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Münnerstadt
Glaube

Unterwegs mit Augustinus

13 Familienväter folgten Pater Markus Reis auf der mittlerweile elften "Weihnachts- männerwallfahrt" vom Main an die Lauer.
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Die "Weihnachtsmänner" beim Aufstieg von Escherndorf auf die Vogelsburg. Foto: Michael Kübert
Die "Weihnachtsmänner" beim Aufstieg von Escherndorf auf die Vogelsburg. Foto: Michael Kübert
Unter dem Motto "Mit Augustinus unterwegs" machten sich auch in den Tagen zwischen Weihnachten und Silvester 13 Männer auf den Weg, um gemeinsam mit Stadtpfarrer Pater Markus Reis die schon traditionelle "Weihnachtsmännerwallfahrt" zu begehen. Diesmal führte der Weg von Dettelbach am Main über die Vogelsburg und Poppenhausen nach Münnerstadt. Es war wie jedes Mal eine gute Gelegenheit, über die Ereignisse des vergangenen Jahres nachzudenken und das eigene Leben mit seinen Höhen und Tiefen zu reflektieren. Dies ist möglich, wenn man aus dem Alltag, dem Festtagstrubel herausgeht und nicht alltägliche Wege beschreitet. Bereits zum elften Mal bot Pater Markus seine "Weihnachtsmännerwallfahrt" an, bei der man neben der rein sportlichen Aufgabe auch sehr viel Gelegenheit hat, seinen eigenen Gedanken nachzugehen.

Ganz normale Männer

"Nein, nicht die zwölf Apostel, wie manche Leute meinten, denen man begegnete, sondern Familienväter waren unterwegs", so Teilnehmer Michael Kübert. Wilhelm, ein Ingenieur, Jens, ein selbstständiger Fotograf, Josef, ein Chemielaborant, dazu noch ein Arzt, ein Landwirt und ein Betriebsrat, also normale Menschen, die der Einladung von Pater Markus gefolgt waren.
Die Wallfahrt war überschrieben mit drei Fragen: "Was treibt mich um?", "Wo finde ich Ruhe?" und "Wo kann ich danke sagen?"
Nach der Ankunft in Dettelbach erlebten die Männer zunächst einmal eine Kirchenführung in der renovierten Augustinuskirche von Dettelbach. Besonders beeindruckend war der neue Dreiflügelaltar des Leipziger Künstlers Michael Triegel, ein Altarretabel mit Szenen aus dem Leben des heiligen Augustinus. Der Flügelaltar wurde am Gedenktag des heiligen Augustinus, am 28. August 2011, geweiht. Der Kirchenführer zeigte den Männern an Details auf, wie intensiv sich dieser Künstler mit dem Leben des Augustinus beschäftigt hat. Neben der theologischen Betrachtung stand aber auch die künstlerische Gestaltung des Altares im Mittelpunkt der Führung. Winzige Details zeigten die große handwerkliche Kunst, mit der Triebel den Altar geschaffen hat.

Interessante Gespräche

Über Neuses am Berg ging es weiter, und in Gedanken versunken ging man seiner Wege, unterbrochen von interessanten Gesprächen mit seinen Wanderkollegen. Beim Gehen lernte man sich kennen, man wusste nun, woher die neuen Teilnehmer kamen und kämpfte zum einen mit dem schweren Rucksack, dem Matsch auf den Feldwegen oder den schmerzenden Füßen. Von weither sahen die Teilnehmer schon die Vogelsburg, ein interessantes Ziel auf der Wallfahrt. Beschwerlich war der Aufstieg von Escherndorf auf die Burg, wobei man dann allerdings durch eine wunderbare Aussicht entschädigt wurde. Das Kloster, das vor einigen Jahren in den Besitz des Juliusspitals Würzburg übergegangen war, bot Platz für die Mittagsrast, während der Schwester Hedwig von den Augustinerinnen einen interessanten Einblick in die Geschichte dieser uralten Wallfahrtsstätte gab.

Übernachtung in Gaibach

Über Astheim und Volkach ging es bei leichtem Nieselregen weiter vorbei an Gaibach, und in den frühen Abendstunden erreichte die Männerwallfahrt schließlich Wipfeld, wo man Quartier bezog. Hier hatten die Teilnehmer nach dem Abendessen und der Fußpflege Gelegenheit, entweder zu erzählen, warum man die Wallfahrt mitmacht, was einem auf dem Weg durch den Kopf gegangen war oder auch einfach nur sich persönliche Notizen zum Tag zu machen.
Der nächste Tag begann mit Gebet und Gesang. Das Stichwort Ruhe war den ganzen Tag präsent, dazu gehörte es auch, dass man ungeplant Ruhepausen einlegte - die Männer sind schließlich nicht mehr ganz die Jüngsten - und schließlich in Geldersheim beim Gebet und Gesang in der Kirche einen weiteren Ruhepunkt setzte. Das nasskalte Wetter und die matschigen Feldwege boten den Männern Gelegenheit, in Ruhe und Nachdenken weiter zu wallfahren. Am Abend nach Dusche und Abendessen in Poppenhausen fanden die Männer im Gottesdienst weitere Möglichkeit, nach Ruhe zu suchen. Nach dem Abendessen bot sich die Gelegenheit, zu reflektieren und mit Gebet und Gesang den anstrengenden Tag ausklingen zu lassen.

Müde, aber glücklich

Am nächsten Tag ging man die Teilstrecke Poppenhausen - Münnerstadt an. Eine kurze Rast mit Kaffee bei einem früheren Mitwanderer unterbrach den Fußmarsch. Bei strahlendem Sonnenschein ging es nun weiter über einsame Felder bis zur Schwarzen Pfütze. Wegen der aufgeweichten Wege entschloss sich Pater Markus, ab hier den Marienweg über das Tal zu gehen, eine Entscheidung, die sich insofern als richtig erwies, bietet doch dieser Weg einen schönen Blick auf Münnerstadt, den Endpunkt der Wallfahrt. Müde, aber auch glücklich und sehr zufrieden kamen die Männerwallfahrer gegen 15 Uhr an, nach dem Kaffee feierte man den Abschlussgottesdienst, in dem jeder Teilnehmer seinen persönlichen Dank ausdrücken konnte, den Dank an bestimmte Personen aber auch den Dank an Gott, der sie im abgelaufenen Jahr geleitet hatte. Bei allen Strapazen hatte jeder Teilnehmer die Wallfahrt als ein positives Erlebnis empfunden, bei dem zwar manch einer an die persönlichen körperlichen Grenzen gelangt war, doch alle warten schon auf die Einladung für die nächste Weihnachtsmännerwallfahrt zwischen den Jahren.
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