäude diese Informationstafeln anzubringen. Er verwies auf die Wiedererkennung. Einen Konflikt zu den modernen Stelen mit den Weghinweisen sah er nicht, weil die Stelen ja nicht in der Nähe der alten Schilder aufgestellt werden. Zum Vorhaben, neue Informationstafeln anzubringen, meinte er zusammenfassend: "Ich habe das Gefühl, hier wird etwas Gutes schlechter gemacht. Dem Bild unseres Städtchens, haben die die Schilder gut getan." Mit dieser Ansicht stand er nicht alleine da.

Schwer zu lesen

"Ich bin da anderer Meinung, die Schilder sind historisierend, nicht historisch", meldete sich Zweiter Bürgermeister Michael Kastl zu Wort. Und Klaus Schebler (Neue Wege) fügte hinzu, dass die altdeutsche Schrift für jüngere Leute schwer zu lesen sein wird.
Es entwickelte sich eine rege Diskussion, bis Dritter Bürgermeister Axel Knauff (SPD) den Kompromiss vorschlug. Da die alten Tafeln andere Informationen beinhalten als die neuen, könne man doch an den 20 herausragenden Gebäuden die neuen Schilder anbringen und die neun alten dort belassen, wo sie sind. Klaus Dieter Guhling hielt das für inkonsequent, weil ja dann bei den noch zu beschiledernden Gebäuden weniger Informationen vorhanden sind. Die Plexiglas-Schilder könne man auch größer, mit dem entsprechenden Mehr an Informationen, bestellen, bekam er zur Antwort.

Beschluss bleibt erhalten

Rosina Eckert (Forum aktiv) brachte den QR Code ins Spiel, der ebenfalls auf die Schilder kommen könnte und es Smartfonbesitzern ermöglicht, sich noch mehr Informationen zu holen. Eine Idee, die nicht nur Klaus Schebler hervorragend fand. Nun aber verständigten sich die Ausschuss-Mitglieder erst einmal auf den von Axel Knauff vorgeschlagenen Kompromiss. Der hat den Vorteil, dass der alte Stadtratsbeschluss, historische Gebäude mit den Plexiglas-Schildern zu versehen, nicht aufgehoben werden muss. Die Zahl wird lediglich von 80 auf etwa 20 reduziert.
Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren