Münnerstadt
Gesellschaft

Treffpunkt für alle Menschen

Die Offene Behindertenarbeit (OBA) bietet jeden zweiten Mittwoch im Monat "offene Treffs" im Living Room an, zu denen alle kommen können. Die Räume werden inzwischen vielfältig genutzt.
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Ingrid Bahr erzählte im letzten offenen Treff ein Märchen mit ihrem Papiertheater.  Foto: Thomas Malz
Ingrid Bahr erzählte im letzten offenen Treff ein Märchen mit ihrem Papiertheater. Foto: Thomas Malz
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Immer mehr Menschen kommen in den Living Room, der Kleiderständer hängt schon voll. Alexander Schmitt, der Leiter der Offenen Behindertenarbeit, und Susanne Berninger, die zusammen mit Julia Konnheissner den Treff organisiert, begrüßen die Besucher. Man kennt sich. "Wir basteln oder spielen Gesellschaftsspiele", sagt Alexander Schmitt. Die Besucher können auch einfach nur reden oder zuhören. Und wirklich jeder kann kommen. Es ist keine Anmeldung erforderlich, und das Ganze kostet nichts.


Ein Raum zum Leben

Seit April dieses Jahres gibt es nun schon den offenen Treff der OBA im Living Room, den Maria Sattler von Leonie Müller übernommen hat. Living room wird allgemein mit Wohnzimmer übersetzt, nimmt man es etwas wörtlicher, dann wäre es der Lebensraum. Genau darum geht es: um das Leben von Menschen mit Behinderungen und ohne. Michael Nowotny, stellvertretender Gesamtleiter der Einrichtung für Menschen mit Behinderungen, äußert scherzhaft allerdings erhebliche Zweifel, dass es überhaupt Menschen "ohne" gibt. Es geht locker zu beim offenen Treff.
Heute ist es anders als sonst. Es ist eben Advent, der Living Room ist vorweihnachtlich geschmückt, die Besucher bekommen Apfelpunsch - ohne Alkohol versteht sich. Ingrid Bahr hat ihr "kleines Papiertheater" mitgebracht und erzählt ein Märchen, illustriert mit Durchscheinbildern. Die Zuschauer sind voll konzentriert, kein Ton ist zu hören. Danach ist noch genügend Zeit für Spiele und Gespräche. Susanne Berninger betont noch einmal, dass wirklich jeder vorbeikommen kann.


"Offenes Wohnzimmer"

"Es ist toll, dass sich hier Menschen mitten in der Stadt begegnen können", meint Michal Nowotny zum Living Room. Für Seminare, Fortbildungen und für Treffen kann der Living Room gemietet werden, erklärt Maria Sattler. Sie versteht ihn als "offenes Wohnzimmer" und macht Passanten Mut, einfach einmal hineinzuschauen. Integrationsgespräche finden beispielsweise statt und auch die Selbsthilfegruppe der Trauernden hat im Living Room ihr Domizil. Verschiedene Leute verschiedenen Alters sollen zusammenkommen, meint Maria Sattler. Diese Mischung macht es für sie aus.


Angebote für Betreute

Jeden zweiten Mittwoch findet der offene Treff ab 17.15 Uhr statt. In der anderen Woche hat die OBA den Raum ebenfalls am Mittwoch gebucht. Dann gibt es Angebote für die Betreuten. Auf dem Weg zu mehr Selbständigkeit können sie lernen, wie man mit Geld umgeht und bekommen Tipps zu den hauswirtschaftlichen Tätigkeiten, wie Bügeln, Kochen und Putzen.
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