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Münnerstadt
Tourismus

Via Romea zieht Gäste in die Stadt

Pilger aus mehreren europäischen Ländern machten auf ihrer Pilgerreise auf der Via Romea Station in Münnerstadt.
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Stadtführerin Lydia Banger erklärt den Gästen, die Sehenswürdigkeiten der Stadt. Ganz rechts steht Dr. Thomas Dahms, der die Pilgergruppe von Gotha bis Würzburg führt.  Foto: Thomas Malz
Stadtführerin Lydia Banger erklärt den Gästen, die Sehenswürdigkeiten der Stadt. Ganz rechts steht Dr. Thomas Dahms, der die Pilgergruppe von Gotha bis Würzburg führt. Foto: Thomas Malz
Völlig begeistert von Münnerstadt war eine zehnköpfige Pilgergruppe unter der Führung von Dr. Thomas Dahms, der zusammen mit Professor Giovanni Caselli einen Pilgerführer für den Streckenabschnitt der Via Romea von Stade nach Mittenwald herausgegeben hat. Der Historiker und Kulturlandschaftsforscher aus Hornburg führt die Pilgergruppe auf der Via Romea von Gotha bis Würzburg. Anhand der angeforderten Pilgerstempel kann er belegen, dass das Interesse an den uralten Pilgerweg von Stade nach Rom immer weiter wächst. Und davon profitiert auch Münnerstadt.


Internationale Gäste

Aus Island, Norwegen, aus Hanover, Goslar, Blankenburg und Wernigerode kommen die Pilger. "Eine Fränkin haben wir aber auch dabei", sagt Thomas Dahms. Ab Mellrichstadt hat sich Michael Feiler angeschlossen, der neue Kurdirektor von Bad Neustadt. Während es die Etappe von Mellrichstadt nach Bad Neustadt wirklich in sich hatte, glich der kurze Weg von der Nachbarkreisstadt nach Münnerstadt einem Spaziergang. "Wir hatten wunderbare Aussichten in die Rhön", schwärmt Michael Feiler. Die Pilger kamen relativ ausgeruht im Lauerstädtchen an.
Und genau das macht für Münnerstadts Bürgermeister Helmut Blank das Besondere aus: "Der Abschnitt ist so kurz, dass die Pilger Zeit haben, die Sehenswürdigkeiten zu besuchen und Essen zu gehen", sagt er. So war es auch jetzt. Die Übernachtungsbetriebe haben allerdings diesmal nicht profitiert, weil es zum Konzept dieser Pilgerwanderung gehört, dass die Teilnehmer - getrennt nach Frauen und Männern - gemeinsam auf dem Boden in großen Räumen übernachten. "Das ist eine besondere Erfahrung", sagt Thomas Dahms.
Davon hat die Pilgergruppe schon einige gemacht. Der Historiker schwärmt von dem Abschnitt von Gotha bis Würzburg, weil er auch die beiden früher getrennten deutschen Staaten verbindet. Das Grenzmuseum auf der Schanz sei ein tolles Erlebnis gewesen. Interessant findet er auch, dass die Gruppe in Münnerstadt in der Meininger Straße angekommen ist, also erneut eine Bindung zu einer Stadt hergestellt wird, die jenseits der früheren Grenze liegt und durch die sie wenige Tage zuvor auf ihrer Pilgerwanderung besucht haben.


Oft verwechselt

Der Mitinitiator der Via Romea, die auf eine Pilgerreise von Abt Albert von Stade im Jahr 1236 zurück geht, bedauert, dass der Weg oft mit dam Jakobsweg verwechselt werde. "Die Via Romea kreuzt 20 Mal Teilwege des Jakobsweges", sagt er. Es sei eine Zeiterscheinung, dass sich so viele Menschen auf den Weg nach Santiago de Compostela machen. "Hauptziel von Pilgerreisen war immer Jerusalem und an zweiter Stelle Rom", betont der Historiker.
Die Via Romea, die erst vor wenigen Jahren ins Leben gerufen wurde, etabliert sich immer mehr. Anhand der Pilgerstempel lasse sich die steigende Zahl von Pilgern belegen.
Münnerstadt wird bei dieser Gruppe in guter Erinnerung bleiben. Stadt- und Kirchenführerin Lydia Bangert vermittelte den Pilgern einen kleinen Eindruck von der Historie und die große Bedeutung, die die Stadt früher hatte und erklärte auch, woher die Nägelsieder kommen. Weil Regionalkantor Peter Rottmann gerade an der Klais-Orgel übte, bekamen sich in der Stadtpfarrkirche neben den visuellen auch noch ganz besondere akustische Eindrücke mit.


Von Würzburg nach Augsburg

Am Pfingstsonntag wird die Pilgergruppe ihr Ziel in Würzburg erreichen. Im nächsten Jahr will Thomas Dahms dann eine Pilgergruppe auf der Via Romea von Würzburg nach Augsburg führen. Wer daran teilnehmen möchte, kann sich bei Kultourismus im Schloss unter Tel.: 09733/ 787482 anmelden.
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